Nachrichten von SR-Online und Videotext / Presseberichte

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Re: Nachrichten von SR-Online und Videotext / Presseberichte

Beitragvon WSchaefer » So, 04.10.2009 22:44

Aus den SR-Hörfunknachrichten von heute, 04.10.2009 17:00:

"Saarbrücken: Zugeständnisse an die Grünen bei Sondierungsgesprächen

Die Saar-Grünen haben bei den Sondierungsgesprächen für eine neue Landesregierung offenbar weitreichende Zugeständnisse erreicht.
Wie mehrere Teilnehmer dem SR bestätigten, haben sowohl CDU und FDP als auch SPD und Linke den Grünen zwei Ministerien angeboten, darunter das Bildungsministerium und ein Ministerium, in dem neben anderen die Ressorts Umwelt und Energie gebündelt werden sollen. CDU und FDP sollen Grünenforderungen wie die Abschaffung der Studiengebühren, die Einrichtung echter Ganztagsschulen und ein umfassendes Rauchverbot in öffentlichen Räumen und Gaststätten gebilligt haben. In den Rot-Rot-Grünen- Gesprächen sollen die Linken dem Ende des Saar-Bergbaus 2012 zugestimmt haben. Für eine rot-rot-grüne Bildungspolitik wurde das Ziel vereinbart, das gegliederte Schulsystem schrittweise in ein integratives System bis zum 9. Schuljahr umzubauen."

http://www.sr-online.de/nachrichten/29/971280.html
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Re: Nachrichten von SR-Online und Videotext / Presseberichte

Beitragvon KarlHeinz » So, 11.10.2009 17:55

Saar-Grüne wollen Jamaika-Bündnis

Das Saarland steuert auf ein Jamaika-Bündnis zu. Auf ihrem Parteitag votierten die Grünen mit großer Mehrheit für Verhandlungen mit CDU und FDP. Sie folgten der Empfehlung ihres Parteichefs Hubert Ulrich. Damit erteilten die Delegierten einem Bündnis mit SPD und Linken eine Absage.

Quelle: http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,654500,00.html

Nun müssen sich die Koalitionpartner FDP und Grüne an ihren Wahlaussagen messen lassen, dass der Bergbau nach der Wahl sofort beendet wird. Sollte das Versprechen ernst gemeint sein (und nicht nur Stimmenfang gewesen sein), könnte die Sache schon bis Jahresende über die Bühne gehen. Ob die noch vorhandenen Bergleute knapp zwei Jahre früher in ein anderes Bergbaugebiet ziehen, spielt doch keine Rolle mehr und weitere unnötige materielle und seelische Schäden könnten verhindert werden.
Die nächste Zukunft wird uns eine Antwort bringen.

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Re: Nachrichten von SR-Online und Videotext / Presseberichte

Beitragvon Dreamer » So, 11.10.2009 18:41

KarlHeinz hat geschrieben:Nun müssen sich die Koalitionpartner FDP und Grüne an ihren Wahlaussagen messen lassen, dass der Bergbau nach der Wahl sofort beendet wird. Sollte das Versprechen ernst gemeint sein (und nicht nur Stimmenfang gewesen sein), könnte die Sache schon bis Jahresende über die Bühne gehen. Ob die noch vorhandenen Bergleute knapp zwei Jahre früher in ein anderes Bergbaugebiet ziehen, spielt doch keine Rolle mehr und weitere unnötige materielle und seelische Schäden könnten verhindert werden.
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Re: Nachrichten von SR-Online und Videotext / Presseberichte

Beitragvon Leopold » So, 11.10.2009 19:37

Also wirklich, wer glaubt das der Bergbau vorzeitig beendet wird ist genau so auf der Schiene wie jemand der behauptet, das es nach 2012 weiter gehen wird. Halt nur in die andere Richtung..
Die Rag hat die Abbaupläne für die letzten Strebe genehmigt bekommen- das ist Fakt und auch hier nachzulesen.
Das wäre ja vergleichbar als könnten die Grünen mit 5,01% im Bundestag alle KKW und Kohlekraftwerke auf einmal schließen...wir sind König... :mrgreen:
War genau so ein Spruch wie von den Linken das der Bergbau weiter gehen würde.
Naja, die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.
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Re: Nachrichten von SR-Online und Videotext / Presseberichte

