Fakten zur Aufklärung

Sagen Sie Ihre Meinung zu den Erdbeben und dem Kohleabbau

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Re: Fakten zur Aufklärung

Beitragvon tabby13 » Do, 28.02.2008 22:02

@sachlicher74:Ja,die Seite stimmt.Ich meine die Grafik ganz unten auf der Seite.

Nach Aussage eines ehemaligen Bergmannes handelt es sich bei dem Anschlussfeld um ein Ersatzfeld.Da liegen seiner Meinung nach genauso viele Kohlen wie in den jetzigen Abbaugebieten...

Man mag sich das garnicht vorstellen,Kohlenabbau direkt unter Saarlouis... :evil:
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Re: Fakten zur Aufklärung

Beitragvon Leknakk » Do, 28.02.2008 22:25

Habe gerdae gesehen das hier schon mal einer Versucht hat zu vermitteln. Wie ist das eigentlich ausgegangen? Warum vereinbart man nicht einfach mal ein Treffen von Arbeitern und betroffenen...einen Runden Tisch Quasi. ?
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Re: Fakten zur Aufklärung

Beitragvon UnusualSuspect » Do, 28.02.2008 22:31

Boah,
also ich muss schon zugeben, dass es sehr schwer ist zu folgen, aber interessant finde ich es als Ingenieur allemal.
Liegt es nun an der Unwissenheit des Sprechers der DSK oder warum kommt es so rüber (ich habe es so verstanden), dass diesmal von oben gebohrt werden soll? Als Nicht-Geologiker und auch als nicht-Bergmann kann mir auch der Unterschied nicht einleuchten zwischen von oben oder unten bohren und sprengen allgemein. In einem Nachbar-Thema wurde ja darüber berichtet (ein Zeitungsartikel), dass diese Spreng- und Bohrversuche nicht neu sind sondern schon versucht wurden und zu neuen Beben führten (teilweise mit fatalen Folgen). Und warum soll es weniger ausmachen präventiv Sandsteinbänke zu sprengen als diese brechen zu lassen durch einstürzende "alte Männer" oder wie die Hohlräume heißen? Mir fehlt hier die technische Logik eines neuen Versuchs. :?:

Das das ausprobieren neuer Verfahren lange dauert und unzählige Genehmigungen braucht ist mit klar, ich arbeite für einen sehr großen Automobilzulieferer, und da hat gut Ding auch Weil. Meine Wertung ist aber auch klar: Zeit zum probieren is nicht mehr. :!:

Jetzt steht aber in einer Zeile, dass die Geologie sehr wohl bekannt ist, nicht aber die Prozesse, die zu den Beben führen. Mal blöd gefragt: Gibt es im Bergbau nicht eine "Prozesssicherheit", die anhand einem positiven Befund als bewiesen erklärt und genehmigt werden muss, bevor man einen Abbau mit Prozess XY startet? Ansonsten wäre es ja wirklich nur Trial&Error. :idea:

Mal zur Haftbarkeit: Bei einer Prozess- oder Produktentwicklung ist ja normalerweise der Entwickler haftbar. Ist das Untertage im Bergbau genauso? Ist der Steiger oder Bergbau-Ingeniuer für sein Verfahren und die etwaigen negativen Konsequenzen haftbar oder sieht das Bergrecht hier eine Sonderregel vor? Dass keiner absichtlich Schäden verursachen will, davon will ich mal ausgehen.
SO, was mir als Bergbaulaie auch noch nicht verständlich ist: Warum verschlimmert sich die Abbausituation, wenn ein Streb wie die Primsmulde länger stehen bleibt? Hängt das mit dem gebirgsdruck zusammen oder wie kann ich mir das vorstellen? Eine bildliche Erklärung wäre toll... :oops:

Für alle anderen: Bitte nur mitdiskutieren, wenn ihr was technisches wissen wollt. Alles andere diskutieren wir glaube ich zuhauf in anderen Threads.

