Schrecken des 23.02.2008 in Vergessenheit?

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Schrecken des 23.02.2008 in Vergessenheit?

Beitragvon WSchaefer » Di, 01.04.2008 23:35

Die Schrecken des 23.02.2008 gerieten zu schnell in Vergessenheit! Mir graut vor dem Anfahren des Bergwerkes morgen früh um 6.00 Uhr!
S. Schäfer

Erinnert sich noch jemand an den grauenhaften Tag?
Hier eine Erinnerungsstütze: Der Kommentar von Siegfried Lambert am Tag nach dem Beben:


"SR-Wirtschaftsredakteur
Siegfried Lambert
"Die Zeit des Taktierens ist vorbei"
Für SR-Redakteur Siegfried Lambert ist die Zeit des Taktierens in der Frage des Kohle-Ausstiegs an der Saar vorbei. Er fordert einen Plan, wie das Land aus dem Dilemma herauskommt. Ein Kommentar zum größten je gemessenen Bergbau-Erdbeben im Saarland.

(24.02.2008) Das ist eine dramatische Situation für unser Land. Der Bergbau kann so nicht mehr weitergehen, aber 5000 Beschäftigte leben noch von diesem Bergbau. DAS ist die blanke und schlimme Wahrheit, nach der sich jetzt alle richten müssen.

Die Zeit des Taktierens ist vorbei. In Saarwellingen sind Menschenleben gefährdet worden, nur durch großes Glück ist niemand von den herabfallenden Steinbrocken der Saarwellinger Kirche getroffen worden. Wer jetzt noch mit Begriffen wie zukunftsfähiger Sockelbergbau im Saarland oder produktivstes Bergwerk der DSK schwadroniert, ist entweder ein menschenverachtender Zyniker oder hat nichts begriffen.

Das Gutachten, warum es zu diesem schweren Erdstoß gekommen ist, kann sich die RAG schenken. Das Gutachten wird wertlos sein, wie bisher alle Gutachten und alle Maßnahmen, die die DSK im Zusammenhang mit den Erdstößen inszeniert hat. Alles hatte nur ein Ziel: verschleiern, beruhigen, Zeit gewinnen. Doch die Zeit ist abgelaufen.

Die Wahrheit ist: Das Bergwerk Saar war deshalb das produktivste, weil die Kohle dort in großer Geschwindigkeit, großer Höhe und Breite abgebaut werden konnte. Und genau das sind die Faktoren, die für die Erdstöße verantwortlich sind: Abbaugeschwindigkeit, Abbaubreite im Doppelstreb.

Die Maßnahme, die beiden Parallelstrebe versetzt abzubauen, war wiederum ein Placebo, das uns die RAG Deutsche Steinkohle verabreicht hat. Der angestrebte Abstand sollte in einigen Tagen erreicht sein - und nun das schwerste Erdbeben der saarländischen Bergbaugeschichte. Da bleiben doch nur zwei Folgerungen: Entweder sie wissen nicht, was sie tun, oder sie wollen uns etwas vormachen.

Schluss damit, wir brauchen keine Gutachten mehr, wir brauchen einen Plan, wie das Land aus diesem Dilemma herauskommt. Wie kann der Bergbau beendet werden, ohne dass 5000 Bergleute auf der Straße stehen, vier saarländische Kraftwerke keine Kohle mehr haben und Geschäfte, die vom Bergbau leben, Konkurs gehen?

Die Szenerie erinnert fatal an die Stahlkrise in den 80er Jahren. Auch damals verloren tausende von Stahlarbeitern ihren Arbeitsplatz. Und nur mit einer großen gemeinsamen Anstrengung von Politik, Wirtschaft und Gewerkschaften gelang es über die Stahlstiftung und eine Beschäftigungsgesellschaft, die soziale Katastrophe zu verhindern.

Auch jetzt könnte ein ähnliches Vorgehen vielleicht der Rettungsanker sein. Eine Beschäftigungsgesellschaft, die zunächst die DSK-Beschäftigten an andere Unternehmen ausleiht, bis sie entweder übernommen werden oder in den vorgezogenen Ruhestand wechseln können.

Die Kraftwerke müssen möglichst schnell auf Importkohle umstellen, das haben die saarländischen Stahlunternehmen auch geschafft, ohne dass ihre Wettbewerbsfähigkeit darunter gelitten hat. Allerdings haben die sich rechtzeitig darauf eingestellt.

Das ist ein Grund des Dilemmas, in dem wir nun stecken. Allzu viele haben zu lange gedacht, dass es irgendwie doch weitergehen könnte mit dem Bergbau im Saarland. Viel Zeit ist durch diesen Irrglauben verschenkt worden. Gerade diejenigen, die dafür verantwortlich sind, stehen jetzt auch in der ganz besonderen Verantwortung, mitzuhelfen, dass das Saarland diese schwere Krise meistert.

Ein Kommentar von Siegfried Lambert, SR-Programmgruppe Politik und Wirtschaft"

http://mobil.sr-online.de/nachrichten/740/743409.html
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Re: Schrecken des 23.02.2008 in Vergessenheit?

Beitragvon WSchaefer » So, 13.04.2008 18:04

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Re: Schrecken des 23.02.2008 in Vergessenheit?

Beitragvon merlin » So, 13.04.2008 18:49

Das schlimme ist nicht nur, dass man anfängt es zu vergessen - nein, man tut uns auch noch verar...... (siehe Lesebrief von am Samstag - da wird uns unterstellt, wir hätten Steine vor die Kirche gekarrt................
Lieber Gott… gib mir die Weisheit
einige Menschen zu verstehen,
die Geduld sie zu ertragen,
die Güte ihnen zu verzeihen,
aber bitte gib mir keine Kraft…
denn wenn ich Kraft habe,
haue ich ihnen aufs Maul



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Re: Schrecken des 23.02.2008 in Vergessenheit?

Beitragvon PEACE » Do, 17.04.2008 18:38

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