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Sagen Sie Ihre Meinung zu den Erdbeben und dem Kohleabbau

Moderatoren: merlin, ForenAdmin

Beitragvon Gast » Sa, 25.06.2005 18:03

@all,

Danke zuerst mal an meinen Vorredner der mich als "GAST" und nicht als Gegner ansieht, obwohl ich bei der DSK beschäftigt bin.

Ich bin nicht gegen Euch. Aber Ihr müßt auch mich verstehen. Ich habe auch eine Familie und ein Haus. Ich mache mir bestimmt auch Kopfweh um meine Zukunft. Auch mache ich mir Sorgen um Eure Häuser und Familien die aus dem Schlaf gerissen werden. Denn davon hängt meine Zukunft ab.
Ich habe noch nie solch ein Bergbau Beben erlebt, deshalb kann ich mir auch nicht vorstellen wie schlimm so etwas ist. Aber man sollte eine friedliche Lösung für beide Parteien suchen und finden.

Im Moment ist das zwar sehr schwierig,aber ich hoffe doch das wir gemeinsam eine Lösung finden werden. Aber auf einer friedlichen Basis.



mfg Manni
Gast
 

Beitragvon Gast » Sa, 25.06.2005 18:49

Die Auswirkungen der Beben zu beschreiben ist nicht einfach. Weinende Kinder, verängstigte und in Panik geratene ältere bzw. labile Menschen sind nur die Spitze des Eisberges. Hast Du den Artikel "Bürger gehen auf die Barrikaden" heute in der SZ gelesen? Der Artikel beschreibt recht neutral das Geschehen. Bezeichnenderweise reagieren die Menschen in Hülzweiler ähnlich wie hier in Lebach / Saarwellingen / Nalbach - auch ohne dass es vor Ort eine IGAB gibt, welche nach Darstellung eures Pressesprechers angeblich für eine Emotionalisierung sorgen sollen.

Fakt ist, dass es so nicht weitergeht und im Moment wohl alle Angst haben, dass die Situation beim nächsten Beben eskaliert. Die Menschen werden von Deinem Arbeitgeber - wie auch von Politik, Kirche und all den anderen die sich berufen fühlen mitzudiskutieren - schon bei der Regulierung der durch die Beben an der Altersvorsorge entstandenen Schäden im Stich gelassen. Ab einer gewissen Entfernung macht sich die DSK wohl nicht mehr die Mühe bei entstandenen Schäden auch nur einen Sachbearbeiter rauszuschicken. Hierzu scheinen definitiv Aschbach, Primsweiler, Schmelz und Nalbach zu zählen.

Aber was noch viel wichtiger ist, sind die psychischen und physischen Auswirkung auf die Gesundheit. Herzkranke Menschen, wie heute in der SZ erwähnt, Kinder, ... sind wohl bekannt. Das Problem wird aber von den Verantwortlichen verharmlost, ignoriert. Wir haben alle hier Familie und eine Zukunft, die es mit allen legalen Mitteln zu schützen gilt.

So bin ich der festen Überzeugung, dass es zu einem wie auch immer gearteten Knall kommen wird, wenn das ganze weitergeht. Die Menschen sind mit den Nerven am Ende und der einzige "sozial verträgliche" Weg scheint aus meiner Sicht ein ähnlicher zu sein, wie ihn Frankreich praktiziert hat. Ältere Arbeitnehmer in den Vorruhestand, jüngere in Beschäftigungsgesellschaften zwischenparken, umschulen und massiv die Subventionen für die Ansiedlung anderer Branchen nutzen. Ich bin sicher, dass die saarländische Bevölkerung einen solchen Schritt - der für viele mit Sicherheit auch nicht leicht sein wird - nach den Ereignissen rund um die Folgen des Steinkohleabbaus und auch den Schäden an Renomee für den Investitionsstandort Saarland begleiten und unterstützen wird.

Jürgen wird wieder argumentieren, dass dies nicht möglich sei - das Beispiel Frankreich zeigt aber was möglich ist, wenn nur der Wille von Unternehmen und Politik da ist - was zur Zeit nicht der Fall zu sein scheint. Dann müssen die vorgenannten Gruppen aber auch die Verantwortung mit allen Konsequenzen übernehmen, wenn etwas passiert. Man braucht nicht viel Fantasie, um die Konsequenzen zu überblicken, wenn der erste Schornstein auf dem Kopf eines Menschen landet...
Gast
 

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