Was nun Herr Müller!! RAG hält am Abbauplan fest!

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Was nun Herr Müller!! RAG hält am Abbauplan fest!

Beitragvon MarkusOelkern » Sa, 26.01.2008 7:34

Pohmer und Geuskens wollen am Abbauplan sowie am Finanzierungsgesetzt festhalten. Vor 2014 sieht man angeblich keine Möglichkeit den Bergbau Sozialverträglich zu beenden.
Wenn ich es gestern nicht geschrieben hätte müsste ich jetzt laut lachen :cry:

nachfolgend der Bricht aus der SZ von heute Morgen
Herr Müller, lassen sie ihren Worten Taten folgen

Saarbrücken. Die RAG Deutsche Steinkohle AG sieht keine Möglichkeit, den Steinkohlebergbau
im Saarland vor dem Jahr 2014 sozialverträglich zu beenden. Das sagte RAG-Sprecher Karlheinz Pohmer am
Freitag zur Saarbrücker Zeitung. Die RAG Deutsche Steinkohle, in der alle deutschen Steinkohle-Aktivitäten gebündelt
sind, werde sich genau an das Steinkohle-Finanzierungsgesetz halten. Mit der weiteren Bergbauplanung in Deutschland
werde sich der Aufsichtsrat des Unternehmens wie geplant am 2. April befassen, sagte Pohmer. Ministerpräsident
Peter Müller (CDU) hatte in einem scharf formulierten Brief an das Kohle-Unternehmen das „schnellstmögliche sozialverträgliche Ende des Steinkohle-Bergbaus“ im Saarland gefordert. Anlass für seine Forderung sind die ständigen
Erderschütterungen im Raum Saarwellingen/Nalbach und der anhaltende Protest der Bergbau-Betroffenen. Müllers Vorstoß
löste teils heftige Reaktionen der saarländischen Parteien, der Bergbau- Gewerkschaft IG BCE und der Bergbau-Betroffenen
aus. Dietmar Geuskens , Bezirksleiter der IG BCE, warf dem Regierungschef „Wortbruch“ vor. Müller halte sich nicht an den
im Februar 2007 vereinbarten Kohle-Kompromiss, der für 2012 eine Revisionsklausel über das weitere Schicksal des Bergbaus vorsieht. Diese Klausel habe auch Müller unterschrieben, betonte Geuskens. Bei einem vorzeitigen Ende des Kohleabbaus seien im Saarland bis zu 10 000 Arbeitsplätze in Gefahr: rund 5400 direkt bei der RAG Deutsche Steinkohle, der Rest bei Zulieferern und Service-Unternehmen. SPD-Landeschef Heiko Maas warf Müller vor, er wolle die ohnehin aufgeheizte
Stimmung in der Bergbau-Diskussion „gezielt weiter verschärfen“. > Seite A 4: Meinung, Seite A 7: Bericht
Gruß Markus,
Der Vorteil der Klugheit besteht darin, dass man sich dumm stellen kann.
Das Gegenteil ist schon schwieriger.
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Re: Was nun Herr Müller!! RAG hält am Abbauplan fest!

Beitragvon kohlewargestern » Sa, 26.01.2008 8:01

Offentsichtlich ist die Landesregierung nicht mal in der Lage, exakte Zahlen von der DSK zu bekommen, auch nicht von IHK oder den eigenen gutbezahlten Referenten. Ein Witz, dass das Horrorgemälde von 10.000 Arbeitslosen immer noch rumgeistert. Wo bitte sind diese Betriebe? wer macht heute noch als Unternehmen ausnahmslos Umsatz mit der DSK? Gegen die Offenlegung der Zahlen verweigert sich die DSK seit Jahren, wahrscheinlich aus gutem Grund. Man muss die DSK zwingen, die Zahlen zu den Lieferanten endlich offenzulegen.
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Re: Was nun Herr Müller!! RAG hält am Abbauplan fest!

Beitragvon Joerg » Sa, 26.01.2008 8:15

Ist doch logisch, warum die nicht vorher mit dem Buddeln und den Beben-Rekordversuchen aufhören wollen:
Wenn die jetzt aufhören tuten würden täten, dann wären die Dre..säcke doch arbeitslos und zu Hartz4 verdammt, denn welches halbwegs vernünftiges Unternehmen dieser Welt würde solche Ar...lö..er denn wohl einstellen??????????????????

Das ist der wahre Grund der Säcke um Bronder und Co.!!

Die haben nur Angst um ihre eigene Zukunft!

Ich habe den Kamikaze-Buddlern bereits eine Unterkunft in Bebenhausen angeboten, aber die wollen nicht, ich weiss nicht, wieso?????? :evil:

Das liegt wohl daran, dass ich noch keine Rüttelplatte habe!!!!

Nicht mehr lange, dann hab´ich das, wonach ihr so lange gesehnt habe!!!
Bergbauerdbeben-Gegner und Schachtdeckel-Fan
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Re: Was nun Herr Müller!! RAG hält am Abbauplan fest!

