Körperverletzung durch Erdbeben

Politische Hintergründe, Aussagen, Anfragen, ... zum Thema Bergbau und Kohleabbau. Alles was sich Parteien oder Funktionsträgern zuordnen lässt.

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Körperverletzung durch Erdbeben

Beitragvon cb » Mo, 29.10.2007 19:26

http://www.igab-saar.de/index.php?optio ... 5&Itemid=2

Sturz von Leiter während Erdbeben

Eine Frau aus Reisbach hat sich während des Erdbeben vom 23. Oktober Prellungen an der Halswirbelsäule zugezogen. Beim reinigen einer Deckenlampe im Hausgang bebte um 16.18 Uhr der Boden, was dazu führte, dass sie aus dem Gleichgewicht kam und von einer Stufenleiter mit vier Tritten stürzte. Nach einem Bericht der Saarbrücker Zeitung hat die 52-jährige Frau am darauf folgenden Mittwoch den Hausarzt aufgesucht, die Deutsche Steinkohle AG (DSK) informiert und müsse derzeit eine Halskrause tragen. Die DSK gibt die in Reisbach gemessene Schwinggeschwindigkeit mit 1,6 Millimetern pro Sekunde an.
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Re: Körperverletzung durch Erdbeben

Beitragvon cb » Mo, 29.10.2007 19:27

http://www.igab-saar.de/index.php?optio ... 6&Itemid=2

Reaktionen der Bergbehörden bisher nicht erkennbar

Reisbach, 28.10.2007

Herr Peter Müller Ministerpräsident des Saarlandes
Am Ludwigsplatz 14
66117 Saarbrücken
(per E-Mail)

Sehr geehrter Herr Ministerpräsident,

bei dem Beben am 23.10.2007 stürzte eine Anwohnerin Reisbachs von einer Leiter in das zum Keller führende Treppenhaus. Sie erlitt dabei nicht unbedeutende Verletzungen im Bereich Hals/Kopf/Wirbelsäule. Glücklicherweise konnte sie sich am Geländer festklammern, sonst hätten erheblich schlimme Verletzungen - wie Querschnittslähmung oder Genickbruch - Sturzfolge sein können.

Dieser Vorfall dokumentiert, dass Beben eine Gefahr für Gesundheit und Leben darstellen.

Gemäß § 2, Abs. 3 BBergG sind Vorsorgen gegen Gefahren, die sich bei bergbaulichen Aktivitäten für die Gesundheit und das Leben Dritter ergeben, zu treffen. In Saarland sind das Bergamt Saarbrücken bzw. das Oberbergamt für das Saarland und das Land Rheinland-Pfalz mit dieser Aufgabe betreut. Reaktionen der Bergbehörden auf den Vorgang in Reisbach, sind bisher nicht erkennbar.

Da die Bergbehörden offenbar nicht bereit sind, ihrer gesetzlichen Verpflichtung nachzukommen, bitten wir Sie, sehr geehrter Herr Ministerpräsident, tätig zu werden. Sie dürfen nicht zulassen, dass bei Beben Unfälle mit schweren Verletzungen oder Toten zu beklagen sind.

Da die DSK selbst eingeräumt hat, dass Beben den weiteren Abbau im Bereich des Bergwerks Ensdorf begleiten, kann nur ein Abbaustopp Abhilfe schaffen. Sorgen Sie dafür, dass dieser jetzt verfügt wird.

Mit freundlichen Grüßen
Michael Schneider
IGAB Reisbach
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Re: Körperverletzung durch Erdbeben

Beitragvon bergbaustop » Mi, 21.11.2007 22:54

Eine Körperverletzung durch bergbaubedingte Beben ist legal.
Dies geht aus einem Schreiben des Oberstaatsanwaltes vom letzten Jahr hervor, in dem ganz klar gestellt wurde, dass das Bergrecht Vorrecht hat vor dem Recht auf körperliche Unversehrtheit (also vor dem Strafrecht!).
Grubenbeben sind Gewalt. Der Täter ist eindeutig ermittelbar. Wenn das Rechtssystem diesen Täter unter Schutz stellt, ihm also die Ausübung von Gewalt legalisiert, somit die Gewalthoheit des Staates quasi teilt und delegiert, ist das Rechtssystem ethisch und moralisch verwerflich. Somit kann die Frage gestellt werden, ob nicht eine Notwehr- oder Nothilfe-Situation vorliegt, was die Opfer dazu ermächtigt ebenfalls Gewalt anzuwenden. Sollte den Opfern auch dieses Recht genommen werden, ist es an der Zeit, dass die Opfer ihr Recht selbst in die Hand nehmen.
Die Zeit der friedlichen Demos ist vorbei, vor allem auch, da sich in den letzten Jahredn gezeigt hat, dass sie zu rein gar nichts führen.
Macht kapputt, was Euch kapputt macht! (Hätte nie gedacht, dass das mal meine Meinung seind wird).
Gruss
bergbaustop
 
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Re: Körperverletzung durch Erdbeben

Beitragvon cb » Di, 27.11.2007 20:34

Passend zum Thema folgender Beitrag von der IGAB-Seite:

http://www.igab-saar.de/index.php?optio ... &Itemid=64

Antwortschreiben der DSK nach ambulanter Krankenhausbehandlung
Geschrieben von SHB

Nach dem Erdbeben vom 17.9.2007 (um 11.31 Uhr) hatte ein Familienangehöriger von uns gesundheitliche Probleme, so dass er anschließend mit dem Krankenwagen in ein Krankenhaus zur weiteren Untersuchung eingeliefert werden musste. Der Krankenwagen war um 11.47 Uhr Vorort.

