Kohlewirtschaft will Verantwortung abwälzen

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Kohlewirtschaft will Verantwortung abwälzen

Beitragvon Jopp » Mi, 09.03.2005 19:42

@admin: es handelt sich um eine Pressemitteilung - nicht um copyrightgeschützes Material

Pressemitteilung des BEE-EV:

http://www.bee-ev.de/presse.php?pr=444

Unmoralisches Angebot - Kohlewirtschaft will Verantwortung auf die Allgemeinheit abwälzen

"Damit dürfen Werner Müller, e.on und RWE nicht durchkommen", kommentiert Johannes Lackmann, Präsident des Bundesverbandes Erneuerbare Energie (BEE) den Plan der Ruhrkohle-AG (RAG), sich mit einer Fünfmilliarden-Zahlung aller Folgelasten des Bergbaus zu entledigen. RAG-Chef Müller hatte vorgeschlagen, für diese Summe einen Altlastenfonds des Bundes zu gründen. Der Bund solle anschließend für alle Zeit die Folgekosten des Steinkohlebergbaus selber tragen. Lackmann: "Es ist ja schön, wenn auf diese Weise endlich die Diskussion um die wahren Kosten der Steinkohle beginnt. Bisher fehlt aber jede Bilanzierung dieser Kosten von unabhängiger Seite. Diese Kosten müssen erst auf den Tisch, bevor die Energiewirtschaft hier freikaufen kann."

Lackmann: "Die Ruhrkohle-AG weiß sehr genau, dass die Folgekosten des Steinkohlebergbaus mit einem Fünfmilliarden-Fonds nicht zu decken sind. Daher war die Haftungsfrage auch immer der wirtschaftliche Hemmschuh des Unternehmens. Die tatsächlichen Folgekosten erreichen locker mehr ein Vielfaches."
Das Ansinnen Müllers und der RAG-Eigentümer e.on und RWE sei durchsichtig. "Bevor die Schadenskosten überhaupt bekannt sind, wird der Politik ein unmoralisches Angebot gemacht. Mit einer Einmalzahlung wollen sich die Energiekonzerne gegenüber der Politik und den Steuerzahlern aus der Verantwortung stehlen", so Lackmann.

Gleichzeitig sei erkennbar, wie fadenscheinig die Argumente der Energiekonzerne im Konkurrenzkampf mit den Erneuerbaren Energien seien. Lackmann: "Fünf Milliarden Euro sind bei weitem nur der Anfang. Schon heute fließen jährlich neben den bekannten knapp drei Milliarden Subventionen beispielsweise etwa fünf Milliarden Euro Beihilfen in die Bergbaupensionskasse. Zur Kostenwahrheit in der Energiewirtschaft gehören auch die Schäden aus Tagebau und Kraftwerksemissionen. Da gehört schon eine gehörige Portion Dreistigkeit dazu, wenn die Energiekonzerne regelmäßig gerade die erneuerbaren Energieträger wegen vermeintlich hoher Kosten angreifen."
Jopp
 

Kohle und die Verantwortung nach dem Börsengang

Beitragvon Gast » Do, 26.05.2005 19:18

ich verweise mal auf folgenden aktuellen link bei verivox:

http://www.verivox.de/News/ArticleDetails.asp?aid=10032

zitat igbce:

... Seine Hoffnungen setzt der Steinkohlen-Bergbau auf den auch von der CDU geforderten sozialverträglichen Abbau. Vor diesem Hintergrund müsse nun mit der neuen Landesregierung gesprochen werden, hiess es bei der RAG. Der Chef der Gewerkschaft IG Bergbau, Chemie, Energie (IGBCE), Hubertus Schmoldt, wies jedoch auf einen "Widerspuch" zwischen den angekündigten Subventionskürzungen und einem Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen hin....

Der designierte Arbeitsminister im neuen Kabinett von Jürgen Rüttgers, Karl-Josef Laumann, nennt in einem auf seiner Homepage veröffentlichten Bericht Einzelheiten zu den CDU-Plänen. Danach soll die Steinkohleförderung von heute rund 26 Millionen Tonnen auf 13 Millionen Tonnen im Jahr 2010 halbiert werden. "Der Unterschied liegt also in zwei Jahren und drei Millionen Tonnen", hiess es. Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) hatte zuvor als Richtmarke für das Jahr 2012 eine Förderung von noch 16 Millionen Tonnen im Jahr zugesagt.

... Auch die Pläne für den bereits im kommenden Jahr geplanten Börsengang des RAG-Konzerns seien durch die Wahl nicht beeinträchtigt, hiess es bei dem Essener Unternehmen. Im Gegenzug für eine Übernahme der Risikohaftung für den Steinkohlenbergbau soll nach den Plänen der Erlös aus dem Börsengang von mindestens fünf Milliarden Euro in die öffentlichen Kassen fliessen.

Bei den Bergleuten geht dennoch die Angst um. "Viele sehen jetzt die ganze DSK in Gefahr", sagte Werner Lendzian, Betriebsrat bei der von der RAG-Tochter Deutsche Steinkohle AG (DSK) betriebenen Schachtanlage in Duisburg-Walsum. "Wenn Walsum auf kurzem Weg geschlossen wird, sind betriebsbedingte Kündigungen unvermeidbar", sagte er. Eine Stilllegung der Zeche steht nach den derzeitigen Plänen erst Anfang 2009 bevor. ...
Gast
 


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