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Landtagsprotokoll vom 05. März 2008 - Regierungserklärung

BeitragVerfasst: Sa, 12.04.2008 16:14
von cb
Nachstehend das Landtagsprotokoll vom 05. März 2008 - nach dem Beben vom 23.02.2008

http://www.landtag-saar.de/aboservice/g ... hp?id=2551

Ministerpräsident Müller hat geschrieben:Herr Präsident! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Anlass
dieser Regierungserklärung und der heutigen Sondersitzung des
saarländischen Landtages sind das schwere Grubenbeben, das
sich heute vor elf Tagen am 23.02.2008 im Bereich der Primsmulde
Süd ereignet hat, und die sich daraus ergebenden Konsequenzen.

Bei diesem Beben handelte es sich um das mit Abstand stärkste Beben,
das sich bisher in der Geschichte des Saarbergbaus ereignet
hat. Die Stärke wurde mit 4,0 auf der nach oben offenen Richterskala
gemessen. Die maximale Schwinggeschwindigkeit betrug 93,5 mm/s.
Das Beben hat zahlreiche Beschädigungen an Gebäuden verursacht.
Die Zahl der Schadensmeldungen beläuft sich auf über 3.000. Schäden
traten nicht nur im Gebäudeinneren auf, sondern es ergaben
sich auch erhebliche Sachschäden durch herabstürzende Teile von
Schornsteinen und Dachziegeln. Die St. Blasius Kirche in Saarwellingen
wurde erheblich in Mitleidenschaft gezogen. Ornamente und sonstige
Gebäudeteile stürzten auf die Treppe des Gotteshauses. In Saarlouis
kam es zu einem Stromausfall. Die Grundschule in Saarwellingen
und das Rathaus in Nalbach mussten nachfolgend wegen fraglicher
Standsicherheit geräumt werden.

Vor allem aber war dieses Grubenbeben erstmals mit unmittelbaren
Gefahren für Leib und Leben von Menschen verbunden. Die herabstürzenden
Gebäudeteile hätten zu schwersten Verletzungen von
Menschen und möglicherweise sogar zu Todesfällen führen können.
Dies gilt insbesondere für den Bereich der Kirche. Eine Gruppe von
Kindern befand sich im unmittelbaren zeitlichen Umfeld des Bebens
auf der Treppe des Gotteshauses, auf die Teile des Glockenturmes
während des Bebens herabgestürzt sind.

Glücklicherweise haben die während des Bebens bestehenden Gefahren
nicht zu schweren Personenschäden oder gar Todesfällen
geführt. Hierfür können wir alle froh und dankbar sein. Gleichwohl
haben mit diesen unmittelbaren Gefahren für Leib und Leben der Menschen
über Tage die Grubenbeben im Saarland eine neue Qualität
erreicht, der im künftigen Handeln Rechnung zu tragen ist.

Für die Menschen, die dieses Beben erleben mussten, stellte das
Ereignis einen schweren Schock dar. Wer unmittelbar nach dem
Ereignis vor Ort in Saarwellingen oder in den Nachbargemeinden
unterwegs war, hat gespürt, wie viel Angst, Verwirrung