Strukturwandel im Saarland, wohin?

Sagen Sie Ihre Meinung zu den Erdbeben und dem Kohleabbau

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Re: Strukturwandel im Saarland, wohin?

Beitragvon Tina » Mo, 07.01.2008 7:41

http://www.netzeitung.de/spezial/global ... 81721.html

Ist ganz interessant - Schweden ist schneller als Deutschland!
Liegts daran, dass unsere deutschen Politiker alles erstmal aussitzen und warten was andere machen? :oops:
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Re: Strukturwandel im Saarland, wohin?

Beitragvon naturfreund » Mo, 07.01.2008 18:08

Die Aussage, dass in der Stahlindustrie große Summen investiert und mehrere tausend Arbeitsplätze geschaffen werden sollen, habe ich auch bereits von unterschiedlichen Stellen vernommen.

Das ist eine einmalige Chance für die Bergleute zum Ausstieg aus dem Kohleabbau. Man kann davon ausgehen, dass am Arbeitsmarkt nicht so viele freie Facharbeitskräfte vorhanden sind um diese Jobs alle zu besetzen. Die Bergleute sollten diese Chance ergreifen bevor zahlreiche Einwanderer aus dem europäischen Ausland sich die Jobs unter den Nagel reißen. Es könnte natürlich sein, dass die Bergleute die ein oder andere Einschränkung in Kauf nehmen müssen, dafür erhalten sie aber einen zukunftssicheren Arbeitsplatz in einer Branche die auch ihren Kindern noch einen Arbeitsplatz bieten kann.
Besonders sollten die Bergleute auch darauf achten, dass ihre Vertreter der IGBCE in Hinsicht auf diese Umschichtung von Arbeitsplätze wirklich ihre Interessen vertreten. Es soll nämlich schon vorgekommen sein, dass sogenannte Vertreter aus Existenzangst ganz andere Ziele verfolgen als es für die "Vertretenen" gut gewesen wäre.

Die Zulieferindustrie kann sich auch als Zulieferer der Bergbauindustrie "weltweit" betätigen. Wenn der technologische Vorteil dieser Betriebe wirklich so groß ist, wie es immer propagiert wird, dann dürfte dass kein Problem sein.

Auch EVONIK konnte seinen Teil zum sozialen Abbau der Bergwerksarbeitsplätze beitragen. Es gibt so viele andere Sparten im Konzern, dass es sicher möglich ist einen Teil der Mitarbeiter auch in anderen Werken unterzubringen, abgesehen von Arbeitsplatzverlagerungen in andere Bergwerke die weniger Schaden anrichten wie es auch schon weiter oben erwähnt wurde. Ein Konzern der so sozial ist wie EVONIK/DSK wird dies sicher gerne tun.
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Re: Strukturwandel im Saarland, wohin?

Beitragvon volksverdummter » Mo, 07.01.2008 22:27

Steffi hat geschrieben:
Aber leider gibt es Menschen die auch gegen diese Art der Energie sind!
Sie wollen keine Windräder, keine Solarzellen, Jüngster Fall in der Nähe von Kleinblittersdorf,
da sind die Leute gegen die Solarzellen!
Was EON macht da bin ich dagegen, dieses Gezeitenkraftwerk, da sind die Fische, Wale und Delfine gefährdet! Wale stranden ja jetzt schon überall wo sie nicht sollen!


Hi Steffi,
früher habe ich oft mit meinem Vater gestritten wegen der Windräder.

Er brachte das Argument, dass Kraftwerke in gleicher Anzahl vorgehalten werden müssen für windstille Tage.

Ich sagte dann, wenn man heute in den Weltraum fliegen kann, sollte es kein Problem sein, dezentrale kleine Kraftwerke mit hohem Wirkungsgrad in kürzester Zeit "runter zu fahren". In dieser Zeit gibt es nämlich keine Emissionen.....weil dann nur der Wind es macht.

Ich habe mir so nach und nach Infos zu Windkraftwerken zusammengestohlen, weiß bis heute noch nicht alles.

Vielleicht bist Du ja schon weiter und kannst mir sagen, wie lange die energetische Armortisationszeit für so ein Teil ist!
Man muss bedenken, wie viele Tonnen Stahl, Beton, Elektronik, Transportenergie......... in so ein Teil rein gebuttert werden, auch die Wartungsenergie muss man mit ins Spiel bringen.