Beitragvon PEACE » So, 11.10.2009 20:24

„Jamaika“ im Saarland
Votum der Grünen erzürnt SPD und Linke

Die Grünen im Saarland sind bereit für eine "Jamaika"-Koalition

11. Oktober 2009 Die Saar-Grünen haben mit großer Mehrheit die Weichen für das bundesweit erste „Jamaika“-Bündnis mit CDU und FDP gestellt. Ein Landesparteitag stimmte am Sonntag in Saarlouis mit 117 von 150 Stimmen (78 Prozent) einem Vorschlag von Landeschef Hubert Ulrich für entsprechende Koalitionsverhandlungen zu. Der seit 1999 regierende CDU-Ministerpräsident Peter Müller könnte so im Amt bleiben. Die Grünen hätten mit ihren drei Sitzen im neu gewählten Landtag auch einem Linksbündnis mit SPD und Linkspartei zur Macht verhelfen können.

Ausschlaggebend für die Entscheidung des Grünen-Vorstands war laut Ulrich vor allem, dass mit der Linkspartei keine vertrauensvolle Zusammenarbeit möglich sei. „Ich habe keinerlei Vertrauen zu diesem Mann und zu dieser Partei“, sagte Ulrich mit Blick auf Lafontaine. Dieser hatte am Freitag angekündigt, sich im Falle eines rot-rot- grünen Bündnisses stärker an der Saar engagieren zu wollen. „Ich war fassungslos, als ich über die Presse davon erfuhr“, sagte Ulrich. Lafontaine habe im Wahlkampf versucht, die Grünen „plattzumachen“ und aus dem Landtag herauszuhalten. Mit einem „Neben-Ministerpräsidenten“ könne ein Bündnis an der Saar nicht funktionieren, hatte der Grünen-Politiker erklärt.


Lafontaine und Maas sind sauer

Lafontaine warf am Abend den Grünen vor, sie hätten ihr zentrales Wahlkampfversprechen gebrochen, die Regierung von Ministerpräsident Müller abzulösen und SPD-Landeschef Heiko Maas zum Regierungschef
zu wählen. „Das Saarland wird in den nächsten Jahren von einer Koalition regiert, die durch Wahlbetrug und Wählertäuschung zu Stande gekommen ist“, erklärte Lafontaine, der Chef der Linken-Fraktion im Landtag ist. Ulrich sei von Beginn an fest zu einer Koalition mit CDU und FDP entschlossen gewesen.

Der saarländische SPD-Chef Heiko Maas kritisierte die Entscheidung scharf. Ulrich habe mit den „Wendehälsen der CDU und der FDP einen Pakt gegen die strukturelle Mehrheit der Wähler geschmiedet. Das ist kein guter Tag für unser Land“. Ulrich habe die Sondierungsphase dazu missbraucht, um eine entsprechende Mehrheit zu schmieden. „So verkommt Politik zur Schacherei.“

Bei der CDU ist man erleichtert

Der Generalsekretär der Saar-CDU, Stephan Toscani, zeigte sich erleichtert. „Eine Jamaika-Koalition bietet die Chance, wirtschaftliche Leistungsfähigkeit mit ökologischer Sensibilität und sozialem Ausgleich zu verbinden.“ Zugleich schaffe dieses Projekt, neue Möglichkeiten der politischen Zusammenarbeit. „Das Bündnis kann Modellcharakter für die Parteienlandschaft in Deutschland haben.“ FDP-Generalsekretär Dirk Niebel sagte dem Berliner „Tagesspiegel“ (Montag): „Wenn die Grünen jetzt im Saarland - anders als vergangenes Jahr in Hessen - erkennen, dass die Linke unfähig zur Zusammenarbeit ist, dann gehen sie in die richtige Richtung.“ Das Saarland brauche eine stabile Regierung.

