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Verfasst: Mi, 30.08.2006 21:53
von wolfgang
hi terminator,
wie kann es zum beispiel sein, dass bergleute mit 48 jahren in pension gehen können (ohne abstriche)? und wie kann es sein , dass leute zum beispiel auf der dillinger hütte mit 40 jahren berufserfahrung (gehen in altersteilzeit z.b. mit 58) dann nur 82% bekommen? was wäre , wenn die 5300 beschäftigten der dillinger hütte, bedingt durch schlechte konjunkturlage) alle entlassen würden? kein scwanz der dsk würde sich darüber aufregen. an deren stelle würde ich das ja auch nicht. denn wir bekommen keine subventionen pro arbeitsplatz. übrigens: eure kohle ist so schlecht und teuer, dass unsere saarländische stahlindustrie lieber im
ausland kauft. und was ja noch geiler ist: weder dillinger hütte, ford, villeroy und boch noch alle anderen im saarland ansässigen klein- bzw. mittelunternehmen beschädigen anderer leute eigentum bzw. gesundheit
(und das ohne 70000,-- eur/zuschuss pro arbeitsplatz)

Verfasst: So, 10.09.2006 11:11
von optimist
Verständnisfragen:

an Wolfgang:
Wieso gehen 48-jährige Bergleute in Rente, meiner Information nach sind sie in Kurzarbeit mit der Maßgabe der jederzeitigen Rückkehrmöglichkeit an den Arbeitsplatz bzw. Vermittlung beim Arbeitsamt? Sind nähere Quellen bekannt?

an Tina:
obige Aussage: "Weil wir arbeiten - und zwar nicht in der Grube, sondern auf unseren bezahlten Arbeitsplätzen (die nicht subventioniert werden)"

Was ist der Unterschied zwischen bezahlten Arbeitsplätzen, die entweder subventioniert oder die nicht subventioniert werden für den, der bezahlte Arbeit verrichtet? Ist eventuell die subventionierte Arbeit einfacher, leichter?

Verfasst: So, 10.09.2006 19:10
von Tina
Hallo optimist,
natürlich ist subventionierte Arbeit nicht leichter - aber ich hatte bei Terminator so ganz das Gefühl, dass er UNSERE Arbeit nicht als Arbeit ansieht. Auch wir müssen was tun für unser Geld und langsam hab ich es satt, jedem zu erklären, dass die Bergleute ebenso wie wir von der RAG nur verarscht werden, damit die Bonzen von der RAG ihre dicken Autos fahren können und weiter jede Menge "Kohle" absahnen! :!:
Aber so wie es aussieht, habt ihr aus Angst um euren Arbeitsplatz Scheuklappen an und wir können es ausbaden! Mit etwas guten Willen könnte die RAG alle Mitarbeiter in die "weiße Seite" übernehmen und wir alle könnten in Ruhe schlafen - und nur das wünschen wir Bergbaubetroffene uns!!

Verfasst: Mo, 11.09.2006 18:45
von optimist
Hallo Tina,
wie darf ich das verstehen? Angst um den Arbeitsplatz erzeugt Scheuklappen und Angst um das Eigentum schafft klare Sicht?


Im Endeffekt können wir hier ewig diskutieren, eins bleibt immer bestehen:
1.) Bergbau s c h ä d i g t mehr oder weniger die Existenzgrundlage der dort lebenden Betroffenen.
2.) Bergbau i s t mehr oder weniger die Existenzgrundlage der dort beschäftigten Betroffenen.

Wie soll da auf dieser Basis eine Einigung staffinden?

mögliche Abhilfe:
1.) Umsiedlung der Häuser - geht natürlich nicht
2.) Umsiedlung der Menschen - Teile würden wahrscheinlich gehen, aber der Saarländer ist u.a. heimatverbunden und sein Eigentum gibt man auch nicht gerne auf, bzw. die Wurzeln reichen doch ziemlich tief.
3.) der Bergbau geht unter unbewohntes Gebiet - meiner Meinung nach möglich, aber aus mir unbekannten und nicht nachvollziehbaren Gründen wird das nicht getan.
4.) Umsiedlung der Bergleute - Teile würden wahrscheinlich gehen, aber der Saarländer ist u.a. heimatverbunden und sein Eigentum gibt man auch nicht gerne auf, bzw. die Wurzeln reichen doch ziemlich tief.
5.) Neuschaffung von Arbeitsplätzen in unserer Region, um die wegbrechenden Bergbauarbeitsplätze zu ersetzen - wird nicht getan
6.) z.B. Auszahlung der Bergleute in welcher Form auch immer bei Einstellung des Bergbaus - wird nicht getan

Die Politik will keinem wehtun, Politiker wollen gewählt werden und sprechen denen das Wort, die die meisten Stimmen versprechen.

An für sich müssten a l l e Druck auf die Politik ausüben um eine annehmbare Lösung für a l l e zu finden. Meiner Meinung nach ein Wunschgedanke.

Verfasst: Mo, 11.09.2006 20:11
von ich
optimist hat geschrieben:An für sich müssten a l l e Druck auf die Politik ausüben um eine annehmbare Lösung für a l l e zu finden. Meiner Meinung nach ein Wunschgedanke.
Weil es seitens der Gewerkschaft / Politik / RAG-Funktionäre einige gibt, die von weiterem Abbau profitieren. Das dies weder für das Gros der Beschäftigten noch für die Betroffenen gut ist, ist so korrekt.

Das Beispiel Frankreich zeigt eindrucksvoll, was zu tun ist um beiden Gruppen (Beschäftigten wie Geschädigten) gerecht zu werden.

Der Druck existiert heute schon massiv von beiden Seiten, wird aber gezielt von Profiteuren so kanalisiert, dass man versucht beide Seiten gegeneinander aufzuhetzen und auszuspielen. Welche Möglichkeiten haben wir die Kräfte im Sinne einer französischen Lösung zu bündeln?

Das Schreckgespenst vom arbeitslosen Bergmann

Verfasst: Do, 16.11.2006 4:22
von Hansi
Warum hat ein Bergmann überhaupt Angst um seinen Arbeitsplatz ?
Ich habe noch keinen arbeitslosen Bergmann gesehen.
Es könnte halt sein, daß man den Rentenanspruch mit 50 verliert.
Oder daß man die steuerfreie Bergmanns-Prämie nicht nicht mehr bekommt. Aber mehr kann einem Bergmann doch nicht passieren. Oder ? :roll: