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Ex-Umweltminister kritisiert Mörsdorf scharf

Umweltminister Stefan Mörsdorf und Ex-Umweltminister Jürgen Trittin diskutierten gestern Abend in Ensdorf über das umstrittene Kraftwerk von RWE.
Von SZ-Redakteur Thomas Schäfer

Ensdorf. Freundlich fiel die Begrüßung der beiden Kontrahenten zehn Minuten vor Beginn des von den Veranstaltern erhofften Schlagabtauschs aus. Der frühere deutsche Umweltminister Jürgen Trittin und der amtierende saarländische Umweltminister Stefan Mörsdorf (CDU) reichten sich höflich die Hand und lächelten, als sie gestern Abend im Ensdorfer Bergmannsheim aufeinander trafen. Die Bild-Zeitung hatte das Streitgespräch zum geplanten Großkraftwerk arrangiert. Vor knapp 500 Zuhörern – diesmal gab es im Bergmannsheim ein deutliches Übergewicht der Kraftwerksgegner – wurde es zu einem Duell, das bis zum Schluss freundlich blieb. Trittin konnte selten, Mörsdorf wollte die Emotionen im Saal nicht bedienen. Deshalb wurde wenig gestritten, oft aber über Gesetzestexte, wissenschaftliche Feinheiten oder politische Vergangenheit geredet.

Richtig laut wurde es nur, als Trittin seinem Gegenüber vorwarf, als Umweltminister eine Technologie zu rechtfertigen, die mehr als die Hälfte der Energie verschwendet. „50 Prozent der Energie werden dafür verwendet, Wolken zu produzieren und Flusswasser zu heizen“, sagte Trittin, der das Bauvorhaben von RWE Power als „Steinzeit-Technologie“ bezeichnete. Mit Großkraftwerken wie dem in Ensdorf geplanten sei die von der Koalition vereinbarte Verringerung der Treibhausgase um 40 Prozent bis 2020 nicht zu erreichen, erklärte der Grünen-Politiker.

Frommes Versprechen

Mörsdorfs Einwand, es ginge in Ensdorf nicht um einen Zubau, sondern einen notwendigen Umbau der Kraftwerks-Landschaft – was vom Publikum mit massiven Pfiffen und Buh-Rufen quittiert wurde –, konterte Trittin mit einer Warnung: „Sie haben doch nichts als ein frommes Versprechen, dass RWE das alte Kraftwerk vom Netz nimmt.“ Natürlich ginge es um einen Zubau, und die Belastung an Schadstoffen käme obendrauf – auf jeden Fall in der ersten Zeit. Das Argument, wenn RWE nicht in Ensdorf bauen kann, wird eben woanders gebaut, hält Trittin für einen „Appell an den niederen Instinkt der Bürger“, den man sich nicht zu Eigen machen sollte. In Bremen sei ein ähnliches Projekt gescheitert, berichtete Trittin, bevor er am Ende die „ausgefeilte Politik“ der saarländischen Landesregierung kritisierte, den Zubau von Windenergie zu verhindern.


Quelle: Saarbrücker Zeitung, 20.11.2007 (http://www.bi-kraftwerk.de)

Statistik: Verfasst von Stefan — Di, 20.11.2007 19:22


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