Bergleute - Bergbaugeschädigte - gemeinsam stark!

Sagen Sie Ihre Meinung zu den Erdbeben und dem Kohleabbau

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Re: Bergleute verlieren den Bezug zur Realität

Beitragvon bebenbruder » Di, 26.02.2008 14:59

Meine Meinung !Immer Mensch bleiben und alle Argumente (sei es nun pro oder contra Bergbau )überdenken.Wenn man das vernünftig macht und ehrlich zu sich selbst ist und darüber hinaus die Entwicklung der letzten ca.15 Jahre verfolgt hat,wird man zu dem Schluß kommen,das sowohl die DSK als auch die Landesregierung an der jetzigen Situation durch ihre sture "wir bauen weiter ab ohne Rücksicht auf Verluste" und "Vogel Strauß "taktik große mitschuld an der jetzigen Situation tragen.Wir alle,ob Betroffene oder Bergarbeiter, sind letztlich Opfer derer die das sagen haben.
Also machen wir uns nicht gegenseitig runter,sondern versuchen das beste daraus machen. :wink: :wink: :wink:
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Re: Bergleute verlieren den Bezug zur Realität

Beitragvon AmO » Di, 26.02.2008 15:05

Gerade mal ein Beispiel für verlorene Realität:

http://www.stern.de/wirtschaft/arbeit-k ... 12309.html

"Ich verstehe ja, dass die Leute für ihre Rechte auf die Straße gehen", sagt Michael Fritz. Dass ihm auf dem Parkplatz vor dem Werk die Reifen abgestochen werden, das versteht er hingegen nicht. Das macht ihm Angst.


Michael Fritz: Bei der Polizei ist meines Wissens nach keine Strafanzeige, kein Hinweis, kein Garnichts eingegangen. Was sollen solche haltlosen Brandsprüche? Sollte ich falsch liegen, wäre ich für Infos dankbar.

Ãœbrigens: Die Reaktion des Pastors ist nachvollziehbar...

Pastor Karl-Heinz Gorges steht in Hausschuhen vor dem Pfarrhaus und schaut besorgt nach oben zum Kirchturm. Wird noch etwas herunterkommen? Um ihn herum liegen die Gesteinsbrocken, die seine Kirche in ganz Deutschland bekannt gemacht haben. Die Kirche St. Blasius in Saarwellingen ist zum Symbol geworden für das bisher stärkste Erdbeben, das durch den Steinkohleabbau hervorgerufen wurde. Karl-Heinz Gorges hat am Samstag in seinem Pfarrhaus gesessen und vom Wohnzimmer aus gesehen, wie es Steine regnete.

"Jeden Einzelnen von ihnen habe ich von oben purzeln sehen", berichtet er der Runde, die gekommen ist, um den Schaden zu begutachten. Ein Architekt, ein Herr vom Denkmalamt, ein Steinmetz, ein Vertreter der RAG Deutsche Steinkohle und ein Gutachter vom Bistum Trier umringen den grauhaarigen Pastor und wollen alles ganz genau wissen. Was hat er in diesem Moment im Pfarrhaus gedacht? Der kleine bärtige Mann hält das sichtlich für eine dumme Frage. "Na, scheiße hab ich mir gedacht, was denn sonst?"
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Re: Bergleute verlieren den Bezug zur Realität

Beitragvon Erschuetterter » Di, 26.02.2008 15:10

Hallo,

Der Titel dieses Themas ist sicherlich etwas unglücklich gewählt.
Wenn ich Bergarbeiter wäre und lese diesen Titel würden die Emotionen sich auch erstmal bei mir hochschaukeln.
Vielleicht kann ein Admin oder Moderator den Titel etwas passender formulieren,
oder dieses Thema hier schließen und ein neues aufmachen bei dem wir GEMEINSAM an einem Strang ziehen können.
Nehmt es nun wie es ist und schafft etwas gemeinsames was allen Beteiligten hilft.

Und ob ein Bergarbeiter nun 1600€ oder 2200€ verdient ist in der Situation in der wie alle gerade stecken doch wirklich sowas von egal.
Kommt mal wieder auf den Boden oder macht eine kleine Schreibpause am PC.
Das mach ich nämlich auch so wenn ich merke, dass ich nicht mehr objektiv bin :wink:

Lasst Euch nicht provozieren und gebt nichts auf solches Gerede wie zuvor geschrieben.
Wir stehen alle unter Strom, doch sind wir alle in erster Linie auch Menschen.
Bitte vergesst das nicht.