Wir reichten die Rechnungen der Zuzahlungen für das Quartal (Krankenhaus, Hausarzt, Rettungstransport usw. insgesamt 50 Euro) bei der DSK ein und baten um Erstattung der Kosten.

Mit Schreiben vom 12.11.2007 erhielten wir folgende Antwort der DSK:

„Erderschütterungsereignis vom 17.09.2007
Erstattung von Behandlungskosten

Die mit Ihrem Schreiben vom 26.09.2007 geschilderten Vorgänge haben wir zur Kenntnis genommen und sind zu dem Ergebnis gekommen, dass ein Schadenersatzanspruch nicht besteht.

Eine unmittelbare Kausalität zwischen den von Ihnen geschilderten gesundheitlichen Problemen und der an diesem Tag aufgetretenen Erderschütterung können wir nicht erkennen.

Wir bedauern, dass Sie sich veranlasst sahen ärztlichen Rat einzuholen, können aber die von Ihnen gewünschte Kostenerstattung nicht vornehmen, da eine Anspruchsgrundlage hierfür durch uns nicht gesehen wird.

Mit freundlichem Glückauf
DEUTSCHE STEINKOHLE AG“

Vergleicht man die Uhrzeiten zwischen dem Erdbeben und dem Krankentransport so ist hier eine Kausalität erkennbar! Vielleicht muss ein Unternehmen auch nach einer anderen Erklärungen suchen, um den kausalen Zusammenhang von sich zu weisen?

Silvia Heckel-Bach, Nalbach
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Re: Körperverletzung durch Erdbeben

Beitragvon cb » Di, 27.11.2007 20:39

dann natürlich die Frau, welche den Ziegel an den Kopf bekommen hat

viewtopic.php?f=2&t=578

Hab gehört das es Ausgangs Bilsdorf Ri Saarwellingen eine Verletzte gab, die bei der Mahnwache von einer herabfallenden Ziegel während Beben am Kopf getroffen wurde. Krankenwagen war da. Was muß noch passieren???!!!!!!!!!!!!!!!!!


und im gleichen Thread ein Hinweis auf eine weitere Frau, die von einer Leiter gefallen ist und sich verletzt hat

viewtopic.php?f=2&t=578&st=0&sk=t&sd=a&start=15#p4091

Eine Frau in Nalbach ist von der Leiter gefallen und hat sich verletzt, liegt in Dillingen im Krankenhaus, aber kann wieder nach Hause heute! Nur ne Armwunde, ich kenne die Frau, sie wohnt in Nalbach in der Bruchstraße, falls jemand das kennt.
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Re: Körperverletzung durch Erdbeben

Beitragvon cb » Fr, 04.01.2008 15:12

Bild Saarland (4.Januar 2008) berichtet:
In Diefflen stürzte Hermene D. (67) in der Dusche: "Erst donnerte die Erde. Dann wackelte der Boden. Ich fiel auf den Rand." Bluterguss und Prellung an Kopf, Knie.
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Re: Körperverletzung durch Erdbeben

Beitragvon Reinhold » So, 06.01.2008 2:24

Was die Jungs auf der letzten Demo "inszenierten" ist nicht an den Haaren herbei gezogen, sondern
bereits Realität. Das Bergwerk Saar verletzt durch seinen rücksichtslosen Abbau von Kohle zunehmend Menschen
im Landkreis Saarlouis.Wann wird es den ersten Toten geben??

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Re: Körperverletzung durch Erdbeben

Beitragvon Wackelkandidat » Do, 10.01.2008 0:10

Ein Toter alleine ist leider noch lange kein Gemeinschaden, aber nur letzteres könnte schlagartig den Wahnsinn stoppen. Zudem würde mit fast 100%er Sicherheit irgendwas in Sachen Pfusch am Bau oder so gefunden. Wetten dass?
 
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Re: Körperverletzung durch Erdbeben

Beitragvon cb » So, 24.02.2008 11:11

http://www.sr-online.de/nachrichten/30/743206.html

Saarlouis/Lebach: Weit mehr als 100 Schadensmeldungen

Das bislang schwerste bergbaubedingte Erdbeben hat am Samstag weit mehr als 100 Schäden an Gebäuden verursacht. Das teilte die Polizei am Sonntagmorgen mit.

Bereits am Samstag seien zahlreiche Schadensmeldungen eingegangen. Auch der Notarzt sei ausgerückt. Ein Junge sei von einer Leiter gefallen. Mehrere Menschen hätten Herzprobleme erlitten.
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Re: Körperverletzung durch Erdbeben

Beitragvon cb » So, 24.02.2008 12:59

http://www.mopo.de/2008/20080224/deutsc ... ungen.html

Das leichte Beben der Stärke 4 löste auch vier Notarzteinsätze aus. So stürzte ein Junge von einer Leiter, zwei Menschen mussten nach Angaben der Polizei wegen psychischer Probleme behandelt werden. Ein zeitweiser Stromausfall sorgte zudem zu einem Noteinsatz bei einer Person, die auf ein Beatmungsgerät angewiesen war.
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Re: Körperverletzung durch Erdbeben

Beitragvon schlussmitlustich » Mo, 25.02.2008 7:46

Wer den Abbaustopp wieder aufhebt, riskiert mutwillig, dass es beim nächsten Beben Tote gibt!!!

Es war pures Glück, dass es am Samstag nicht so weit war!!!

Nie wieder Kohleabbau im Saarland!!!
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