RAG-Kohlestiftung schreibt rote Zahlen

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RAG-Kohlestiftung schreibt rote Zahlen

Beitragvon ich » Sa, 26.04.2008 12:57

http://www.spiegel.de/spiegel/vorab/0,1 ... 79,00.html

RAG-Kohlestiftung schreibt rote Zahlen

Bei der vor knapp einem Jahr gegründeten Kohlestiftung gibt es Streit um die Finanzen. Der Vorstandsvorsitzende Wilhelm Bonse-Geuking hat eine Bilanz aufgestellt, die allein für 2008 einen Verlust von rund 90 Millionen Euro prognostiziert.

Bonse-Geuking weigert sich zudem, die Bücher der Stiftung vom Bundesrechnungshof kontrollieren zu lassen, obwohl er laut eines Bescheids des Bundeswirtschaftsministeriums dazu verpflichtet ist. Ein Stiftungssprecher sagte dazu, man befinde sich "in guten Gesprächen", was die Zuständigkeit staatlicher Prüfer angeht. Der Stiftungschef Bonse-Geuking steht auch in der Kritik, weil er sich bislang weigerte, einem detaillierten Schließungsplan für alle Zechen zuzustimmen, obwohl die Europäische Union nur unter dieser Voraussetzung Subventionen für die Bergleute genehmigen will.


Irgendwie fällt mir bei dem Laden nichts mehr ein. Kassiert Milliarden Euro an Subventionen und weigert sich die Bücher kontrollieren zu lassen :shock:
Wieso der Bund da nicht hart durchgreift bleibt mir ein Rätsel.

Wer letztendlich auf Schäden sitzen bleiben wird ist ja wohl jedem klar. :evil:
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Re: RAG-Kohlestiftung schreibt rote Zahlen

Beitragvon pks » Sa, 26.04.2008 13:24

Hallo Ich, Super - Info! Toll!

Schließen wir doch mal Wetten ab. Was wird von diesen so wichtigen Informationen
jemals auf dem "Vertrauenskörper" und in unseren regionalen Medien auftauchen?

Wer wettet mit?

Man sieht sich
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Re: RAG-Kohlestiftung schreibt rote Zahlen

Beitragvon ease » Sa, 26.04.2008 18:09

ich mach mit

ich denk es kommt ungefähr nichts an die Öffentlichkeit bzw Medien

Kein Unternehmen in der BRD könnte sich sowas erlauben, aber die hochverschuldete RAG die darf das.

Und alles nur damit die Manager des Unternehmens weiter Geld einkasieren können wir weiter unter Beben leiden können und das Bergleute 2012 auf der Straße sitzen.
Der höchste Lohn für unsere Bemühungen ist nicht das, was wir dafür bekommen, sondern das, was wir dadurch werden!
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Re: RAG-Kohlestiftung schreibt rote Zahlen

Beitragvon gohome » Sa, 26.04.2008 22:40

118 SAARTEXT Sa.26.04 23:15:18
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RAG-Kohlestiftung schreibt rote Zahlen

Bei der vor knapp einem Jahr gegründe-
ten Kohlestiftung gibt es angeblich
Streit um die Finanzen. Das meldet das
Nachrichtenmagazin "Spiegel" in einem
vorab veröffentlichten Bericht.

Danach geht der Vorstandschef der Stif-
tung, Bonse-Geuking, in einer Bilanz
allein für 2008 von einem Verlust von
rund 90 Mio.Euro aus. Die RAG-Stiftung
sei damit bilanziell überschuldet.

Ein Großteil entfalle auf Berater. Die
RAG-Stiftung soll den Ausstieg aus dem
subventionierten Bergbau bis 2018 be-
gleiten und darüber hinaus für alle
Folgeschäden des Zechenbetriebs haften.



Der Witz der Woche: Ein Großteil der RAG-Stiftung wird für Berater ausgegeben. Lt. Medienberichten geht Evonik dieses Jahr wahrscheinlich nicht an die Börse und verkauft jetzt womöglich Anteile des Konzerns - die RAG-Stiftung schreibt rote Zahlen.

Wo sollen nach diesen Meldungen die Milliarden für die Ewigkeitskosten später herkommen? Das hörte sich vor einem Jahr alles anders an – als die Verhandlungen für Evonik und die RAG-Stiftung gemauschelt wurden.
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Re: RAG-Kohlestiftung schreibt rote Zahlen

Beitragvon merlin » So, 27.04.2008 7:25

Spätestens jetzt müsste dem letzten ein Licht aufgehen.................