Und noch ein Letzter, Sachlicher: Warum die Belehrung erst jetzt? :?:
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Re: Fakten zur Aufklärung

Beitragvon Sachlicher74 » Do, 28.02.2008 22:34

@ honda

ich bin kein so intimer kenner der Lagerstätten im Saarland.
Aber meines Wissens waren noch in den meisten Werken nicht unerhebliche Kolhlenvorräte vorhanden
Gleiches gilt für einige Pütts in NRW.

Aber die Vorgabe zur Reduzierung der ganzen Steinkohle gibt es ja schon lange.
Und zum damaligen Zeitpunkt hat man nach den damaligen Rahmenbedingungen entschieden welche Werke zukünftig am effektivsten zu betreiben sind.
Deswegen wurde Göttelborn ja von diesen Entwicklungen überrollt. Planung und Entscheidung für den bau des Schachtes waren ja schon wesentlich früher getroffen worden. und dann kamen neue Vorgaben zur Reduzierung und die Entscheidung für Ensdorf. Es ist ja de facto mit das effizienteste Werk der RAG (s. anderer Thread)
Das Baufeld ist nach bergbaulichen Maßstäben ideal (bitte nicht in den falschen Hals kriegen)
Es ist mächtig, hat gute Qualität und vor allem wegen geringer geologischer Störungen auf großer Länge mit Doppelstreben gewinnbar.
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Re: Fakten zur Aufklärung

Beitragvon Leknakk » Do, 28.02.2008 22:37

@ UnusualSuspect

meinst du jetzt mich oder nur so genrell? Hätte aber mal ne Frage an die Techniker:

ISt es eigentlich technisch möglich ein Bergwerk wieder zu öffnen? bzw. wäre es ein riesen aufwand?
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Re: Fakten zur Aufklärung

Beitragvon Leknakk » Do, 28.02.2008 22:40

naja Ohne geologische störungen kann man ja nicht sagen.....Und ich habe von mehreren Aktiven Bergleuten gehört das die Kohle in Ensdorf der letzte SCh.... sein soll und die in Göttelborn oder zb. Camphausen um welten besser iss...
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Re: Fakten zur Aufklärung

Beitragvon UnusualSuspect » Do, 28.02.2008 22:40

@Lekknak: Nein, meinte die vorherigen Beiträge.
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Re: Fakten zur Aufklärung

Beitragvon Leknakk » Do, 28.02.2008 22:41

ok :-)
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Re: Fakten zur Aufklärung

Beitragvon Leknakk » Do, 28.02.2008 22:42

@ UnusualSuspect

weißt du was zum Thema eröffnen eines Stillgelegten Bergwerks?
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Re: Fakten zur Aufklärung

Beitragvon haueruntertage » Do, 28.02.2008 22:44

hallo!
ein bergwerk das geschlossen wurde kann nie mehr angefahren werden!
die bergwerke wurden geflutet oder soweit abgedämpt dass kein anfahren mehr möglich ist!
zugleich wurden auch die schächte befüllt. z.b. warndt mit einem betonstopfen von ungef.400meter!
na leute...es ist vorbei mit bergbau im saarland...es wird einen weg geben...das leben hängt ja nicht nur am berbau...es geht immer weiter ...auch wenn es für uns grosse umstellungen geben wird.
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Re: Fakten zur Aufklärung

Beitragvon ich » Do, 28.02.2008 22:48

haueruntertage hat geschrieben:na leute...es ist vorbei mit bergbau im saarland...es wird einen weg geben...das leben hängt ja nicht nur am berbau...es geht immer weiter ...auch wenn es für uns grosse umstellungen geben wird.