Ulrich sagte, „Jamaika“ gebe den Grünen die Gelegenheit, sich nicht automatisch in ein linkes Lager einordnen zu lassen. Es sei gelungen, wichtige Inhalte durchzusetzen. Die Zusagen seien von Ministerpräsident Müller und FDP-Landeschef Christoph Hartmann auch schriftlich bekräftigt worden. „Die Studiengebühren in diesem Land werden abgeschafft“, sagte Ulrich. Die Bildungsausgaben sollten im neuen Haushalt nach Vorstandsangaben auf bis zu 30 Prozent wachsen. CDU und FDP hätten den Grünen wesentliche Zugeständnisse gemacht.

Bundes-Grüne respektieren Entscheidung

Die Bundesspitze der Grünen betonte „die autonome Entscheidung“ der Saar-Landespartei. Diese Entscheidung werde respektiert, denn „die Ergebnisse der Sondierungen zeigen eine deutliche grüne Handschrift insbesondere bei der Bildungs- und Klimaschutzpolitik“, teilten die Bundesvorsitzenden Claudia Roth und Cem Özdemir am Abend in Berlin mit. „Wir hätten uns auch einen Ministerpräsidenten Heiko Maas sehr gut vorstellen können. Offenbar waren aber neben den programmatischen auch persönliche Gründe wichtig für diese Entscheidung“, erklärten beide und fügten hinzu: „Es handelt sich aber um eine Entscheidung der saarländischen Grünen für das Saarland, die keine Signalwirkung für die Bundesebene hat.“

Ulrich erhielt viel Beifall für seine Rede, aber auch Buh-Rufe. Der Chef des Grünen-Kreisverbands Saarbrücken, Tommy Brück, kritisierte Ulrich und sprach von einer „Verhohnepiepelung der Wählerschaft“. Die Grünen hatten zehn Sondierungsgespräche mit allen möglichen Partnern geführt. Die Runden blieben vertraulich, Ergebnisse präsentierte Ulrich nur der Basis auf drei nicht- öffentlichen Regionalkonferenzen. Alle Seiten waren den Grünen weit entgegengekommen und boten der Partei zwei Ministersessel an.
Die Grünen hatten bei der Landtagswahl am 30. August 5,9 Prozent erreicht und stellen mit drei Abgeordneten die kleinste Fraktion im Parlament. Mit der Wahl eines Ministerpräsidenten wird wegen der anstehenden Herbstferien frühestens Anfang November gerechnet.

Text: FAZ.NET

Gratulation!

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Re: Nachrichten von SR-Online und Videotext / Presseberichte

Beitragvon Leopold » Mo, 12.10.2009 17:59

Die nächste Zukunft wird uns eine Antwort bringen.

Bergbaubetroffene sind zufrieden

Der Landesverband der Bergbaubetroffe-
nen (IGAB) hat die Entscheidung der
Grünen Saar für eine "Jamaika-Koaliti-
on" positiv bewertet. Das sagte IGAB-
Sprecher Lehnert dem SR.

In der Person von Hubert Ulrich sähen
die Bergbaubetroffenen einen Garanten
dafür, dass der Bergbau an der Saar
nicht über das Jahr 2012 hinaus verlän-
gert werde.

Außerdem würden die Grünen in der neuen
Landesregierung dafür sorgen, dass das
ökologische Thema Altbergbau und das
ökonomische Thema Ewigkeitslasten in-
tensiv bearbeitet würden.

Noch Fragen wann der Bergbau ausläuft?
Der Chef hat gesprochen..
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Re: Nachrichten von SR-Online und Videotext / Presseberichte

Beitragvon KarlHeinz » Mo, 12.10.2009 18:33

Dreamer
Wenn Du wirklich glaubst, dass der Bergbau noch bis zum Ende des Jahres beendet wird (bzw. beendet werden kann), dann schreib es in Deinen Wunschzettel für den Weihnachtsmann.