...wegen der roten Zahlen seh ich schwarz fürs Saarland und NRW ---- stellt Euch mal vor - kein Geld da für die Pumpen zu betreiben..............
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Re: RAG-Kohlestiftung schreibt rote Zahlen

Beitragvon ich » So, 27.04.2008 7:31

gohome hat geschrieben:Wo sollen nach diesen Meldungen die Milliarden für die Ewigkeitskosten später herkommen? Das hörte sich vor einem Jahr alles anders an – als die Verhandlungen für Evonik und die RAG-Stiftung gemauschelt wurden.

Die zusätzlichen Milliarden werden zu 1/3 vom Bund und zu 2/3 von den Revierländern übernommen. Hier im Forum, auf der Webseite und bei den Bergbaubetroffenen in NRW wurde schon im Zuge der Verhandlungen auf das Risiko hingewiesen. Der Bundesrechnungshof hat im Vorfeld in ungewohnt deutlichen Worten auf das Risiko hingewiesen. Nicht zuletzt die vorhandenen KPMG-Gutachten, welche ausschließlich auf Angaben der RAG basierten zeigten trotz des Datenlieferanten auf, dass das Ganze eine Luftblase ist. Tausende nicht erforschte Stollen, nicht bekannte Risiken im Umweltbereich, Ewigkeitskosten, ...

Auf gut Deutsch bedeutet dies, wir dürfen den Wahnsinn doppelt und dreifach über unsere zerstörten Altersvorsorgen, die angekratzte Gesundheit zahlen und müssen nochmals über die schon bekannten Steuern hinaus drauflegen.

Hier stellt sich der Dicke dann hin und blubbert von 10.000 Arbeitsplätzen, die sich in Luft auflösen. Gestützt von der rot/roten Szene und sogar den Kirchen, welche lieber dem Kapital als dem Menschenverstand zusprechen. Hätte man die Subventionen bei Zeiten in zukunftsfähige Branchen gesteckt wäre das Thema längst gegessen und wir hätten hier blühende Landschaften anstatt Erdbeben, Vernässungen, nicht regulierten Schäden und einem derart gestörten sozialen Frieden, dass man fast täglich darauf wartet in der Zeitung zu lesen, dass jemand ausgetickert ist.

Man muss sich bei diesem Thema über garnichts mehr wundern. Das Berlin "gesparte" Subventionen, wegen dem aus der Katastrophe herrührenden reduzierten Abbau hier an der Saar, nicht in den Strukturwandel steckt, sondern lieber in den eigenen Geldsäckel zurückfließen lässt, ist einzig der Kohlerunde zu verdanken, bei der die IGBCE als beteiligter Verhandlungspartner mit dafür verantwortlich zeigt, dass es keine Notfall Option gibt. Wollte man vermeiden, dass die eigene Klientel das sinkende Schiff verlassen kann und deshalb zugestimmt? Es sieht ganz danach aus...

In dem Zusammenhang... Hat jemand vor Kurzem den Monitor-Bericht über Lobbyismus gesehen? War ein sehr beeindruckender Beitrag.
http://www.wdr.de/tv/monitor/lobbyismus.phtml

Und ein schon etwas älterer Beitrag aus der Zeit:
http://www.zeit.de/2003/31/Kohle

Würden die Bauern in Schleswig-Holstein Ananas züchten und dafür Beistand von den Steuerzahlern fordern, sie würden auf der Stelle für verrückt erklärt. Bei der Kohle ist das anders. Und es soll gefälligst auch so bleiben, meint Schmoldt. Sonst werde aus Deutschland ein „Freizeitpark“.


Erinnert das Ganze doch an den geistigen Tiefflieger: "Stirbt der Bergbau, stirbt die Saar"...
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Re: RAG-Kohlestiftung schreibt rote Zahlen

Beitragvon Mogelnix » So, 27.04.2008 9:42

Hier der komplette Artikel aus dem Handelsblatt:

Quelle: www.Handelsblatt.com

Teure Beraterverträge

Kohlestiftung braucht deutlich mehr Geld

Die RAG-Stiftung braucht in diesem Jahr mit 90 Millionen Euro nach Medieninformationen sechs Mal mehr Geld als ursprünglich veranschlagt. Die Kosten seien insgesamt in die Höhe gegangen, hieß es zur Begründung für den nun drastisch höheren Betrag.

Die RAG-Stiftung braucht in diesem Jahr mit 90 Millionen Euro nach Medieninformationen sechs Mal mehr Geld als ursprünglich veranschlagt. Die Kosten seien insgesamt in die Höhe gegangen, hieß es zur Begründung für den nun drastisch höheren Betrag.