Gruß Jürgen
Nur gemeinsam wird es möglich sein.
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Re: Bergleute verlieren den Bezug zur Realität

Beitragvon Mitarbeiter50 » Di, 26.02.2008 15:14

Gebe dir völig recht,aber solange es welche gibt die immer wieder Oel in Feuer kippen,kann kein Vernünftiger Dialog entstehen.
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Re: Bergleute verlieren den Bezug zur Realität

Beitragvon zwischendenFronten » Di, 26.02.2008 15:17

Lasst Euch doch von den Medien bitte nicht aufhetzen. Wer schreibt schon, wenn alles ruhig bleibt. Die Presse ist doch darauf aus, dass ein Streit zwischen Bergbaubetroffenen und Bergleuten eskaliert. Nur so werden die Medien auch wahrgenommen. Dies entspricht aber doch nicht der Realität. Jeder "vernünftige" Bergmann wird doch Euer Anliegen als legitim ansehen, in Ruhe leben zu können. Und wenn dies mit dem Bergbau und seinen Auswirkungen nicht möglich ist, bleibt nur ein Weg. Auch wenn er für uns ein schwieriger Weg wird. Aber ein klardenkender Mitteleuropäer wird doch nicht die Bergbaubetroffenen dafür verantwortlich machen, dass wir unsere Arbeitsplätze verlieren. Die Verantwortlichen sind an anderer Stelle zu suchen.
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Re: Bergleute verlieren den Bezug zur Realität

Beitragvon vollesuppe » Di, 26.02.2008 15:23

Gehört zwar nicht zu diesem Thema...aber was ich mich frage...habt ihr Bergleute keine Angst unter Tage. Wenn mal so was passiert, wenn ihr unten arbeitet und dann eingeschlossen wäret oder sogar verletzt. Man hört ja doch hin und wieder von Grubenunglücken , Gott sei dank nicht in Deutschland.Ich stell mir das sehr beängstigend vor....
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Re: Bergleute verlieren den Bezug zur Realität

Beitragvon Tina » Di, 26.02.2008 15:35

Mitarbeiter50 hat geschrieben:Liebe "Tina" ich weiss nicht wo du Arbeitest,aber was würde dein Arbeitgeber mit dir machen,wenn du gegen ihn wärst und ihn aufforden würdest den Betrieb zu schliessen.

Ich habe das Glück bei DH zu arbeiten und dass auch dort "nicht alles im Grünen Bereich ist", weiß ich auch! Aber zumindest ist DH nicht bekannt dafür, Lebensfreude und Eigentum zu zerstören und eigene Mitarbeiter BEWUSST Gefahen auszusetzen! Sonst würde ich mir bestimmt was anderes suchen. Auch wenn das nicht so einfach ist! Und ich hab auch geschreiben, dass die euch BEWUSST den Gefahren aussetzen, weil Peter Lehnert immer wieder auf die Gefahren des Bergbaus und der spezielle geologischen Eigenschaften des Sandsteins hier im Saarland hingewiesen hat!!! Soll keiner behaupten, dass NIEMAND mit sowas rechnen konnte!!! Von Seiten der IGAB wurde oft genug darauf hingewiesen - leider mit dem Ergebnis, dass Peter lediglich lächerlich gemacht wurde von den Politikern und Vorständen, die jetzt einfach behaupten, DAS hätte niemand wissen können...
Im übrigen hoffe ich natürlich, dass eure Vorstände und die saarländischen Politiker endlich mal nicht nur mit Hinhaltetaktik reagieren, sondern mal ihern Job machen!!! Und für die älteren Mitarbeiter dürfte es doch vorläufig noch genug Arbeit geben mit Stollensicherung und Wasserwirtschaft, wo auch einige der Jüngeren noch angelernt werden müssen! So sind doch nicht auf einen Schlag 4000 Arbeitsplätze zu beschaffen, sondern nur ein Teil davon. Wieviel genau, kann ich zwar nicht beurteilen, aber ich denke kaum, dass das mit 100 Arbeitern zu schaffen ist.
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Re: Bergleute - Bergbaugeschädigte - gemeinsam stark!

Beitragvon zwischendenFronten » Di, 26.02.2008 15:40

Die Antwort bezieht sich auf den Beitrag von vollesuppe

Ich bin seit ein paar Jahren nur noch Übertage beschäftigt und kann mich damit auch auf die letzten Ereignisse Untertage nur auf Gespräche mit meinen Kollegen berufen. Für jemand, der noch nie Untertage war, ist dies sehr schwer nachvollziehbar. Durch den Kohleabbau entstehen große Hohlräume, der sogenannte "Alte Mann". Die Schrämmaschine und die Schilder bewegen sich weiter nach vorne und der Hohlraum wird größer. Abhängig vom Deckgebirge kann der Hohlraum schnell zusammenbrechen, kann aber auch länger dauert. Je länger es dauert, umso größer wird der Hohlraum und irgendwann kommt es dann dazu, dass eine große Fläche einstürzt und in Verbindung mit der ominösen Sandsteinbank in den höheren Lagen, kommt es dann zu Erdbeben. Da hilft auch kein Blasversatz, wie er oft gefordert wird. Für die Untertagebeschäftigten besteht in der Regel keine große Gefahr, da sich dort wo die Hohlräume sind, keine Personen aufhalten können. Einige Beben wurden auch Untertage bemerkt und haben vielleicht den ein oder anderen auch erschrocken. Viele Beben wurden aber auch Untertage nicht bemerkt.