So aus dem Bauch raus, denke ich, dass die Zeit wesentlich länger ist, als bei Photovoltaik, von der ich sicher weiß, das die Armortisationszeiten bei 2-4 Jahren liegen.

Ich habe auch schon gehört, dass Windkraft ein lukratives Subventionsgeschäft ist, es da eine Lobby, ähnlich wie bei der Kohle gebe.

Und was sagst Du, wenn Du im Bereich des Schattenschlags, der Dich kirre im Kopf macht, wohnst, oder Du hörst in einer warmen Sommernacht bei offenem Fenster (Du wohnst vielleicht in einer sonst sehr stillen Region, bist keine LKW nachts gewöhnt) ständig sch..sch...sch...sch

Wenn Du alle diese Fragezeichen beantwortet hast und sagen kannst, es gibt keine bessere Alternative, dann kannst Du mich von Windkraft überzeugen!

Übrigens, wer sagt, dass die Gezeitenkraftwerke keine technischen Lösungen bieten, die einen Nachteil für die Meerestiere ausmerzen! Ich kenne mich da nicht aus, hinterfrage aber zunächst mal, bevor ich so was mies mache.

Vielleicht bist Du ja auch hier schon schlauer!?

Ich meine das ernst, schick mir mal 'ne PN oder auch öffentlich, ich bin froh für jede neue Info!
Zuletzt geändert von volksverdummter am Mo, 07.01.2008 22:55, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Strukturwandel im Saarland, wohin?

Beitragvon volksverdummter » Mo, 07.01.2008 22:47

optimist hat geschrieben:
Wie gesagt, wir können auf die Strasse rennen, uns gegenseitig verjohlen und beschimpfen und herrliche, wahrscheinlich irgendwann nicht mehr rückgängig machbare Feindbilder aufbauen. Volk gegen Volk - Meinung gegen Meinung. Dann als Krönung Hass gegen Hass.
Und wie man auch immer zum Bergbau steht: Lösen können das nur die Politiker.
(Und hier wieder meine Meinung:) Und sie machen es nicht. Lieber Stimmenfang und Versprechungen bis zum gewonnenen Wahlkampf. Und dann keinem wehtun.
Und ja nix anpacken, was die Wahlen versauen könnte.

P!S! und was mich traurig macht, alle Bergwerke, die keine Erschütterungen machten, sind geschlossen worden, aber nicht von dem (ich sag mal) Volk

Hallo Optimist!
Ich habe diesen Songtext von Bap in diesem Forum schon einmal zitiert, diesmal habe ich nur die "Nichtköllsche Version", zum einfacheren verstehen. Ich denke, das trifft ungefähr Deine Meinung zu unseren Herren Volksvertretern, oder?


http://www.bap.de/musik_songtexte_popup.php?id=94

Widerlich

1)
Wer nur Haß sät, der weiß, daß Gewalt daraus entsteht.
Wer auf Neid setzt, der weiß, wie der Pöbel mit Fremden umgeht
Hier könnte man auch einsetzen:
Wie Bergbaubtroffene mit Bergleuten umgehen
oder
Wie Bergleute mit Bergbaubtroffenen umgehen
Ob die wohl nur darauf warten?
in einem Ellenbogenland, wo man Sündenböcke schon einmal verbrannt.
He, spart euch die Kränze, ihr könnt mich nicht blenden.
Die Betroffenheitsphrasen sind zynisch, so falsch wie Krokodilstränen.


Refr:
Ihr seid widerlich, nicht mehr zu ertragen.
Ihr seid penetrant, wahre Asoziale. Ihr seid ignorant.
Was kann man von euch schon erwarten?
Karrieregeil seid ihr Versager, sonst nichts.
Ihr seid widerlich!

2)
Während ihr ohne Skrupel Grundrechte verkrüppelt, zersägt
und in Talkshows auf "dufte" macht, damit das gar nicht auffällt,
freut ihr euch weg, wenn unsereins schön brav den Pausenclown macht,
daß die Welt nur nicht denkt, es könnte noch mal passieren.
Tut mir leid, keinen Schlag mehr, solange Schleimer wie ihr
das Land hier regieren.


