Alles zu Reisbach

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Beitragvon cb » Fr, 14.03.2008 14:18

Nachstehend ein Schreiben der IGAB Reisbach vom 14.03.2008 an den Ministerpräsidenten Peter Müller und Wirtschaftsminister Rippel:

Reisbach 14.3.2008

Pressemeldung der Saarbrücker Zeitung - geänderte Abbaupläne der RAG

Sehr geehrter Herr Ministerpräsident, sehr geehrter Herr Wirtschaftsminister,

lt Pressemeldung der Saarbrücker Zeitung plant die RAG im Flöz Grangeleisen die Strebe 20.4 und 20.5 Ost (unter Hülzweiler), im Flöz Wahlschied die Strebe 8.5, 8.6 und 8.7 Ost (unter Obersalbach, Reisbach, Falscheid) sowie im Flöz Schwalbach die bereits genehmigten Strebe unter Falscheid sowie den im Zulassungsverfahren befindlichen Streb 8.7 West, Wahlschied, ( Reisbach) abzubauen.

Von der Landesregierung wurde zugesagt, dass nur solche Abbauten genehmigt werden, bei denen mit Sicherheit mit keinen Starkbeben zu rechnen sei.

Wir weisen deshalb auf das Folgende hin:

Nach den uns bekannten Tiefenbohrungen besteht die Problematik mächtiger Sandsteinbänke im gesamten Abbaugebiet, nicht nur in Prims-Süd. Dies lässt sich durch die Bebenentwicklung bei früheren Abbauten belegen.

Beim Abbau unter Obersalbach traten derart starke Beben auf, dass die Gemeinde Heusweiler die Universität Mainz mit einem Erdbebengutachten betraute. Das Starkbeben vom 30.11.1994 war in weiten Teilen der Region zu verspüren.

Beim Abbau der Ostflöze 8.5 Ost und 8.6 Ost unter Reisbach traten derart starke Beben auf, dass die Bergbehörden Prof. Wilke mit einem Bebengutachten betrauten. In dem Gutachten ist festgehalten, dass weitere Beben bei zukünftigen Abbauten nicht auszuschließen sind.

Die Starkbeben beim Abbau unter Falscheid sind bekannt. Der Spitzenwert lag dort bei rd. 72 mm/sec.

Auch beim Abbau im Flöz Grangeleisen traten – wie allgemein bekannt - gehäuft Starkbeben auf.

Für Streb 8.7 West, Wahlschied, wurden im Gutachten von Prof. Wilke mehrere mächtige Sandsteinbänke festgestellt, bei deren Brechen mit starken Beben zu rechnen ist.

Wir bitten um sachgerechte Würdigung dieser Sachverhalte

Mit freundlichen Grüßen

Michael Schneider

IGAB-Reisbach
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(M. Ghandi)
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Re: Alles zu Reisbach

Beitragvon WSchaefer » Fr, 14.03.2008 14:59

Unfassbar!

Jetzt sind also für ihre Erdbeben bekannte Flöze wie z.B. Grangeleisen, Schwalbach, Dilsburg, Wahlschied, Reisbach usw. im Gespräch.
Die Erdbebenproblematik ist bestens bekannt --- auch in anderen Abbaugebieten!!!
Fährt die RAG jetzt wieder diese Verschiebetaktik? Ändern wir das Abbaugebiet, so werden die Proteste der einen weniger und die anderen sind beruhigt!

Bereits 2005 gab es diesbezüglich verschiedene Diskussionen!
Siehe:

http://www.sol.de/loeschen/news/bergbau ... 3,1387397#

"Theelstädter fühlen sich als Bürger zweiter Klasse
Während der Kohleabbau im Bereich Schwalbach-Hülzweiler rund zwei Monate lang gestoppt wird, läuft die Förderung unter Lebach weiter. „Sind die Lebacher Bürger zweiter Klasse?“, fragte sich am Donnerstag der Stadtrat.
von sz-mitarbeiter johannes bodwing
Lebach. Auf den Abbau unter Lebach, im so genannten Dilsburgfeld, zu verzichten, würde „grundsätzlich das Aus des Bergwerkes bedeuten.“ Dies stellte Gerhard Bronder, Leiter des Bergwerkes Saar, in einer ruhig verlaufenen Sitzung vor Kommunalpolitikern sowie an die 300 Zuhörern beider Lager dar. 16000 Tonnen Kohle pro Tag fördere das Bergwerk, davon alleine 13000 unter Lebacher Gebiet. Der Ausfall von täglich 3000 Tonnen Kohle im Bereich Schwalbach-Hülzweiler seien noch verkraftbar, doch auf 13000 Tonnen zu verzichten, koste die Existenz des Bergwerkes Saar.

