Schadenabwicklung der RAG / Flüssiggastank

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Schadenabwicklung der RAG / Flüssiggastank

Beitragvon WSchaefer » Mi, 27.02.2008 16:08

Schrecklich, was die bergbauinduzierte Erdbeben der letzten Monate und insbesondere das große Beben am Samstag für die Menschen der Region bedeuten: Kinder in Saarwellingen düfen die beschädigte Schule nicht mehr besuchen, die katholischen Christen müssen in eine andere Kirche ausweichen, Mitarbeiter des Rathauses können in ihren Büros nicht mehr arbeiten usw. usw.
Die Folgen ließen sich unendlich fortführen.
Aber zum Thema Überprüfung der Gasleitungen haben wir auch etwas zu sagen. Wir beziehen unsere Energie durch einen gemieteten Flüssiggastank. Nach dem Erdbeben machten wir uns Sorgen, dass Leitungen beschädigt sein könnten. Wir versuchten lange Zeit vergeblich, über die Hotline der RAG neue Schäden am Haus zu melden und auf die mögliche Gefahr durch unseren Flüssiggastank hinzuweisen. Vergeblich! Montags informierten wir dann die RAG per Fax, was gestern zu einem Rückruf führte. Man erklärte uns, das Telefonnetz der RAG sei durch die Fülle der Anrufe zusammengebrochen. Bezüglich des Gasbehälters wollte die RAG Sachverständige zu uns schicken. Bist jetzt ist noch niemand erschienen!
Die Firma, bei denen der Flüssiggastank gemietet ist, wurde von uns informiert. Sie klären derzeit mit der RAG ab, wer die Kosten für die Überprüfung übernimmt, wenn sie selbst Sachverständige herausschicken!
Zusätzlich zu dem großen Schock, den die Menschen hier in Saarwellingen am Samstag erleben mussten, müssen wir jetzt auch noch um nötige Sicherheitsmaßnahmen kämpfen!!!
Wir sind immer noch aufgewühlt, die Belastungen durch die zahlreichen Beben der letzten Zeit machen uns krank ... man kann an nichts anderes mehr denken! Und dann noch der Ärger mit der Schadensabwicklung:
Wir meldeten bereits am 13.11.2007 mehrere Risse am Gebäude und das Ablösen der Fliesen in Flur und Küche.
Am 09.02.2008 erhielten wir ein Gutachten der RAG mit den Worten: "Das Objekt... in Saarwellingen liegt außerhalb der direkten Einwirkungen des untertägigen Steinkohlebergbaus der RAG" ... der blanke Hohn angesichts der Tatsache, dass wir im Jahr 2007 56 und alleine in diesem Jahr 38 Erdbeben ertragen mussten!
Außerdem ... und das zeigt die Unfähigkeit dieser Gutachter (Zühlsdorf aus Dinslaken), erkannten die Gutachter in einem Bleistiftstrich auf den Fliesen einen Riss, den sie fotografierten und zu dem sie schrieben: "Der Fliesenriss in der Raumecke des Flurs ist auf schwindbedingte Formänderung des Estrichs und nicht ausreichender Verdichtung im Eckbereich zurückzuführen."
Wenn alles nicht so traurig wäre, müsste man noch über diese Aussage der Gutachterfirma lachen.
Dies alles zeigt, wie hier mit Bergbaubetroffenen umgegangen wird!!!
Wenn wir dann noch lesen, dass RAG und IGBCE nach diesem verheerenden Erdbeben noch weiter für den Bergbau an der Saar kämpfen und Bernd Tönjes sagt: "Der vorläufige ist noch kein endgültiger Abbaustopp. Wir werden alles daran setzen, das Bergwerk wieder ins Laufen zu bringen" ... dann stellen sich uns alle Haare zu Berge!!!
Herr Tönjes hat wahrscheinlich noch nie in seinem Leben ein Erdbeben dieser Stärke erlebt ... und wenn, hätte er sicher genügend Geld, sein Haus verfallen zu lassen und sich woanders ein neues Haus zu kaufen! Das können wir und viele andere Bergbaubetroffene nicht ... und unsere Häuser kauft jetzt natürlich niemand mehr ... wer will schon in ein Erdbebengebiet ziehen?
Wir alle befinden uns hier in einer schrecklichen Situation!
Bei allem Verständnis für die Lage der Bergleute sollte man nicht vergessen, welche Ängste, Schäden an Körper und Seele, Ohnmachtsgefühle und Schäden an Gebäuden bereits von den Bergbaubetroffenen hingenommen werden mussten. Wir sind nicht mehr länger bereit, uns für die rein finanziellen Interessen eines machtgierigen Konzerns opfern zu lassen!
S. und W. Schäfer
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Re: Schadenabwicklung der RAG / Flüssiggastank

Beitragvon WSchaefer » Fr, 29.02.2008 18:25

Wir können wieder beruhigter schlafen. Heute war endlich ein Fachmann da und hat den Flüssiggastank und die Gasleitung auf Dichtigkeit überprüft. Außer dass der Tank seit dem Beben um 5 cm verschoben wurde (bei einem Eigengewicht des Tanks von ca. 700 kg plus Gasfüllung) ist also nichts passiert! Gott sei Dank!
S. und W. Schäfer
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Re: Schadenabwicklung der RAG / Flüssiggastank

Beitragvon bonobo » Fr, 29.02.2008 18:35

Na Gott sei Dank, hoffentlich denken die anderen Betroffenen auch an diese Gefahren...

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Öltanks

Beitragvon Stefan » Fr, 29.02.2008 18:54

Hallo,
haben die Betreiber von Ölheizungen dann auch an ihre Öltanks gedacht? Die sind ja meist in einem extra Raum eingemauert. Da sollte man ja auch mal rein sehen.
Grüße aus Saarwellingen,
Stefan
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