Wie könnt ihr euch selbst im Spiegel ertragen?
Wenn ihr in Unschuld die Hände wäscht, in Kameras strahlt
- liegt euch dann nichts im Magen?
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Re: Strukturwandel im Saarland, wohin?

Beitragvon Hansibeben » Di, 08.01.2008 11:35

Hallo Optimist,
habe mir Deine Anmerkungen und Argumente gelesen. Kann auch viele verstehen. Aber man sollte nicht vergessen dass die Argumente der Menschen gegen den Raubbau der Kohle nicht erst einige Tage alt sind. Die Igab Nalbach besteht schon seit 1993 und kämpft gegen den unsinnigen Abbau. Was macht die Politik? Nichts wie Hinhaltetaktik. Sowohl für die im Bergbau Beschäftigten wie auch für die vom Bergbau betroffenen. Alle werden belogen! Die beiden Lager werden gegeneinander ausgespielt. Nun hat man endlich im Jahre 2007, durch das Kohlefinanzierungsgesetz, für Klarheit gesorgt. Oder doch nicht? Es gibt ja noch die Klausel mit dem Jahr 2012.
Wenn man die Auswirkungen des Bergbaus sieht, egal ob an der Saar oder dem Ruhrpott, kann man nur feststellen:Menschenverachtend

# Warum wird der Bergbau, wenn schon erforderlich, nicht so getätigt dass die Schäden so gering wie Möglich gehalten werden?

# Warum wird kein Blasversatz durchgeführt?

# Warum können die Subventionen die von der gesamten Bevölkerung aufgebracht werden, nicht direkt in neue Arbeitsplätze umgeleitet werden. Muss zuerst etwas zerstört werden?

# Pro Mitarbeiter ca. 70000 Euro Subventionen im Jahr. Was kommt bei den Mitarbeitern an?

# Warum wird über Jahre auf Teufel komm raus weiter ausgebildet und die Hoffnung auf einen Arbeitsplatz geweckt?

# Warum fordern die dort Beschäftigten nicht eine andere Abbautechnik und sagen dem Raubbau ade? Oder haben die nichts zu sagen? Oder plappern sie der Gewerkschaft, die es ja so gut mit ihnen meint, nach. Sie tragen den Kampf nicht für sich selbst, sondern für die Gewerkschaftsfunktionäre aus. Diese haben dann die Ehre mit der Geschäftsleitung an einem Tisch zu sitzen. Unter dem Motto: Wessen Brot ich esse, und wessen Wein ich trinke.......

# Warum wird bei Schadensmeldungen an die DSK immer wieder diskutiert? Selbst bei den Objekten die in 2007 von Ingenieuren bautechnisch erfasst wurden? Kann der Schaden nicht ohne grosse Diskussion geregelt werden?

# Warum werden wir alle belogen und für dumm verkauft? Auch in sogenannten Beratungsstunden

# Warum zeigen sich die Beschäftigten der DSK nicht solidarisch? Auch einige von ihnen wohnen in Bergbaugebieten oder haben dort Freunde und Verwandte. Ihnen können die Ängste und Sorgen dieser Menschen doch nicht egal sein.

Niemand von den Arbeitnehmern soll glauben dass ER oder SIE benötigt werden. Wenn keine Euros mehr fliessen, und zwar in die Taschen des Kapitals (Macht,Regierung), sind alle weg vom Fenster.
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Re: Strukturwandel im Saarland, wohin?

Beitragvon Joerg » Di, 08.01.2008 19:27

Hallo zusammen,

im Dezember hat sich der Spezi der DSK bei uns die Schäden angeschaut und meinte, dass er wohl davon ausgeht, dass die Bausubstanz vom über 100 Jahre Haus nicht mehr gut sei und der Schaden wohl "Altschäden" seien....
Es ist mir sch....egal, was er damit sagen wollte.
Fakt ist, dass das Haus ohne Beben nicht in diesem jetzigen Zustand wäre, wenn die Maulwürfe nicht am buddeln wären!
Das habe ich ihm auch so gesagt und bereits im Dez. juristische Schritte angedroht, falls er eine Regulierung ablehne.
DIe DSK hat nunmehr abermals angerufen und gemeint, ein Fachmann in Gestalt eines Malers müsste sich das Haus wieder mal ansehen.
Ohne nun die Maler zu denunzieren: EIn Maler kann definitiv nicht beurteilen, ob es sich bei den Schäden um ERDBEBENBEDINGTE Schäden handelt oder nicht.
Bin mal gespannt, was kommt.
Wer Zeit und Lust hat, kann sich bei mir melden und evtl. beim Begutachtungsbesuch zugegen sein.
Ich denke, das wird mal wieder haarig.....