Die schweren Erschütterungen der vergangenen Wochen beruhten auf besonderen geologischen Formationen, so Bronder, vor allem auf der Lage der Flöze in einer Sandsteinbank. „Es wird auf jeden Fall mit Herausfahren aus dieser Zone besser werden“, versicherte der Bergwerksleiter. „Im Saarland wird es zum Ende des Bergbaus kommen“, sagte der Staatssekretär Albert Hettrich vom Wirtschaftsministerium zur Haltung der Landesregierung. Doch das Problem des Bergbaus könne nicht allein im Saarland geregelt werden. Auch halte er einen sofortigen Stopp für nicht praktikabel, da rund sechseinhalb Tausend Menschen ihre Arbeit verlieren würden. „Wir erwarten einen deutlichen Beitrag der DSK“, führte Hettrich weiter aus, „dieses Problem zu lösen“. Und bei Abwägung der Güter könne „man der DSK auch ökonomisch etwas zumuten“. Die Landesregierung erwarte von der DSK, eine Entlastung in der gesamten Region zu erreichen.

„Wir befürchten“, äußerte sich der FDP-Fraktionsvorsitzende Dieter Heim, „dass nach dem Termin der Bundestagswahl der Terror wieder weitergeht“. Ministerpräsident Peter Müller habe den Abbaustopp im Flöz Grangeleisen unter Schwalbach-Hülzweiler als Erster bekannt gegeben. Die FDP schließe daraus, „dass die DSK mit der Unterbrechung des Abbaus der Landesregierung im bevorstehenden Bundestagswahlkampf Luft verschaffen wollte. Ein Entgegenkommen für das Stillhalten des Bergamtes und die Billigung des Schädigungsterrors“. Heim forderte die DSK auf, zuzugeben, dass sie die Beherrschung des Kohleabbaus völlig verloren habe. Alle Erklärungsversuche und Maßnahmen dienten nur einem Ziel: „Zeit zu gewinnen und weiterhin Kohle abbauen.“ Die Art des Abbaus mit großen Kohlemengen in kurzer Zeit bezeichnete Heim als Raubbau. Und das verursache die Erdbeben.

„Das Maß ist voll“, befand auch CDU-Fraktionschef Wolfgang Müller. Für die Fraktionsführerin der SPD, Anna Schmidt, haben die Beben inzwischen eine Stärke ganz neuer Qualität. „Alle hängen in der Luft“, so Schmidt, was den Bergbau in Deutschland angehe. Sowohl Betroffene als auch Bergleute.

Nach gut einer Stunde verabschiedete der Lebacher Stadtrat mit zwei Enthaltungen eine Resolution. Darin verurteilt der Rat „aufs Schärfste“ die Ungleichbehandlung der Lebacher Bürger im Vergleich zu jenen in Schwalbach, wo der Abbau vorübergehend gestoppt wird. „Der Rat wertet dies als einen Skandal“, heißt es im Text. Die Landesregierung solle die Genehmigung für den Bergbau in der Region Lebach unverzüglich widerrufen. „Man kann der DSK auch ökonomisch etwas zumuten.“ Staatssekretär Albert Hettrich "



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Re: Alles zu Reisbach

Beitragvon UnusualSuspect » Fr, 14.03.2008 17:53

Das ist die blanke Provokation aller Bergbaugeschädigten! Als Alternative zum Katastrophenabbau in Prims Süd werden jetzt die Horrorstrebe Wahlschied wieder ins Visier genommen. Auf den ersten Blick scheint es eine Notlösung für die RAG-Beschäftigten zu sein (so könnte es im restlichen Saarland interpretiert werden), auf den zweiten einfach die geballte Ahnungslosigkeit. Soll es wirklich in drei Wochen nicht möglich gewesen sein, wirkliche - aus Bergbausicht - erfolgsversprechende Alternativen anzubieten?
Ich sage DOCH, nur man wollte es nicht! Und warum, nun lest weiter:

Ich sehe in dieser Vorab Gestreuten Pressemitteilung, die sicher unser Freund Herr Pohmer initiert hat, hat einen geschickten Schachzug:
1. Wie befürchtet wird ein Alternativszenario angeboten, dass den Meisten, die sich mit der Problematik nur Oberflächlich beschäftigen, einleuchtend erscheinen wird. Unsere Poition wird sicher als blanke Panikmache abgetan. Und dann hat es den super Vorteil, dass es den Fokus aus dem Gebiet Nalbach, Bilsdorf, Piesbach, Körprich weg lenkt und damit - so hofft die DSK - die "radikalsten" Gegner des Abbaus zufrieden sein werden. In Reisbach / Falscheid und Umgebung gab es zwar auch immer Proteste und Probleme, mit denen ist die DSK aber bisher immer klar gekommen, wie die gesammelten Zeitungsartikel und Forenbeiträge in den Nachbar-Threads zeigen.

2. Die zweite Denke könnte sein, OK, wir schreiben das Bergwerk Saar ab, allerdings schieben wir den schwarzen Peter der Landesregierung zu. Mit den Worten "wir haben einen Abbau angeboten, der den Kumpel eine faire Chance auf einen sozialverträglichen Abbau bietet, aber die Landesregierung will diesen Weg nicht mitgehen" wird dann die öffentliche Ärgernis vom Unternehmen weg gelenkt. Im Falle des entgültigen Stopps streicht dann die RAG heimlich die KUG wieder auf 67 %, was ja dann auch keiner mitbekommt.

Mein Appel: Liebe Bilsdorfer, Piesbacher, Körpricher, Nalbacher, Primsweilerer, Schmelzer, Hüttersdorfer, Lebacher, Hausstadter, Fraulauterner, Rodener und wo ihr noch herkommen möget: Bitte unterstützt uns weiter, sofern hier wieder abgebaut wird, brauchen wir eure Unterstützung, damit der Terror ein Ende hat. Die Nulllinie nur ein paar Kilometer von Euch weg zu bewegen, darf nicht das Ende des Protests sein. Falscheid, Eidenborn, Reisbach, Schwarzenholz, Saarwellingen, Hülzweiler, Schwalbach, Ensdorf, sie alle werden Hilfe brauchen. Das hört sich jetzt vielleicht etwas übertrieben an, aber die spekulieren damit, dass die Bewegung auseinander driftet. Lasst das nicht zu!


Und dann noch mein persönliches Unwort nzw. Unsatz des Jahres "faire Chance".
WIR HATTEN NIE EINE!
ROCK THE DSK !!!
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Re: Alles zu Reisbach

Beitragvon edvfluesterer » Fr, 14.03.2008 18:02

Hallo,

das ist der blanke Hohn.

Egal wo abgebaut wird, werden wir weiter keine Ruhe haben, also wird es Zeit wieder 1 Gang runterzuhalten und auf die Tube zu drücken...

Für eine Zukunft OHNE unterirschdische Bomebangriffe!!!
Stoppt den Wahnsinn der RAff(G)geier!!!
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Re: Alles zu Reisbach

Beitragvon Genervter » Fr, 14.03.2008 18:32

Alles schon vorher abgesprochen. Wieso gibt die Landesregierung schon vor der RAG-Sitzung eine Presseerklärung heraus und bietet an, statt Primsmulde nun wieder Abbau im Raum Reisbach, Hülzweiler, Saarwellingen oder Fahlscheid zu tolerieren. Sind die von allen guten Geistern verlassen...So kurz kann doch deren Gedächtnis nicht sein...Warum lassen die nicht erst mal die RAG in Vorlage gehen? Scheint mir alles vorher schon abgesprochen zwischen Landesregierung und RAG. Klar, der Meiser wird das schon vorab geregelt haben...Jetzt heißt es zusammenstehen und weiter auf den Putz hauen...Wir lassen uns nicht auseinander dividieren. Bergbau ist ohne Beben nicht machbar hier und die wollen wir schon gar nicht! Es kann nur heißen, endgültig Schluss mit Bergbau im Saarland, jetzt und sofort!!
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