HB HAMBURG. So seien zum Beispiel die geplanten Kosten für Dienstleistungen wie Berateraufträge von 4,7 auf rund 20 Millionen Euro hochgeschossen, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur dpa am Samstag. Im vergangenen Oktober hatte der Vorstandsvorsitzende der Stiftung, Wilhelm Bonse-Geuking, dem Kuratorium demnach noch ein Budget mit Ausgaben von 15,3 Millionen Euro präsentiert. Es sei damals nur vorläufig abgesegnet worden.

Die Kosten seien insgesamt in die Höhe gegangen, hieß es zur Begründung für den nun drastisch höheren Betrag. Zum Beispiel seien aber auch an dem bereits renovierten Gebäude des Energieunternehmens Steag, in das die Stiftung einzog, weitere Arbeiten für eine Millionen Euro durchgeführt worden.

Die RAG-Stiftung soll den Ausstieg aus dem deutschen Steinkohlebergbau begleiten und die sogenannten Ewigkeitskosten finanzieren. Dazu gehören die Entwässerung alter Schächte oder die Beseitigung von Bergschäden. Anfang April legte die Stiftung die Pläne für einen Börsengang des Industriekonzerns Evonik wegen der schwierigen Situation am Kapitalmarkt auf Eis und sucht nun zunächst einen Investor.

In Evonik wurde der sogenannte weiße Bereich des Mischkonzerns RAG mit den Geschäftsfeldern Chemie (Degussa), Energie (Steag) und Immobilien gebündelt. Der subventionierte Kohlebereich mit der Deutschen Steinkohle AG ging in die RAG-Stiftung über. Nach Informationen des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" entfällt ein Großteil der Berater-Ausgaben auf die Vorbereitung des Börsengangs.

Die erwarteten Milliarden-Erlöse aus der Aktienplatzierung spielen eine entscheidende Rolle für die Finanzierung der Bergbau- Folgekosten.

26. April 2008
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Re: RAG-Kohlestiftung schreibt rote Zahlen

Beitragvon Mogelnix » So, 27.04.2008 9:50

Soviel Kompetenz auf einem Haufen ....

erst rechnen sie mit "Ausgaben" von 15,3 Millionen (davon 4,7 Mio für Beraterverträge)
und dann geben sie nur für Beraterverträge mehr als 20 Millionen aus.

Die gehören alle gefeuert!
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Re: RAG-Kohlestiftung schreibt rote Zahlen

Beitragvon merlin » So, 27.04.2008 10:36

Boa - das muss sich mal einer vorstellen Beraterverträge für 20.000.000...........da machen sich einige auf die schnelle noch die Säcke ganz schön voll.......... :twisted: :twisted:
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Re: RAG-Kohlestiftung schreibt rote Zahlen

Beitragvon tabby13 » So, 27.04.2008 15:06

Wen wundert das denn?? :roll:

Dieser Laden musste doch noch nie wirklich mit Geld wirtschaften,wie das jedes andere Unternehmen tun muss.Die haben doch nie gelernt,mit Geldern verantwortlich umzugehen.Wenns alle war,gabs halt neues vom Staat. :wink:

Es wurde ja auch schon immer nach jeder Möglichkeit gesucht,mehr und mehr Geld zu bekommen.Als vor einigen Jahren feststand,dass das Bergwerk Warndt geschlossen wird,wurde von diesem Tag an die Fördermenge im Bergwerk Warndt drastisch erhöht.Es würde sogar Kohle auf Halde ins Ruhrgebiet gefahren.Die haben damals sogar an Weihnachten fast durchgearbeitet.Das hätte es früher nie gegeben. :evil: :evil: :evil:

Da die Subventionen ja pro geförderter Tonne gezahlt werden,wurde ein Grossteil dieser Fördermenge einfach auf Ensdorf umgelegt,um im folgenden Jahr mal so richtig abkassieren zu können.Es war ja alles als Verbundbergwerk bezeichnet.Da konnten die Gelder schön umgeschichtet werden.

Für mich ist sowas einfach nur Betrug,genau wie diese Kohlestiftung. :evil:
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Re: RAG-Kohlestiftung schreibt rote Zahlen

Beitragvon pks » So, 27.04.2008 17:29

Quizfrage:
Warum holen sich Konzerne Berater:
a) Weil der eigene Sachverstand fehlt?
b) Weil man den eigenen Leuten nicht traut?
c) Weil man die eigenen Zahlen nicht kennt (oder nicht kennen will)?
d) Weil man sowohl intern als auch extern sofort einen Südenbock hat, wenn alles schiefgeht
(siehe auch: Unsere Gutachter haben keinen Zweifel das man an der Saar ohne weitere Beben förden kann)?

Sch..., die Antwort ist zu einfach.

Man sieht sich, morgen,
möge das Wetter halten -
aber auch bei Hagel und Sturm!