Die Hotline der DSK ist auch nur ein schlechtet Witz:
Die MA am Telefonknochen meinte letzten Donnerstag beim Melden schon Schäden nur lapidar: haben Sie schon mal Schäden gemeldet??
Meine Antwort dazu war: ohne Euren Abbauterror müsste ich diese Art von Telefonaten nicht führen, ich mache dies nicht zum Spass.


Wo ist hier noch meine Privatsphäre???
Wo ist sie geblieben?
Dies hier ist alles ein Verstoss gegen das Grundgesetz, Art. 1-3

Diese DSK ist ..... (ich darf nicht beschuldigen..., sonst....)
Bergbauerdbeben-Gegner und Schachtdeckel-Fan
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Re: Strukturwandel im Saarland, wohin?

Beitragvon optimist » Sa, 26.01.2008 22:48

Hallo,
ich versuche mal, ein paar Antworten zu geben. Ich betone, das dies alles meine persönliche Meinung ist, ich nicht unfehlbar bin und ich mich auch irren kann.

ich hat geschrieben:
Wir brauchen jetzt eine Lösung für den Bergbau und diejenigen, welche dort arbeiten. Für mein Dafürhalten geht dies nur über eine Beschäftigungs- und Auffanggesellschaft für die Älteren. Die Jüngeren müssen über die verbleibenden Bergwerke aufgefangen werden. Es ist zumutbar, dass man über einen überschaubaren Zeitraum, bis etwas anderes gefunden ist, auch mal ins Ruhrgebiet arbeiten geht. Der Terror darf keine Minute weitergehen.


Es hört sich zwar gut an, das man ins Ruhrgebiet arbeiten gehen könnte - das würden wahrscheinlich auch (wenn es auch eine schwere Entscheidung wäre) viele tun; aber an der Ruhr haben sie doch dieselben Probleme ihre Leute abzubauen und werden sich dann nicht noch unsere Leute dahingehend "mitaufhalsen" (allein Nokia schon hat die Arbeitsmarktpolitik in NRW verschärft). In dieser Richtung ist leider nichts zu erwarten.


hansibeben hat geschrieben:
# Warum wird der Bergbau, wenn schon erforderlich, nicht so getätigt dass die Schäden so gering wie Möglich gehalten werden?

Eigentlich unbefriedigend zu beantworten: das Unternehmen versucht ja aus seiner Sicht, das technisch Mögliche zu machen (auch aus dem Grund, möglichst ohne negative Darstellung in der Öffentlichkeit fördern zu können), was natürlich auf der Seite der Bergbaubetroffenen so nicht wahrgenommen werden kann, da diese Erschütterungen schon deutlich und nicht schönzureden sind.

# Warum wird kein Blasversatz durchgeführt?

Blasversatz ist extrem aufwändig, sehr gefährlich (Arbeitsschutz/Gesundheit) in der Handhabung, extrem teuer und bringt im Vergleich Aufwand/Wirkung viel zu wenig. Gerade bei der zurzeit angewandten Abbaumethode ist er praktisch nicht durchführbar, die ehemaligen Blasversatzstrebe in Luisenthal waren anders aufgestellt. Er verhindert auch nicht sehr effektiv die Auswirkungen auf die Oberfläche.

# Warum können die Subventionen die von der gesamten Bevölkerung aufgebracht werden, nicht direkt in neue Arbeitsplätze umgeleitet werden. Muss zuerst etwas zerstört werden?

Ich bin da wie schon in anderen Beiträgen anderer Meinung. Arbeitsplätze können jederzeit auch ohne die Umwandlung der Subventionen geschaffen werden. Diese Subventionen stehen in keinster Weise einer Arbeitsplatzinitative hemmend im Wege.


