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Wie sieht es in der Primsmulde aus?

BeitragVerfasst: Do, 01.05.2008 5:53
von whitechristmas
Hallo zusammen,

mich beschäftigt seit geraumer Zeit die Frage, wie es wohl in der Primsmulde zur Zeit aussieht und welche Maßnahmen bereits in die Wege geleitet wurden.

- Sind die Gerätschaften bereits entfernt worden, Thema Gebirgsdruck?
- Werden Sicherungsarbeiten durchgeführt?
- Müssen dort Pumpen laufen?
- Gibt es bereits ein Schriftstück seitens der DSK/RAG/Regierung zum endgültigen Abbaustopp in der Primsmulde?
- etc.

Wer kann zu diesem Thema was beisteuern?

Gruß,

whitechristmas

Re: Wie sieht es in der Primsmulde aus?

BeitragVerfasst: Do, 01.05.2008 6:20
von ich
Zu den Gerätschaften: Außer Aussagen hier im Forum gibt es nichts öffentliches, schriftliches, rechtsverbindliches. Daher sollte man eher davon ausgehen, dass durchaus die Möglichkeit besteht, dass die Maschinen nur gesichert und für spätere weitere Verwendung geparkt wurden. :(

Sicherungsarbeiten müssen durchgeführt worden sein und solange nicht geflutet ist auch regelmäßig weiter betrieben werden.

Gleiches gilt für die Pumpen. Wenn hier geflutet wird, was übrigens zu Hebungsschäden ähnlich den Senkungsschäden führen kann, dann ist es endgültig vorbei mit dem Abbau. Solange in Hülzweiler oder woanders abgebaut wird müssen die Pumpen laufen. Hinzu kommt, dass bereits heute die Abwässer von Reisbach wegen dem Bergbau herausgepumpt werden müssen. Die Leute dort würden sonst an den eigenen Fäkalien ersticken (=Ewigkeitsschäden).

Zu den Schriftstücken... Außer Lippenbekenntnissen gibt es nichts. Die Aussagen der Politiker, dass definitiv Schluß ist kann man allesamt in der Pfeife rauchen, solange es keine öffentlich einsehbare rechtskräftige Dokumente gibt.

Re: Wie sieht es in der Primsmulde aus?

BeitragVerfasst: Do, 01.05.2008 8:23
von whitechristmas
Hallo ich,

ich hat geschrieben:...
Sicherungsarbeiten müssen durchgeführt worden sein und solange nicht geflutet ist auch regelmäßig weiter betrieben werden.
...


bedeutet dies, dass die Maschinen zum Abbau der Kohle in gewissen Zeitabständen angefahren werden? Wenn die Primsmulde definitiv nicht mehr angefahren werden soll, dann könnte man doch die Gerätschaften bergen?

Gruß,

whitechristmas

Re: Wie sieht es in der Primsmulde aus?

BeitragVerfasst: Do, 01.05.2008 8:44
von merlin
Wer sagt denn das, das Primsmulde definitiv nicht mehr angefahren wird????? Gugg Dir doch mal an, was SPD/Linke sagen...... :x

Re: Wie sieht es in der Primsmulde aus?

BeitragVerfasst: Do, 01.05.2008 8:58
von whitechristmas
Hi Merlin,

nach Aussagen der Landesregierung und der DSK soll die Primsmulde "nie mehr" angefahren werden. Aber ich traue den Aussagen nicht, zu oft sind wir belogen und betrogen worden und die Landtagswahl 2009 steht auch noch vor der Tür. Aber es währe ja trotzdem mal interessant zu erfahren, wie der Stand der Dinge ist.

Gruß,

whitechristmas

Re: Wie sieht es in der Primsmulde aus?

BeitragVerfasst: Do, 01.05.2008 9:22
von Manfred_Reiter
Das Problem ist der Rahmenbetriebsplan. Dieser ist gültig bis 2038.
Solange es keinen RECHTSVERBINDLICHEN Verzicht des Unternehmens auf dei PM gibt,
kannst Du zwar im Moment (seit dem 23.02.) ruhig schlafen, aber wie lange das ist halt eben fraglich.

Re: Wie sieht es in der Primsmulde aus?

BeitragVerfasst: Do, 01.05.2008 9:47
von sheriff
Von ruhig schlafen kann bei mir noch nicht die Rede sein. Wir leben hier mit einer tickenden Zeitbombe. Egal wie es mit der Primsmulde
weitergehen wird, weitere Beben sind durchaus möglich. Selbst wenn die Primsmulde aufgegeben wird und die Schilde abgebaut werden
kann es bis zu fünf Jahre dauern bis das darüberliegende Gestein einstürzt. Bei der Tiefe von 1000 Metern und den darüberliegenden
70-80 Meter hohen Sandsteinplatten ein geologisches Zusammenspiel, dass es sonst in Deutschland nicht gibt. Material zum Auffüllen
wäre genug vorhanden, siehe Ensdorfer Berghalde, ist aber eben unwirtschaftlich. Lieber sichert die RAG jedes öffetntliche Gebäude
und zeigt sich großzügig bei der Instandsetzung von Schornsteinen. Oder glaubt jemand die RAG macht dies aus Barmherzigkeit und
Reue. Nein ruhig schlafen werde ich noch lange nicht und jedes Knacken und sei es nur der Wind oder ein Düsenjäger versetzt mich
in Angst und Schrecken.