Wir wollen auch keine Beben. Auch wir wollen, dass ihr vernünftig und in Ruhe leben könnt. Lasst Euch bloß nicht von gewissen Kräften anderes einreden.
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Re: Bergleute - Bergbaugeschädigte - gemeinsam stark!

Beitragvon AmO » Di, 26.02.2008 15:49

Passender Artikel bei der netzeitung:

http://www.netzeitung.de/ansichtssache/913737.html

Strukturwandel statt Festhalten am Alten

Mit Milliardensubventionen versucht der Bund, die inakzeptabel teure deutsche Kohle attraktiv zu halten. Damit wird der Erhalt von eigentlich unwirtschaftlichen Arbeitsplätzen teuer erkauft. RAG und die Gewerkschaft IGBCE ruhen sich auf Kosten des Steuerzahlers aus. Statt nur zurückzuschauen und an unrentablen Industrien festzuhalten, sollten die Arbeitnehmervertreter mit der Politik an einem Strang ziehen und die hohen Subventionen besser – und zwar so schnell wie möglich – in zukunftsfähige Sparten und Technologien stecken und so den Strukturwandel an der Saar beschleunigen. Zumal sich die Bevölkerung nicht nur mit dem Kohlebergbau schwer tut: In Ensdorf stoppten die Bürger im Herbst per Volksabstimmung auch den umstrittenen Neubau eines RWE-Kraftwerks auf Steinkohlebasis.

RAG und Regierungschef Müller haben den Ruf der Natur verstanden: RAG-Chef Bernd Tönjes erwägt nach eigener Aussage keinesfalls, gegen den Abbaustopp juristisch vorzugehen, «da müssen wir gar nicht drüber reden». Müller setzt auf einen «Solidarpakt Kohle» für das Land, an dem sich die gesamte Wirtschaft, die Regierung und die Gewerkschaften beteiligen sollen. Bleibt zu hoffen, dass die Einsicht auch bei der IGBCE ankommen wird. Die warnte am Wochenende erst mal nur vor dem Verlust von bis zu 10.000 Jobs.
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Re: Bergleute - Bergbaugeschädigte - gemeinsam stark!

Beitragvon vollesuppe » Di, 26.02.2008 16:08

Danke an " zwischendenFronten" für deine Antwort....

Wir lassen uns auch nicht aufhetzen...aber wie schon gesehen und gehört, gibt es auf beiden Seiten, Solche und Solche....
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Re: Bergleute - Bergbaugeschädigte - gemeinsam stark!

Beitragvon Lifestyle » Mi, 27.02.2008 0:26

ja es gibt solche und solche. Es gibt aber auch mehr solche als solche.
Die Vernunft wird hoffentlich siegen damit nicht noch solche zu solchen werden müssen.
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Re: Bergleute - Bergbaugeschädigte - gemeinsam stark!

Beitragvon charlie » Mi, 27.02.2008 4:24

Hallo,

"Eine Bedingung für einen neuen Abbau muß auf jeden Fall sein, daß jeder der dafür ist, sofort verpflichtet wird, in ein Haus im Abbaugebiet umzuziehen und auch tatsächlich dort mit seiner ganzen Familie zu wohnen. Überprüft wird das von unseren Politikern, die hierzu ebenfalls alle ihren Wohnsitz dort nehmen müssen. "

Das kann doch alles nicht wahr sein, was muß denn noch passieren, bis dieser Unsinn, der uns alle krank und arm macht, eingestellt wird. !!!!!!!!!!!!!!!1 Hilfe !!!!!!!!!!!!!!!!1111Hilfe!!!!!!!!!!!!!!!!!1Hilfe!!!!

Gruß Charlie
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Re: Bergleute - Bergbaugeschädigte - gemeinsam stark!

Beitragvon Tina » Mi, 27.02.2008 15:07

Es muss wohl zuerst TOTE geben - Hoffen wir, dass es uns nicht trifft!!!

Das kann ja wohl nicht wahr sein, was uns hier zugemutet werden soll!!!
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