# Warum wird über Jahre auf Teufel komm raus weiter ausgebildet und die Hoffnung auf einen Arbeitsplatz geweckt?

Ausbildung im Bergbau muss man unbedingt trennen von der Beschäftigung im Bergbau. Der Bergbau hat noch immer eine sehr starke soziale Komponente und bildet auch solche junge Menschen aus, die garantiert nie einen Ausbildungsplatz in Unternehmen gefunden hätten, die die Bewerber nach Noten einstellt. Ausbildung ist der erste Schritt ins spätere Berufsleben (wo auch immer), und einen Ausbildungsplatz zu bekommen ist momentan noch nicht ganz so einfach. (Übrigens, fast 1000 Bewerber haben sich letztes Jahr um einen Ausbildungsplatz bei der DSK beworben - es werden vorwiegend handwerkliche Berufe ausgebildet, absolut keine Bergleute). Haben die Auszubildende ihre Prüfung bestanden, heißt das ja nicht automatisch, das die nun danach alle im Bergwerk arbeiten wollen - nach ihrem Abschluss können sie sich überall hin bewerben und sie tun es auch. Gerade hier ist das Geld doch sehr gut angelegt.

# Warum fordern die dort Beschäftigten nicht eine andere Abbautechnik und sagen dem Raubbau ade? Oder haben die nichts zu sagen?

genau - es gibt kein Mitspracherecht

# Warum wird bei Schadensmeldungen an die DSK immer wieder diskutiert? Selbst bei den Objekten die in 2007 von Ingenieuren bautechnisch erfasst wurden? Kann der Schaden nicht ohne große Diskussion geregelt werden?

Ich kann hier auch nur sagen, dass auch die im Bergbau beschäftigten Schadensmelder (die Erschütterungen suchen ja nicht nur die nicht im Bergbau Beschäftigten heim) auf die gleiche nicht befriedigende Art behandelt werden, in diesem Punkt gibt es keine Unterschiede.

# Warum zeigen sich die Beschäftigten der DSK nicht solidarisch? Auch einige von ihnen wohnen in Bergbaugebieten oder haben dort Freunde und Verwandte. Ihnen können die Ängste und Sorgen dieser Menschen doch nicht egal sein.

Nicht einige, sonder viele wohnen in Bergbaugebieten oder haben dort (noch) Freunde und Verwandte. Und glaub mir eins, ich bin der letzte, dem die Sorgen und Nöte egal wären. Aber was verstehst Du unter Solidarität?


Noch eine kleine Anmerkung zum Schluss - man spricht von ca. 3000 Arbeitsplätzen, die eventuell in den nächsten Jahren entstehen sollen, bei einer Arbeitslosenzahl von glaub ich ca. 25000 sind das noch 22000 zu wenig. Dann: Facharbeiter ist nicht gleich Facharbeiter, wie viel von den angepriesenen Facharbeiter im Bergbau passen auf die geforderte Qualifikation der neu zu schaffenden Stellen? Ich behaupte noch nicht mal 1%. Dann suchen die leider noch eine Altersgruppe, die der Bergbau nicht mehr bieten kann.


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Re: Strukturwandel im Saarland, wohin?

Beitragvon optimist » Sa, 26.01.2008 22:50

Hallo Forum,

Bei der Diskussion um den Strukturwandel hat sich keiner in Bezug auf Tourismus gemeldet. Haben wir im Saarland da keine Kapazitäten frei? Gerade in der ersten Zeit waren mal Bilder von der Prims im Forum (auch mit Schmetterlingen glaub ich) ausgestellt, gibt es in Nalbach und Umgebung oder im restlichen Saarland keine Möglichkeiten/Bedarf?

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Re: Strukturwandel im Saarland, wohin?

Beitragvon ich » So, 27.01.2008 9:19

optimist hat geschrieben:Es hört sich zwar gut an, das man ins Ruhrgebiet arbeiten gehen könnte - das würden wahrscheinlich auch (wenn es auch eine schwere Entscheidung wäre) viele tun; aber an der Ruhr haben sie doch dieselben Probleme ihre Leute abzubauen und werden sich dann nicht noch unsere Leute dahingehend "mitaufhalsen" (allein Nokia schon hat die Arbeitsmarktpolitik in NRW verschärft). In dieser Richtung ist leider nichts zu erwarten.