Leopold
Also wirklich, wer glaubt das der Bergbau vorzeitig beendet wird ist genau so auf der Schiene wie jemand der behauptet, das es nach 2012 weiter gehen wird. Halt nur in die andere Richtung..
Die Rag hat die Abbaupläne für die letzten Strebe genehmigt bekommen- das ist Fakt und auch hier nachzulesen.


An sich drei regierungsbildende Parteien wollen mit dem Bergbau nichts mehr zu tun haben, zwei davon für mich mit eindeutiger Wahlaussage. Nicht wenige meiner Bekannten haben nur aus diesem Grund grün gewählt. Sollten die Grünen mit knapp über 5% Wahlergebniss sich da nicht durchsetzen, werden sich in der nächsten Wahl eindeutig nicht mehr diese Hürde überspringen. In einem Zeitalter, wo weit über 100 Milliarden Banken hinterhergeworfen werden, sind die zum Ende des Bergbaus benötigten finanziellen Mitteln fast schon Peanats.
Es wäre ein schöner Weihnachtswunsch, aber ich fürchte auch, das die Parteien - Hauptsache an der Macht - die gemachten Versprechungen vergessen oder relativieren und alles ist wieder anders. Und so bleibt mir wahrscheinlich nur der Traum.

Gruß
KarlHeinz
Rettet die Bergleute - ins Reservat nach Ibbenbühren
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Re: Nachrichten von SR-Online und Videotext / Presseberichte

Beitragvon merlin » Di, 13.10.2009 14:17

Aus der SZ von Heute..............

Gegen früheren Bergbau-Stopp
Gewerkschaft IG BCE: Künftige Landesregierung muss sich an Kohle-Kompromiss halten
Die Gewerkschaft IG BCE verlangt,
dass die künftige saarländische
Landesregierung an
dem Termin für das Ende des
Kohlebergbaus nicht rüttelt.
Ein sozialverträgliches Auslaufen
des Abbaus sei andernfalls
nicht möglich

Von SZ-Redakteur
Lothar Warscheid.