Beitragvon Moritz » Do, 21.02.2008 11:37

zu Geuskens:
Geuskens stellt den beschlossenen Kohle-Kompromiss stets völlig falsch dar. Vereinfacht ausgedrückt besagt er ganz einfach: ab 2018 gibt es keinerlei Subventionen für die Steinkohleförderung mehr. Damit ist der Steinkohlebergbau in Deutschland am Ende. Wenn aber nach den Worten Geuskens der Steinkohlebergbau langsam profitabel wird, dann braucht er ja jetzt schon keine Subventionen mehr. Spätestens hier aber schwenkt Geuskens wieder um und verlangt die Subventionen - ein Widerspruch in sich.
Auf keinen Fall bedeutet der Kohlekompromiss aber, dass alle Bergwerke bis 2018 Kohle fördern können, wie Geuskens mit dick aufgeblasenen Backen klarmachen will.
Mit dem Ausstieg muss schon viel früher begonnen werden. Die Bergwerke müssen nach und nach geschlossen werden. Selbst das letzte Bergwerk muss lange vor 2018 schließen, da noch umfangreiche Sicherungsarbeiten nötig sind, die ebenfalls durch Subventionen der Steuerzahler bezahlt werden müssen, von den Ewigkeitskosten ganz zu schweigen.
Wenn aber in den nächsten Jahren (spätestens bis 2012) mindestens 4 Bergwerke geschlossen werden und die Kohleförderung von 21 Millionen Tonnen auf 12 Millionen Tonnen herabgefahren wird, so ist nicht einzusehen, wieso nicht die Grube dabei ist, wo der Abbau am problematischsten ist, nämlich das Bergwerk Saar. Ich denke an die geologischen Gegebenheiten, durch die ein Abbau ohne Beben unmöglich ist. Die verschiedensten Versuche, bebenfrei abzubauen, sind erfolglos geblieben und werden es auch bleiben trotz der ständigen Beteuerungen von RAG und DSK.
Ein frühest möglicher Ausstieg hat also nichts mit Vertragsunteue zu tun, sondern mit Schutz der eigenen Bevölkerung.
Wir, die Bewohner der Primsregion nehmen wahr, was an der Erdoberfläche passiert, nämlich immer häufigere und stärkere Erdbeben und schwere Schäden an privatem und öffentlichen Eigentum. Wir verlangen deshalb einen baldigen Abbaustopp . Wie die Flöze unter Tage liegen und wie leicht oder schwer sie abzubauen sind, interessiert uns einen feuchten Dreck.
Deshalb: Ihr Konzernbosse aus NRW, die ihr nur an dem interessiert seid, was unter der Erde passiert, denen die Menschen oben aber völlig egal sind, haut ab und schaut, dass ihr in NRW klarkommt. Wenn die Menschen dieser Region sich alles bieten lassen, so ist das ihre Sache. Wir jedenfalls kämpfen.
Noch ein Wort zur Ausstiegsklausel 2012: Es wird doch wohl niemand ernsthaft glauben, dass ein beschlossenes Subventionsauslaufen irgendwann wieder rückgängig gemacht werden kann, wie das einige ewig Gestrige hoffen. Das kann sich keine Regierung, wie auch immer sie aussieht, leisten.
Das wäre politischer und wirtschaftlicher Selbstmord.
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Re: Was nun Herr Müller!! RAG hält am Abbauplan fest!

Beitragvon Wackelkandidat » Do, 21.02.2008 12:05

Wobei das Steinkohlefinanzierungsgesetz lediglich die Subventionen bis 2018 zzgl. der darüber hinausgehenden Folgearbeiten im Falle einer Stilllegung regelt. Es steht aber IMO mit keinem Wort geschrieben, dass ein Abbau auf eigene Kosten, also ohne Subventionen, auch über 2018 hinaus nicht möglich ist, oder?
 
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Re: Was nun Herr Müller!! RAG hält am Abbauplan fest!

Beitragvon Moritz » Do, 21.02.2008 12:15

Hallo Wackelkandidat!

Da hast Du recht. Aber mach Dir da keine Sorgen. Das wird nie der Fall sein!!!
Hier zwei Links:

http://www.tagesspiegel.de/politik/deut ... 22,1878010

http://www.mainpost.de/nachrichten/poli ... 59,4076132
Zuletzt geändert von Moritz am Do, 21.02.2008 12:31, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Was nun Herr Müller!! RAG hält am Abbauplan fest!

Beitragvon Salodrie » Do, 21.02.2008 12:21

natürlich kann es weitergehen, wenn der abbau rentabel ist. mach dir aber darüber keine sorgen. die dsk findet nicht einmal einen investor für das wunderbergwerk donar. bei uns wird dazu noch billige kraftwerkskohle schlechtester qualität abgebaut. das wird nur in wunschträumen der ablassierer profitabel.
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Re: Was nun Herr Müller!! RAG hält am Abbauplan fest!

Beitragvon Wackelkandidat » Do, 21.02.2008 15:20

Wer sagt eigentlich, dass derzeit noch subventioniert die beste Kohle gefördert wird? Ich jedenfalls würde mir die Goldstückchen, sofern vorhanden, für die Zeit danach aufsparen.
 
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