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"Tun Erdbeben weh?"

Archiv: Weitblick 2005





 
Bergschadensbeauftragter Lebach: Info 22.03.2005

Explodierende Erderschütterungen

Trotz aller Beteuerungen der DSK, dass man alles zur Meidung und Reduzierung tun werde, und trotz der eingeleiteten Maßnahmen (verringerte Abbaugeschwindigkeit, vorsorgliche Sprengungen in der Sandsteinschicht) reißen die verheerenden Erderschütterungen nicht ab. Der mitternächtliche Schlag vom 18. auf den 19.03.2005 hat abermals gezeigt, dass das Bergunternehmen die Geologie offensichtlich nicht im Griff hat. Abgesehen von den materiellen Schädigungen sind die Erregungszustände vieler Betroffener, die sich bei mir gemeldet haben, kaum zu beschreiben. Mit einer unverschämten Ausnahme haben die nächtlichen Anrufer mir gegenüber sehr deutlich in der großen Energiepolitik, also in Brüssel und Berlin, die Verantwortung für dieses gesamte Geschehen ausgemacht.

Psychische und vielleicht auch sonstige gesundheitliche Beeinträchtigungen der Menschen lassen sich nicht in Zahlen messen. Sie sind aber eine Tatsache. Eine messbare Tatsache sind auch die ungeheuren materiellen Schäden. Es scheint nur noch eine Frage der Zeit zu sein, bis sich diese beiden Schadensbilder vereinigen und ein Mensch durch herabfallende Trümmer zu Schaden kommt. Ein auf die Straße gestürzter Kamin in Landsweiler dürfte auch den Verantwortlichen klar gemacht haben, dass es so nicht mehr weitergeht. Wie es aber konkret weitergehen wird, vermag ich nicht vorherzusagen. Es gibt für uns Betroffene, wenn überhaupt, nur eine kleine Menge von Maßnahmen, die durchsetzbar, wirksam und zugleich legal sind. Es sollte Konsens bestehen unter allen Akteuren, dass nur rechtmäßige Methoden in Betracht kommen und auch nur solche Methoden zum Ziel führen können.

Stadtrat beschließt weitere Unterstützungen

Der Stadtrat Lebach hat in seiner Sitzung vom 17.03.2005 mit den Stimmen aller Fraktionen weitere Maßnahmen zur Unterstützung der bergbaubetroffenen Bevölkerung beschlossen:

Der Stadtrat fordert eine Ausdehnung des vorhandenen Seismografennetzes und eine Ergänzung durch Geräte eines anderen Unternehmens als die DMT, damit die Messdaten auch für weitere Regionen zur Verfügung stehen und einer gegenseitigen Kontrolle unterliegen. Weiterhin fordert er eine fortlaufende Analyse der Erschütterungswerte, damit die ausgelösten Schäden zugeordnet und am besten künftig vermieden werden können. Weiterhin ist die Stadtverwaltung zu verschiedenen Maßnahmen ermächtigt worden:

Zu einem Gegengutachten gegen die Feststellung des Dr. Klingmüller, der bekanntlich im Auftrag der Landesregierung die Verbindung zu untersuchen hatte zwischen Erderschütterungen und wahrscheinlichen Gebäudeschäden, deren Ergebnisse, obwohl sie nicht überzeugen, bisher als Grundlage für Schadensregulierungen dienen. Weiterhin sollen die durch die Erderschütterungen ausgelösten gesundheitlichen und psychischen Belastungen der Bevölkerung wissenschaftlich untersucht werden; zudem sollen einige juristische Fragen eingehend überprüft werden, nämlich die Möglichkeit einer Entschädigungsklage wegen der Wohnwertminderung, die ausgelöst wird durch die Begleiterscheinungen des Bergbaus, weiterhin eine Klagemöglichkeit vor dem Europäischen Gerichtshof bzw. dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte und schließlich die Rechtsfrage, ob die verzeichneten Erdbeben einen Gemeinschaden darstellen können. Wenn dies der Fall wäre, müsste die erteilte Abbaugenehmigung durch das Bergamt kassiert werden.

Vor allem die Überprüfung der zuletzt genannten juristischen Fragen ist äußerst kompliziert und zudem von Bedeutung weit über den Bergbau im Saarland hinaus. Eine Begutachtung soll daher auch entsprechend „hoch aufgehängt“ werden. Man denkt hierbei sogar an die Einschaltung der Europäischen Union.

Selbstverständlich werde ich Sie über Ergebnisse fortlaufend unterrichten. Das Thema wird uns ohnehin noch lange nicht loslassen.

Dennoch wünsche ich Ihnen für die bevorstehenden Osterfesttage die Ruhe und Beschaulichkeit, die wir Betroffenen mehr denn je benötigen!

G. Hontheim
Bergschadensbeauftrager

Letzte Aktualisierung ( Dienstag, 22. März 2005 )
 
 

Montag, 22. Januar 2018

 
 

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Rippel: Sozialverträglichkeit für Bergbaubetroffene möglich, politisch nicht gewollt
Aschermittwoch: Linke, SPD
Literaturtipp

"Unter Linken"

Autor: Jan Fleischhauer
ISBN:978-3-498-02125-2

Es ist bemerkenswert, dass sich ein Spiegelredakteur gerade jetzt so deutlich gegen rot-rot (grün) ausspricht und aus seiner Aversion gegen Lafontaine keinen Hehl macht.



Reisbach
IGAB Reisbach: Beben wie am 23.2.2008 nicht auszuschließen
IGAB Reisbach: KEINE neutralen Gutachten zu Beben!
Bürgerinfo: Die Zukunft Reisbachs
Gutachen Prof. Frenz (PDF)
Gutachten von Prof. Frenz – Abbau 8.7 West nicht genehmigungsfähig
Rechtsstaatlich gebotene Konsequenzen müssen gezogen werden!
Politische Verantwortung für korrektes Handeln trägt der Ministerpräsident
Ein Genehmigungsverfahren mit diesen Mängeln wird zur Farce
Einseitige Sozialverträglichkeit bedeutet Verelendung für Reisbach
19.Mai 2008 - Lohwieshalle Reisbach
Neues Verfahren, Erläuterungen und Vollmacht
Reisbach: Persönliche Daten werden den Betroffenen vorenthalten
Reisbach: Gemeinschaden durch Vernässung bereits eingetreten?
Schreiben an Wirtschaftsminister Rippel
Resolution Gemeinde Saarwellingen vom 14.12.2007
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Sturz von Leiter während Erdbeben
August 2007: Einwendungen 8.7 West Flöz Walschied (PDF)
Ein Symbol geht um die Welt

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Weitere Rekorde sind leider nicht ausgeschlossen. Eine medizinische Begutachtung der Auswirkungen wird bisher von der Landesregierung abgelehnt.

 


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