Hannover. Die sich abzeichnende
neue Landesregierung von
CDU, FDP und Grünen soll den
Bergbau an der Saar so auslaufen
lassen, wie es bereits beschlossen
ist. Das fordert Dietmar
Geuskens, Saar-Landesbezirkschef
der Gewerkschaft
Bergbau, Chemie, Energie (IG
BCE). „Ein Ende des Bergbaus
noch vor dem 30. Juni 2012 wäre
fatal“, sagte er gestern am
Rande des IG-BCE-Bundeskongresses
in Hannover. „Die
noch ausstehenden Abbaugenehmigungen
müssen zügig erteilt
werden. Die neue Landesregierung
darf der RAG Deutsche
Steinkohle keine weiteren
Hindernisse in den Weg legen“,
betonte Geuskens. Sonst sei ein
sozialverträglicher Auslaufbergbau
an der Saar in großer
Gefahr. Schon jetzt sei es
schwer genug, da rund 1700
Bergleute in den nächsten Jahren
von der Saar an die Ruhr
und in das Bergwerk Ibbenbüren
bei Osnabrück wechseln
müssten.
Kraftwerke sollen bleiben
Vor allem FDP und Grüne hatten
sich in der Vergangenheit
für einen möglichst raschen
Ausstieg des Landes aus dem
Bergbau ausgesprochen. Derzeit
wird der Abbau der drei
letzten Strebe im Feld Wahlschied-
Ost vorbereitet. Die
RAG beschäftigt im Saarland
noch 3700 Männer und Frauen.
Auch in der Energiepolitik
verlangen Geuskens und der
IG-BCE-Bezirksleiter Rheinland-
Pfalz-Saarland, Ralf Sikorski,
von der künftigen Landesregierung
Verlässlichkeit.
Wenn schon kein neues Kohlekraftwerk
an der Saar gebaut
werden soll, „muss der Bestand
des vorhandenen Kraftwerksparks
auf jeden Fall gesichert
bleiben“, fordern die Gewerkschafter.
Das sei schon deshalb
wichtig, um das Stromnetz stabil
zu halten. Vom künftigen
Kabinett erwartet Geuskens
auch, dass es Schritte einleitet,
um die Versorgung der Saar-
Kraftwerke mit Kohle sicherzustellen.
Die Erneuerung und der
Ausbau der Moselschleusen habe
hier Vorrang . Im Schulterschluss
mit Rheinland-Pfalz
müsse der Druck auf die Bundesregierung
verstärkt werden.
Weitere Sorgenkinder der IG
BCE sind die Automobilzulieferer
und die keramische Industrie.
Im Autobereich bereitet
der Dichtungs-Hersteller Saargummi
aus Wadern-Büschfeld
das größte Kopfzerbrechen.
„Hier muss es gelingen, nicht
nur den Premiumbereich der
Autobauer als Kunden zu haben,
sondern auch bei Massenherstellern
Fuß zu fassen“, sagt
Geuskens. Auch die keramische
Industrie an der Saar sieht er
wegen der Wirtschaftskrise
noch nicht über dem Berg. Er
hofft aber, dass die eingeleiteten
Umstrukturierungen – vor
allem bei der Villeroy & Boch
Fliesen GmbH – dazu führen,
„dass ein überlebensfähiger
Kern bestehen bleibt“. In der
Fliesenproduktion sind zurzeit
noch 670 Arbeitnehmer an der
Saar beschäftigt. An der vereinbarten
Lohn- und Gehaltserhöhung
zum 1. Januar von 2,45
Prozent „wird allerdings nicht
gerüttelt“, betonen Sikorski
und Geuskens.
Im Bezirk Saarbrücken sind
rund 27 000 Frauen und Männer
in der IG BCE organisiert.
Beim Bundeskongress stellt der
Bezirk 14 von rund 300 Delegierten.
Im 26-köpfigen ehrenamtlichen
Vorstand, der heute
neu gewählt wird, werden die
Saarländer wieder von Martin
Becker (Bergwerk Saar) und
Dietmar Langenfeld (Villeroy
& Boch) vertreten.
Lieber Gott… gib mir die Weisheit
einige Menschen zu verstehen,
die Geduld sie zu ertragen,
die Güte ihnen zu verzeihen,
aber bitte gib mir keine Kraft…
denn wenn ich Kraft habe,
haue ich ihnen aufs Maul



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Re: Nachrichten von SR-Online und Videotext / Presseberichte

Beitragvon merlin » Fr, 16.10.2009 7:33

Aus der SZ von Heute.....

Saar-Grünen-Chef
Hubert Ulrich
unter Polizeischutz

Saarbrücken.
Das Landeskriminalamt
hat Personenschutz
für
Grünen-Landeschef
Hubert Ulrich
angeordnet. Anlass
sind Mord und
Bombendrohungen.
Diese
gingen nach dem Votum des Grünen-
Parteitages für Koalitionsverhandlungen
mit CDU und
FDP in der Landesgeschäftsstelle ein.
Lieber Gott… gib mir die Weisheit
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Re: Nachrichten von SR-Online und Videotext / Presseberichte

Beitragvon Hansi » Mi, 04.11.2009 15:34

Der Bergbau verursacht wirklich Schäden, wo er nur kann...


In der Lippe
Chloridgehalt zu hoch
Bergkamen, 02.11.2009, Claudia Behlau
, 0 Kommentare
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Bergkamen. Die Umweltschützer schlagen Alarm: Der Salzgehalt in der Lippe – der so genannte Chloridgehalt – ist nach wie vor zu hoch.