Wie es aussieht möchte sich die RAG ihrer Verantwortung entziehen und euch hängen lassen. So nicht!
Mit freundlichem Hört Auf
Ich

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Re: Fakten zur Aufklärung

Beitragvon UnusualSuspect » Do, 28.02.2008 22:55

@Leknakk: Nein, diese Frage hatte cih Sinngemäß in meinem ersten Beitrag gestellt... :wink:
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Re: Fakten zur Aufklärung

Beitragvon Sachlicher74 » Do, 28.02.2008 23:02

@ suspect

ich will die Möglichkeit des Bohrens und Fracens von oben nicht ausschließen.
Aber sie erscheint mir nicht logisch. Die Sandsteinschichten liegen wesentlich näher am Kohlenniveau als an der Tagesoberfläche. Bohrungen sind dementsprechend (zeit)aufwendiger und teurer.

Wichtig: Fracen geschieht mit Wasserdruck, kein Sprengen!

für interessierte: mal googeln mit "Bohrung Frac"

das Prinzip wird gut erklärt, ist dort aber ein anderes Medium und hat ja auch ein anderes Ziel
deswegen kann man das Prinzip auch nicht 1 zu 1 übertragen.
Beim Hydrofrac soll das Wasser in die Poren des Sandsteins mit steigendem druck eingepresst werden und bei überschreiten der festigkeit das Korngerüst aufbrechen. Darf man sich aber nicht als auseinaderplatzen vorstellen, das andere Gebirge ist ja noch drum rum.
Gaaaaaanz vereinfacht der Keks wird unmittelbar vor dem Kohleabbau etwas angebröselt damit wenn die Kohle drunter abgebaut wurde der Keks nicht als Platte runterkommt. Ist ja auch ein Unterschied, ob ich nach und nach 1000000000 Heftklammern nacheinander runterrieseln lasse oder ein Bügeleisen fallen lasse, die schwingungen pflanzen sich entsprechend im Boden fort.

Soweit die Theorie......

Nochmal zum Sprengen im anderen Thread: Da stehen mir schon wieder die Nackenhaare auf!
Übernehmt nicht die technischen Ausführungen in diesen Zeitungen und wendet sie 1 zu 1 auf Kohle bzw. Saar an!
Die Beispiele die dort angeführt werden kommen von einer ganz anderen Abbauart, z.B. Salz
Dort ist Bohren und Sprengen das Abbauverfahren! Hat nix mit Erschütterungen zu tun

Ausserdem: bergbau ist keine exakte "Wissenschaft" und man kann das nicht mit einem Fertigungsprozess vergleichen.
Deswegen ist es heute aber kein Trial and Error! Es sind empirische Erfahrungen die man über lange Zeit (in D Jahrhunderte!)
gemacht hat. Aber die Rahmenbedingungen sind immer anders. Deswegen heisst es auch: Hinter der Hacke ist es duster. man weiss nie 100% was einen erwartet. Die Erschütterungen stellen da aber auch eine extremen Ausreisser dar


Deswegen gibt es in diesem Sinne auch keine Haftungsfrage. Die Prüfungen im Rahmen von Genehmigungsverfahren sollen Risiken weitestgehend (!) ausschließen

Stillstand: Gebirgsdruck ist das richtige Stichwort: egal welchen Hohlraum ich in diesen Tiefen erstelle. Das Gebirge drum rum arbeitet und will in diesen Hohlraum reindrücken und dieser Druck steigt. Der Ausbau kann in der Regel gar nicht stark genug sein um dies auf Dauer aufzuhalten. Deswegen müßte der Abbau weiterfahren oder die Strebausrüstung muss raus damit sie nicht verloren ist.
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Re: Fakten zur Aufklärung

Beitragvon WSchaefer » Do, 28.02.2008 23:03

Lieber Sachlicher, lieber Haueruntertage!
Vielen Dank für Eure Informationen ... war sehr interessant!
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Re: Fakten zur Aufklärung

Beitragvon Leknakk » Do, 28.02.2008 23:08

ok aber soweit wie ich weiß wird doch in Göttelborn noch Wasserhaltung betrieben? wurde da auch ein "stopfen" drauf getan?
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