Medien berichten einseitig

Sagen Sie Ihre Meinung zu den Erdbeben und dem Kohleabbau

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Medien berichten einseitig

Beitragvon hcLeader » Mi, 27.02.2008 9:35

Entsetzt, wütend und voller Angst verfolgen Bergbaubetroffene und Bergleute die Medien. Beide Seiten haben Angst, aber wer hat die besseren Perspektiven??? Meiner Meinung nach wird viel Panik gemacht, sowie im Bild Interview mit RWE-Chef Jürgen Großmann, der von gefährdeter Stromversorgung und steigenden Stromkosten spricht. Die Medien sind voll von Berichten über die armen Bergleute. Hat man in einem solchen Maß auch über die armen Betroffenen berichtet? Ich verstehe die Ängste der Bergleute, aber der Kohleausstieg steht fest. In ein paar Jahren hätte jeder Bergmann vor diesem Problem gestanden sich neu orientieren müssen. Offensichtlich haben das die wenigsten verstanden und klammern sich immer noch an Versprechungen der hohen Herren. Saar Kohle hat keine Zukunft und man muß nach neuen Wegen und Lösungen suchen.
Viele Betroffene haben wirkliche, begründete Existenzängste. Wir haben erst vor 5 Jahren in der betroffenen Region ein Haus gekauft. Wir sind eine junge Familie und arbeiten wirklich sehr hart für den Erhalt unserer Existenz. Vor einem Jahr habe ich mir einen neuen Job suchen müssen. In meiner alten Firma habe ich 14 Jahre gearbeitet. Mein Arbeitsplatz war sicher, dachte ich mir immer und stand auch vor der zermürbenden Frage wie es denn nur weitergeht. Verdiene jetzt weniger und wir haben den Gürtel noch enger geschnallt, aber es geht.(Wo ein Wille, da ein Weg!!!)
Jeder Bergmann kann sich einen neuen Job suchen und seine Existenz somit sichern. Zugegeben ohne Zuschüsse, Schmutzzulage und sonstige Vergünstigungen.(Aber es geht! Einfach Gürtel enger schnallen)
Seit dem Kauf unseres Hauses und den damaligen Verlust meines Arbeitsplatzes konnten wir auch nicht mehr in Urlaub fahren. Welcher normal Sterblicher kann sich zur heutigen Zeit denn noch einen Familienurlaub im Sommer leisten?
Mein Traum war immer eine Familie, ein Haus und Gesunheit. Jetzt habe ich einen nervösen von existenzangst, vermürbten Mann, ein kaputtes Haus und ein krankes Kind, das abends wieder in unserem Bett schläft und nicht mehr durchschlafen kann. Tolle Zukunftsperspektiven. Eine neue Existenz können wir uns nicht aufbauen, denn niemand kauft unser Haus und für einen neuen Anfang fehlt Kapital. Wenn unser Haus kaputt ist, dann haben wir somit auch unsere Existenz verloren. Wir müssen noch bis ins hohe Alter auf unser Haus abbezahlen und können nicht einmal sagen, wenn wir nichts davon haben, dann hat wenigstens unser Kind etwas davon. Unser Haus ist jetzt schon nichts mehr Wert!!!
EIN HAUS ZU BAUEN, LIEGT IN DER NATUR DES MENSCHEN !!! ES ZU ZERSTÖREN IN DER GEWALT DER DSK !!!
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Re: Medien berichten einseitig

Beitragvon Cyber2003 » Mi, 27.02.2008 11:09

Hallo hc Leander
Nur so viel zum Strommpreis.
Die Stadtwerke Saarlouis haben ihren Strom schon bis Ende 2010 gekauft und garantieren ihren Kunden ,mit einem Vertrag,
bis 31.12.2010 keine Preiserhöhung.
Der Strom wird heute an der Börse gehandelt und es interessiert dort niemand ob der strom aus kohle ,Gas ,oder sonstwas
hergestellt wird.
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Re: Medien berichten einseitig

Beitragvon Rabilein » Mi, 27.02.2008 11:42

Medien berichten zu einseitig!!!! Ich bin vollkommen deiner Meinung! (Siehe mein Beitrag unter Bildzeitung heute 26.02.08)Man muss in dieser Richtung was unternemen.
Geschafft? Ja, Bergbau ist Geschichte! Bild
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Re: Medien berichten einseitig

Beitragvon WSchaefer » Do, 28.02.2008 1:10

Hallo hcLeader,
wir fühlen genauso wie Du! Auch wir bangen um unsere Existenz, sind schon krank geworden durch diese ständigen Beben, die vielen Demonstrationen und den Ärger mit der RAG wegen Schadensabwicklung! Wir müssen das Haus auch noch abbezahlen ... unsere Altersvorsorge ist jetzt nichts mehr wert!
Und dann die Berichte in den Medien, die ich auch einseitig empfinde.
Der Leiter der Leserbriefredaktion Alfred Schön hat mir (nachdem 2 meiner Leserbriefe nicht abgedruckt wurden) am 19.02.08 folgende Antwort geschrieben:
"Wir bitten um Verständnis, wenn wir nur etwa die Hälte der Leserbriefe abdrucken können, die zum Thema Bergbau bei uns eingehen. Viele Texte sind nahezu identisch, bei einem eindeutigen Übergewicht der Stimmen aus dem Lager der Bergbau-Betroffenen..."
Und trotz dieses Übergewichts werden in der Saarbrücker Zeitung jeweils in etwa genauso viele Leserbriefe von Bergleuten aus dem ganzen Saarland wie von Bergbaubetroffenen abgedruckt. So kommt meines Erachtens das Verhältnis von 150.000 Bergbaubetroffenen zu ca. 3600 Bergleuten nicht zur Geltung!
Die SZ-online-Umfrage ist ähnlich kritisch zu betrachten, man lese jetzt mal die zahlreichen Kommentare der Bergleute, die jetzt zu Hause sind und Zeit haben!
http://www.saarbruecker-zeitung.de/nach ... 79,2318368
Wie schon mehrfach gesagt, habe ich auch großes Verständnis für die Bergleute und wünsche mir sehr, dass für sie bald gute Beschäftigungsalternativen gefunden werden. Aber wenn Bernd Tönjes in der Saarbrücker Zeitung zitiert wird mit den Worten "...wir werden alles daran setzen, das Bergwerk wieder ins Laufen zu bringen", wird mir Angst und Bange ... und so geht es sicherlich vielen Bergbaubetroffenen im Land!!!
Seit Tagen kann ich nicht mehr schlafen ... vor Sorgen um unsere Zukunft!
S. Schäfer
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