Ein Grund mehr schnell hier dicht zu machen. Wir haben die Probleme von Nokia nicht und derzeit werden die jüngeren Bergbaubeschäftigten hier wohl leichter zu vermitteln sein, als in NRW. Du hast das Grundproblem aber schon wieder unter den Tisch fallen lassen. Es werden bis 2012 vier Bergwerke dichtgemacht und die jüngeren Beschäftigten werden durch die restlichen Bergwerke aufgefangen. D.h. wenn das Bergwerk Saar nicht schließt, stehen wir demnächst mit unserer Gesundheit und Altersvorsorge - mit unseren Arbeitsplätzen bei Ford, Dillinger Hütte und vielen anderen nichtsubventionierten Unternehmen, welche durch die Beben betroffen sind, für Bergleute von der Ruhr gerade. Nein danke!

optimist hat geschrieben:Ich bin da wie schon in anderen Beiträgen anderer Meinung. Arbeitsplätze können jederzeit auch ohne die Umwandlung der Subventionen geschaffen werden. Diese Subventionen stehen in keinster Weise einer Arbeitsplatzinitative hemmend im Wege.

Die Landesregierung und der Bund haben jahrelang geschlafen. Es wird sehr schwer werden schnell schluß zu machen, ohne dass mit Hilfe einer Umwidmung der Subventionen für einen begrenzten Zeitraum Anreize geschaffen werden. Warum wehrst du dich gegen die zukunftsorientierte Verwendung der Subventionen? Es ist allerhöchste Zeit, dass die Gelder in Arbeitsplätze gesteckt werden, welche auch unseren Kindern noch eine Zukunft bieten können.

optimist hat geschrieben:Ausbildung im Bergbau muss man unbedingt trennen von der Beschäftigung im Bergbau. Der Bergbau hat noch immer eine sehr starke soziale Komponente und bildet auch solche junge Menschen aus, die garantiert nie einen Ausbildungsplatz in Unternehmen gefunden hätten, die die Bewerber nach Noten einstellt. Ausbildung ist der erste Schritt ins spätere Berufsleben (wo auch immer), und einen Ausbildungsplatz zu bekommen ist momentan noch nicht ganz so einfach. (Übrigens, fast 1000 Bewerber haben sich letztes Jahr um einen Ausbildungsplatz bei der DSK beworben - es werden vorwiegend handwerkliche Berufe ausgebildet, absolut keine Bergleute). Haben die Auszubildende ihre Prüfung bestanden, heißt das ja nicht automatisch, das die nun danach alle im Bergwerk arbeiten wollen - nach ihrem Abschluss können sie sich überall hin bewerben und sie tun es auch. Gerade hier ist das Geld doch sehr gut angelegt.

Finde jetzt die Stelle nicht, habe aber in Erinnerung, dass du an anderer Stelle damit argumentiert hast, dass die Ausbildung nur in Verbindung mit dem heimischen Bergbau möglich ist. Sollte dem so sein, dann muss man klar sagen, dass diese Art und Weise wie hier auf dem Rücken tausender Betroffener etwas für ein paar Azubis gemacht wird. Gebt diese Subventionen der Dillinger Hütte, Ford oder wem auch immer und die Ausbildung wird dort ebensogut ohne diese schrecklichen Auswirkungen betrieben werden.

optimist hat geschrieben:Noch eine kleine Anmerkung zum Schluss - man spricht von ca. 3000 Arbeitsplätzen, die eventuell in den nächsten Jahren entstehen sollen, bei einer Arbeitslosenzahl von glaub ich ca. 25000 sind das noch 22000 zu wenig. Dann: Facharbeiter ist nicht gleich Facharbeiter, wie viel von den angepriesenen Facharbeiter im Bergbau passen auf die geforderte Qualifikation der neu zu schaffenden Stellen? Ich behaupte noch nicht mal 1%. Dann suchen die leider noch eine Altersgruppe, die der Bergbau nicht mehr bieten kann.

Müssen jetzt schon die Arbeitslosen als Argument für den schrecklichen Terror herhalten? Diese Argumentation ist einfach nur billig.
Was die Facharbeiter angeht: Natürlich muss dafür gesorgt werden, dass diese neuen Jobs auch gerecht werden können. Zu argumentieren, dass nur 1% passt, zeugt von nicht vorhandener Flexibilität und Ignoranz was unsere Situation angeht.
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Re: Strukturwandel im Saarland, wohin?