Bei einer Messung am Standort Bergkamen (Stadtgrenze Rünthe/Werne) ermittelten die Fachleute vom VSR-Gewässerschutz einen aktuellen Wert von 280 Milligramm pro Liter. Als unbedenklich gilt laut LAWA (Länderarbeitsgemeinschaft Wasser) jedoch erst ein Wert unter 100 Milligramm. „Ab 200 Milligramm sind erste ökologische Beeinträchtigungen zu erwarten. Insekten, Krebse und Fische werden geschädigt oder verdrängt. Die Selbstreinigung des Flusses verringert sich”, teilte gestern Diplom-Physiker Harald Gülzow vom VSR-Gewässerschutz mit.

Schwacher Trost: Es gibt Bereiche der Lippe, wo sich die Salzkonzentration noch viel drastischer dastellt.

Im August und September wurden vom VSR-Gewässerschutz mehrere Messfahrten durchgeführt, um die aktuelle Entwicklung der Salzbelastung in der Lippe zu untersuchen. So stellten die Gewässerschützer in Bergkamen 280 Milligramm und Haltern 335 Milligramm fest. Die höchste Konzentration lag in Dorsten mit 460 Milligramm pro Liter vor.

Die Ursache für die sehr hohe Salzkonzentration liege in den Einleitungen der Sümpfungswässer der Steinkohlebergwerke, erklärt Gülzow. Um die untertägischen Bergbaugebiete und die noch betriebenen Schachtanlagen zu sichern, müsse der Bergbau das ihm untertage zufließende Grundwasser ständig abpumpen. Dieses Grubenwasser werde der Lippe und ihren Nebenflüssen zugeleitet. Die kohleführenden Schichten lägen an der Lippe in 600 bis 800 m Tiefe. Und bei zunehmender Tiefe steige der Salzgehalt des Grubenwasers.

„Durch diese Einleitungen aus dem Bergbau kommt es in dem Süßwasserfluss Lippe zu einer massiven Verschiebung der natürlichen Gleichgewichte”, so Diplom-Oecotrophologin Susanne Bareiß-Gülzow, Vorsitzende vom VSR-Gewässerschutz.

Doch nicht nur der Bergbau wird vom VSR-Gewässerschutz beobachtet. Auch die Einleitungen der chemischen Industrie – der Verein nennt als Beispiel Bayer – werden im Auge behalten.

Schon 1985 und 1990 führte der VSR-Gewässerschutz Untersuchungen zur Belastung in der Lippe durch. Im Vergleich zu diesen Jahren hätten sich die Werte teilweise halbiert, bilanziert Gülzow. Dies ändere aber nichts daran, dass die aktuellen Konzentrationen noch zu hoch seien.

INFO:

Der Name VSR-Gewässerschutz steht für den Verein zum Schutze des Rheins und seiner Nebenflüsse.

http://www.VSR-Gewaesserschutz.de
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Re: Nachrichten von SR-Online und Videotext / Presseberichte

Beitragvon WSchaefer » Sa, 07.11.2009 21:29

"Sowohl Emscher- als auch Lippesystem weisen derzeit
eine sehr hohe Salzbelastung auf, die durch die
eingeleiteten Sümpfungswässer des Steinkohlebergbaus
verursacht wird. Die vorliegenden Belastungen
beeinträchtigen die aquatischen Biozönosen
in der Lippe. In der Emscher wird es unter der
von der Emschergenossenschaft in ihrem Grubenwasserkonzept
geplanten Salzbelastung auch nach
der Abwassersanierung nicht zur Ausbildung der für
einen Flachlandfluss typischen Biozönose kommen.
Es besteht dringender Handlungsbedarf, Zielvorgaben
für die zukünftige, auch ökologischen Anforderungen
entsprechende Entwicklung der Salzbelastung
beider Fließgewässersysteme zu erarbeiten."

http://www.lanuv.nrw.de/veroeffentlichu ... 23s334.pdf
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Re: Nachrichten von SR-Online und Videotext / Presseberichte

Beitragvon merlin » Mo, 09.11.2009 8:58

Aus der SZ von heute....