Re: Wie sieht es in der Primsmulde aus?

BeitragVerfasst: Do, 01.05.2008 10:17
von Werner Lehnert
In unserem Forum sollte jedes Gerücht im Keim erstickt werden, das die DSK auch nur annähernd in den Bereich eines fairen Partners rückt. Hierzu gehört auch die von der DSK immer wieder ins Spiel gebrachte unbürokratische Schadensregulierung. Was die DSK mit ihrem Bergbau zerstörte, muß Sie wieder instand setzen. Dies gilt auch für die Schornsteine. Dieser Anspruch aus dem Bundesberggesetz hält dem Realitätsvergleich nicht stand, d.h. die DSK trickst an allen Ecken und Enden. Vor allem ältere Hausbesitzer, stehen den Bergschadensregulierern und den im Auftrag der DSK agierenden Bausachverständigen oft hilflos gegenüber. Der Standardbetrag zur Regulierung teilweise ganzflächiger Risse in Fassaden, Wänden und Fliesen liegt in der Gemeinde Nalbach zumeist unter 500,-€. Die monatlich zwei mal stattfindene Beratungsstunde der IGAB Nalbach zu Fragen der Bergschadensregulierung ist nicht umsonst so gut besucht.
Und doch erreicht diese Beratungsstunde nur die Spitze des Eisberges. Viele Menschen sind aufgrund der zermürbenden Erdbebenserie, die hinter (und vielleicht wieder vor uns) liegt, einfach nur müde. Sie haben nicht mehr die Kraft, aufzustehen, um jetzt für eine gerechte Schadensregulierung zu kämpfen.

Ich habe ein gutes Gewissen. Der Steinkohlebergbau in unserer Region findet seit über acht Jahren nicht mehr in meinem Namen statt, denn ich wechselte vor acht Jahren zu einem regenerativen Stromversorger, der garantiert keinen Saarkohlestrom verkauft. Wer Kunde der energis ist, unterstützt den Steinkohlebergbau an der Saar, ob er will oder nicht!

Re: Wie sieht es in der Primsmulde aus?

BeitragVerfasst: Do, 01.05.2008 10:35
von Manfred_Reiter
sheriff hat geschrieben:Von ruhig schlafen kann bei mir noch nicht die Rede sein.


1. dies ist im Sinne von - kein weiterer Abbau - zu verstehen, - von "Bergruhe" kann keine Rede sein.
sorry für missverständliche Ausdrucksweise
2. ansonsten bezieht sich der Thread - laut Fragesteller - auf die PM ;-)

Was bleibt: Es gibt keinen RECHTSVERBINDLICHEN Verzicht des Unternehmens auf den Rahmenbetriebsplan
oder auf Teile des Rahmenbetriebsplanes.

Deshalb könnten sie - wenn sie denn wollten - (ohne auf den Sonderbetriebsplan und Auffahren einzugehen)
in Prims 3 und 4 wieder loslegen! :-( :-( :-(

Und im übrigen habe ich meine Sicht der Dinge oft genug auf der Treppe in Saarwellingen von mir gegeben. ;-)

Mit freundlichem Hört Auf!

Re: Wie sieht es in der Primsmulde aus?

BeitragVerfasst: Do, 01.05.2008 11:07
von Genervter
Wem haben wir denn den irrsinnigen Rahmenbetriebsplan zu verdanken?? Das war doch der Napoleon vom Limberg. Er wollte seine Position als ehemaliger Landesvater sichern, indem er den Kohlebaronen eine Planungsfreiheit bis 2038 gab. Jetzt wäre es an der Reihe, uns mal Sicherheiten zu geben, dass in der Primsmulde nie mehr abgebaut werden kann. Das muss dann MP Müller und seine Truppe regeln. Rahmenbetriebsplan in Abstimmung mit der RAG zurückziehen! Den Sonderbetriebsplan für Primsmulde Süd kann das Bergamt m E alleine ohne DSK zurückziehen. Ja und dann müssen wir alle nur richtig wählen im
nächsten Jahr. Auf keinen Fall die Linken und die SPD! Bleiben nur noch FDP, CDU und Grüne...Gilt es bis zur Wahl genau zu beobachten, wie sich diese Parteien weiter für uns engagieren. Bleibt noch, dass die IGAB unbedingt sich politisch zum Landtagswahlkampf positionieren muss. Sorgen bereiten mir nur die vielen Bergbaubetroffenen, die nach Monaten der Erdbebenruhe sooooo leicht vergessen weil sie sich schon gerettet glauben. Möglicherweise wählen sie doch wieder diese unsäglichen Parteien, die uns nicht gut gesonnen sind.....!?