Beitragvon optimist » So, 27.01.2008 16:01

Hallo ich,

Es werden bis 2012 vier Bergwerke dichtgemacht und die jüngeren Beschäftigten werden durch die restlichen Bergwerke aufgefangen

Nein, die werden in den Arbeitsmarkt vermittelt

Warum wehrst du dich gegen die zukunftsorientierte Verwendung der Subventionen?

Wehre mich doch gar nicht. Ich wollte nur sagen, man muss doch nicht erst warten bis diese Subventionen für andere Sachen verwendet werden (falls eine andere Verwendung dem Gesetz nach möglich ist. Ich befürchte, dem ist nicht so - da Subventionen zweckgebunden sind; schön wärs ja, ich bin aber kein Subventionsexperte).
Man kann doch schon jetzt unabhängig davon anfangen, Arbeitsplätze zu schaffen und nicht erst wenn man gerade diese Subventionen dazu hat.

Finde jetzt die Stelle nicht, habe aber in Erinnerung, dass du an anderer Stelle damit argumentiert hast, dass die Ausbildung nur in Verbindung mit dem heimischen Bergbau möglich ist. Sollte dem so sein, dann muss man klar sagen, dass diese Art und Weise wie hier auf dem Rücken tausender Betroffener etwas für ein paar Azubis gemacht wird. Gebt diese Subventionen der Dillinger Hütte, Ford oder wem auch immer und die Ausbildung wird dort ebensogut ohne diese schrecklichen Auswirkungen betrieben werden.

Nein, Ausbildung ist ja nicht virtuell, sie muss auch örtlich erfolgen - daher geht das zur Zeit nur mit einem funktionsfähigen Bergbau. Nach der Ausbildung können sie sich dann auf dem Arbeitsmarkt bewerben. Die Ausbildung erfolgt auch nicht mit subventionierten Geldern. Aber sprich mal mit Ford und Dilinger Hütte ob sie unsere Auszubildenden direkt weiter ausbilden können und wollen?

Zu argumentieren, dass nur 1% passt, zeugt von nicht vorhandener Flexibilität und Ignoranz was unsere Situation angeht.

Nein, das zeigt dass das Bewerberprofil nicht mit dem Ausschreibungsprofil bezüglich der Qualifikation übereinstimmt.


schönen Sonntag noch
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Re: Strukturwandel im Saarland, wohin?

Beitragvon ich » So, 27.01.2008 16:55

optimist hat geschrieben:
Es werden bis 2012 vier Bergwerke dichtgemacht und die jüngeren Beschäftigten werden durch die restlichen Bergwerke aufgefangen

Nein, die werden in den Arbeitsmarkt vermittelt

Na prima. Wenn das so einfach ist, was spricht dann dagegen das bei uns zu tun? Bei all den Problemen in NRW - auch wegen Nokia - liegt das doch geradezu auf der Hand!

optimist hat geschrieben:
Warum wehrst du dich gegen die zukunftsorientierte Verwendung der Subventionen?

Wehre mich doch gar nicht. Ich wollte nur sagen, man muss doch nicht erst warten bis diese Subventionen für andere Sachen verwendet werden (falls eine andere Verwendung dem Gesetz nach möglich ist. Ich befürchte, dem ist nicht so - da Subventionen zweckgebunden sind; schön wärs ja, ich bin aber kein Subventionsexperte).
Man kann doch schon jetzt unabhängig davon anfangen, Arbeitsplätze zu schaffen und nicht erst wenn man gerade diese Subventionen dazu hat.

Und was ist mit dem anhaltenden Erdbebenterror? Den Verletzten, die es schon gibt und das Risiko anhaltender "Unfälle", welches sich bei anhaltendem Raubbau auftut?

optimist hat geschrieben:Nein, Ausbildung ist ja nicht virtuell, sie muss auch örtlich erfolgen - daher geht das zur Zeit nur mit einem funktionsfähigen Bergbau. Nach der Ausbildung können sie sich dann auf dem Arbeitsmarkt bewerben. Die Ausbildung erfolgt auch nicht mit subventionierten Geldern. Aber sprich mal mit Ford und Dilinger Hütte ob sie unsere Auszubildenden direkt weiter ausbilden können und wollen?