Zwei Jahre
als Krisenmanager[
/b]
[b]Turbulente Amtszeit des Wirtschaftsministers Joachim Rippel

Er habe den Ministerpräsidenten
aus persönlichen Gründen
gebeten, einer neuen Landesregierung
nicht anzugehören,
sagt der scheidende Wirtschaftsminister
Joachim Rippel.
Seine Amtszeit war geprägt
von der Bergbau- und
Weltwirtschaftskrise.

Von SZ-Redakteur
Thomas Sponticcia

Saarbrücken.
„Gebt mir ein
paar Sekunden. Nur ein paar
Sekunden!“ Er bekommt sie.
Die Trillerpfeifen werden leiser,
die Buh-Rufer ruhiger.
„Ich hatte das Gefühl: es muss
sein, um den Menschen zu sagen,
dass ich ihr Entsetzen verstehe“,
sagt der scheidende
Wirtschaftsminister Joachim
Rippel (59, CDU) im Rückblick.
Der 23. Februar 2008
wird zur größten Herausforderung
seiner Amtszeit. Rippel
steht vor 7000 Demonstranten,
die nur eines
wollen: Schluss mit dem Bergbau.
Sofort. Für immer.
Noch im Dezember 2007
hatte Rippel Auflagen für die
RAG Deutsche Steinkohle verhängt,
den Parallel-Vortrieb in
der Primsmulde einzustellen.
„Es hatte lange den Anschein,
wir hätten es im Griff.“ Bis
zum 23. Februar um 16.31 Uhr,
dem heftigen Grubenbeben
von Saarwellingen, bei dem
Gefahr für Leib und Leben bestand.
„Ich werde den Moment
nie mehr vergessen, als ich zu
den Menschen sprach. Noch
nie wurde mir so bewusst, wie
sehr man als Politiker Verantwortung
trägt. Ich habe mich
immer wieder gefragt: Was wäre
passiert, wenn jemand zu
Schaden gekommen wäre?“

Monate des Krisenmanagements
folgen. 16- bis 18-Stunden-
Arbeitstage für Rippel. Mit
der Vereinbarung eines sozialverträglichen
Auslaufbergbaus
zwischen dem Unternehmen
RAG und der Landesregierung
sieht Rippel erste Erfolge auf
einem langen Weg zu einem
neuen Saarland ohne Bergbau.
Begleitet von einem beispiellosen
Akt der landesweiten Solidarität.
Viele Betriebe bieten
den Bergleuten Arbeitsplätze
an. Solche Zeichen sind auch
für Rippel Ansporn. „Ich bin
stolz auf Erfolge, die man gemeinsam
erzielt.“
Unterschätztes Saarland
Was auch er selbst nicht gedacht
hätte: Rippel muss sich
gleich wiederholt als Krisenminister
profilieren. Der Bergbaukrise
folgt die weltweite
Wirtschaftskrise mit schwerwiegenden
Auswirkungen
auch auf das Saarland. „Ich
hatte während meiner gesamten
Amtszeit eigentlich nie die
Situation des Normalfalls“,
sagt Rippel heute. Der frühere,
langjährige Oberbürgermeister
Homburgs war im September
2007 im Zuge einer Kabinettsumbildung
ins Amt gekommen.
Ministerpräsident
Peter Müller hatte ihn als
Nachfolger für Hanspeter Georgi
geholt.
Rippels Herangehensweise
war immer gleich: Menschen
an einen Tisch bringen, vermitteln,
gemeinsam nach Lösungen
suchen. Ob in der Wirtschaft,
über politische Parteigrenzen
hinweg oder auch im
Dialog mit den Gewerkschaften.
Wie man sich Vertrauen
erwerben kann? „Ganz intensiv
zuhören, das Anliegen ernst
nehmen. Nicht zuzuhören, diesen
Fehler machen viele.“ Ob
bei Bosch oder Schaeffler, Ford
oder Saar-Gummi: Rippel begleitete
viele durch die Krise.
Auch die stärkere Vernetzung
von Wirtschaft und Wissenschaft
war und bleibt Rippel
ein Anliegen. Er hofft, dass
es künftig noch besser gelingt,
die Perlen des Standortes
Saarland, beispielsweise die
Forschungslandschaft vom
Deutschen Forschungszentrum
für Künstliche Intelligenz
(DFKI) bis hin zu den
Max-Planck-Instituten, überregional
bekannter zu machen.
„Ich hoffe, dass die neue Landesregierung
und alle politischen
Kräfte es schaffen, das
immer noch unterschätze
Saarland stärker in das Bewusstsein
derer zu rücken, die
ihre Zukunft irgendwo suchen,
die mobil sind. Diese Menschen
könnten im Saarland eine
neue Heimat finden.“
Rippel selbst hätte auch in
der neuen Landesregierung eine
wesentliche Rolle übernehmen
können. Der Ministerpräsident
habe entsprechende
Angebote gemacht. „Der Eindruck,
den manche haben, dass
mich Peter Müller der Koalition
geopfert hat, ist falsch“, sagt
Rippel. Er selbst habe darum
gebeten, der neuen Regierung
aus persönlichen Gründen
nicht anzugehören.
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die Güte ihnen zu verzeihen,
aber bitte gib mir keine Kraft…
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Re: Nachrichten von SR-Online und Videotext / Presseberichte