Ausbildung, die bewusst und vorsätzlich die Gesundheit und Altersvorsorge eines Großteils der Bewohner im Kreis Saarlouis opfert? Also mal ehrlich. In welcher Welt und Zeit lebst du denn?
Was Ford und Dillinger Hütte angeht: Nochmals: Wenn die gleichen finanziellen Ressourcen bereitgestellt werden, dann wird man mit Kusshand die Ausbildung übernehmen. Ohne sich der Gesundheit und Altersvorsorge andere Leute zu bedienen.

optimist hat geschrieben:
Zu argumentieren, dass nur 1% passt, zeugt von nicht vorhandener Flexibilität und Ignoranz was unsere Situation angeht.

Nein, das zeigt dass das Bewerberprofil nicht mit dem Ausschreibungsprofil bezüglich der Qualifikation übereinstimmt.

Konsequenz? Weiterer Terror-Bergbau bis zur Rente? Also ganz ehrlich - wer die Flexibilität nicht hat sich weiter zu qualifizieren, der darf auch nicht mit dem Verständnis derjenigen rechnen, auf deren Rücken das ausgetragen wird.

Schöner Sonntag
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Re: Strukturwandel im Saarland, wohin?

Beitragvon optimist » So, 27.01.2008 20:05

ich hat geschrieben:
Na prima. Wenn das so einfach ist, was spricht dann dagegen das bei uns zu tun? Bei all den Problemen in NRW - auch wegen Nokia - liegt das doch geradezu auf der Hand!

wird auch hier im Saarland gemacht

optimist hat geschrieben:
Wehre mich doch gar nicht. Ich wollte nur sagen, man muss doch nicht erst warten bis diese Subventionen für andere Sachen verwendet werden (falls eine andere Verwendung dem Gesetz nach möglich ist. Ich befürchte, dem ist nicht so - da Subventionen zweckgebunden sind; schön wärs ja, ich bin aber kein Subventionsexperte).
Man kann doch schon jetzt unabhängig davon anfangen, Arbeitsplätze zu schaffen und nicht erst wenn man gerade diese Subventionen dazu hat.

ich hat darauf geantwortet:
Und was ist mit dem anhaltenden Erdbebenterror? Den Verletzten, die es schon gibt und das Risiko anhaltender "Unfälle", welches sich bei anhaltendem Raubbau auftut?

Was hat das mit dem Thema zu tun, das man schon jetzt Arbeitsplätze schaffen muss unabhängig vom Ausgang der Subventionsumleitung????

ich hat geschrieben:
Ausbildung, die bewusst und vorsätzlich die Gesundheit und Altersvorsorge eines Großteils der Bewohner im Kreis Saarlouis opfert? Also mal ehrlich. In welcher Welt und Zeit lebst du denn?

Nanü, wieso wird durch Ausbildung bewusst und vorsätzlich die Gesundheit und Altersvorsorge eines Großteils der Bewohner im Kreis Saarlouis geopfert??? Die Auszubildenden sind doch in keinsterweise mit den Erschütterungen in Verbindung zu bringen und sind doch in ganz anderen Teilen des Betriebes untergebracht. Die können am Wengisten dafür. Warum diese Härte?

ich hat geschrieben:
Was Ford und Dillinger Hütte angeht: Nochmals: Wenn die gleichen finanziellen Ressourcen bereitgestellt werden, dann wird man mit Kusshand die Ausbildung übernehmen. Ohne sich der Gesundheit und Altersvorsorge andere Leute zu bedienen.

Das glaub ist nicht und da bin ich mir 100% sicher, auch nicht mit den gleichen finanziellen Ressourcen. Wir beide können ja mal da anrufen.

ich hat geschrieben:
Konsequenz? Weiterer Terror-Bergbau bis zur Rente? Also ganz ehrlich - wer die Flexibilität nicht hat sich weiter zu qualifizieren, der darf auch nicht mit dem Verständnis derjenigen rechnen, auf deren Rücken das ausgetragen wird.

leider auch ein Denkfehler, die Weiterqualifikation (da hängt es nicht dran und auch nicht an der Flexibilität) bietet nicht automatisch eine Chance auf einen neuen Arbeitsplatz, das Alter ist entscheidend.

Gute Nacht
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