Beitragvon Britta » Mi, 11.11.2009 5:58

Essen/Saarbrücken: Regierung hält an Kohleabbaustopp fest

Die neue saarländische Landesregierung hält am geplanten Ende des Steinkohleabbaus im Jahr 2012 fest. Das wurde auf dem deutschen Steinkohletag in Essen bestätigt.

Zudem will sie sich auf Bundesebene für ein früheres Ende der anderen deutschen Gruben einsetzen. Dafür wird ein Gutachten zum Kohleabbau in Deutschland erstellt.

Bisher sollen die letzten Bergwerke 2018 geschlossen werden. Die Gewerkschaft IG BCE fordert dagegen von der neuen Bundesregierung, die Kohleförderung zu verlängern.
Endlich, der endgültige Abbaustopp steht fest!!!
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Re: Nachrichten von SR-Online und Videotext / Presseberichte

Beitragvon baldapgler » Mi, 11.11.2009 10:02

Noch einen vom SR!
Der bisherige Wirtschaftsstaatssekretär Ege wird in Zukunft nicht mehr im Landesdienst arbeiten. Dies hat der 39-Jährige dem Saarländischen Rundfunk mitgeteilt.

Ege sagte, er gehe zunächst in den vorläufigen Ruhestand. Möglicherweise werde er in die freie Wirtschaft wechseln. Ege war seit dem Jahr 2004 Staatssekretär.

Er wird morgen seine Entlassungspapiere erhalten. Neue Wirtschafts-Staatssekretäre werden Peter Hauptmann und Joachim Kiefaber. Beide sind Parteimitglieder der FDP.

Sehe ich das richtig der geht noch 10 Jahre früher in Vorruhe Stand als ich?????
Man hat der´s gut!
Vielleicht könnten wir uns ja mal Gemeinsam und Miteinander über diese Sa...rei ärgen!
Das müssen wir doch alles zahlen!!
Lg
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Re: Nachrichten von SR-Online und Videotext / Presseberichte

Beitragvon Joerg » Mi, 11.11.2009 12:17

Hi baldapger,

nicht nur das!

Er bekommt sogar auch noch eine saftige Pension dafür, dass er sich ein paar Buchstaben platt gesessen hat.
Also so wie "Geld für nix Arbeit"!!!

Tja, Beamte sind halt eine ganz andere Spezie, so ähnlich wie ET.....


ABER: die Historie belegt einwandfrei, dass die damaligen Saarbergwerke eigentlich auch ein Staatsbetrieb waren.
Man nennt sowas "sog. Privatunternehmen in öffentlicher Hand", siehe auch Saartoto, wo "verdiente" Politiker geparkt werden, damit sie keinen weiteren Schaden mehr anrichten können.... :mrgreen:
Bergbauerdbeben-Gegner und Schachtdeckel-Fan
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