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Re: RAG-Kohlestiftung schreibt rote Zahlen

Beitragvon gohome » So, 27.04.2008 17:44

Hierzu vermisse ich einen klugen Kommentar der IGBCE, die während der gesamten Verhandlungen mit am Runden Tisch saßen und „dieses Geschäft“ Evonik und RAG-Kohlestiftung mit ausgehandelt haben! Oder hat die IGBCE nur kluge Kommentare gegen bergbaubetroffene bzw. bergbaugeschädigte Menschen? Mal abwarten ………….. :roll:
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Re: RAG-Kohlestiftung schreibt rote Zahlen

Beitragvon Diefflerin » Mo, 28.04.2008 7:50

Kohlesubventionen reichen nicht aus
RAG-Stiftung in Geldnot
VON MARTIN KESSLER

Berlin/Essen (RP). Für die Kohlestiftung kommt es knüppeldick. Es fehlt ein verbindlicher Plan für den Kohleausstieg, die eigenen Ausgaben explodieren, und auch die Kohlesubventionen für die Bergwerks-Tochter RAG reichen nicht aus.
Der frühere BP-Chef Deutschlands, Wilhelm Bonse-Geuking, galt einst als Traumbesetzung für den Vorsitz der RAG-Kohlestiftung. Nach diversen Streitereien mit Ministern, überteuerten Ausstattungen der Stiftung und Ärger mit der EU-Kommission erweist sich der erfahrene Manager – den der frühere RAG-Chef Werner Müller empfahl und NRW-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers schließlich durchsetzte – mehr und mehr als schwere Hypothek.

Gleich an mehreren Fronten gerät Bonse-Geuking mächtig unter Druck. So kämpft er für einen verbindlichen Plan zur Stilllegung einzelner Zechen lediglich bis 2012. Nur so, erklärte er am 22. Februar in Bochum unter dem Beifall von Betriebsräten des Zechenkonzerns RAG, sei eine Revision des Bergbauausstiegs noch möglich. Der Kohlekompromiss von 2007 sieht schließlich ein definitives Ende der Förderung bis 2018 vor.

Die Zusage Bonse-Geukings war freilich voreilig. Noch am 28. Februar machte ihm Wirtschaftsminister Michael Glos in Düsseldorf unmissverständlich klar, dass eine Planung nur bis 2012 bei der EU-Kommission durchfallen würde. Die Subventionswächter, so Glos, wollten ein verbindliches Szenario zum Ausstieg bis 2018. Als Bonse-Geuking das Gespräch mit Kanzleramtschef Thomas de Maizière suchte, vergrätzte er nicht nur Glos, sondern blitzte ab: „Das erlaubt Brüssel nicht“, lautete der Bescheid.

Am vergangenen Samstag traf sich der RAG-Aufsichtsrat zu einer außerordentlichen Sitzung. Es ging um die heikle Bergbauplanung, doch Aufsichtsratschef Bonse-Geuking war nur telefonisch zugeschaltet. Die Kontrolleure gaben dem Vorstand die Ermächtigung, selbst einen Ausstiegs-Plan zu erstellen. Doch auch das findet wohl kaum die Zustimmung Berlins und Brüssels. Die nächste Aufsichtsratssitzung soll am 9. Juni stattfinden.

Zugleich benötigt Bonse-Geuking mehr Geld für die Kohletochter RAG. In der produktivsten Zeche Ensdorf im Saarland geht die Förderung nach einem durch den Abbau ausgelösten Erdbeben nur mühsam voran. Statt drei bis vier Millionen Tonnen dürfte Ensdorf allenfalls 800 000 Tonnen fördern.

Schließlich ist die Stiftung selbst akut vom Geldmangel bedroht. Weil der Börsengang des „weißen Bereichs“, jetzt im Evonik-Konzern, länger dauert als erwartet, produziert die Stiftung nur Ausgaben und muss Kredite aufnehmen. Die Bilanz ist überschuldet. Nur die stillen Reserven aus den von ihr gehaltenen Anteilen am Evonik-Konzern bewahren sie vor einer Insolvenz.

Das mag reichen, aber viele Mitglieder des Kuratoriums, das die Stiftung überwachen soll, verstehen nicht, warum Bonse-Geuking die gerade erst renovierten Räume der RAG-Stiftung für fast eine Million Euro nochmals umbauen ließ. Dazu kommen hohe Reisekosten, Verträge mit Investmentbankern, Anwaltskanzleien und Strategieberatern. Bonse-Geuking wird einiges zu erklären haben, wenn das Kuratorium heute in Essen tagt.

http://www.rp-online.de/public/article/ ... ldnot.html
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Re: RAG-Kohlestiftung schreibt rote Zahlen

Beitragvon MountainChost » Mo, 28.04.2008 11:33

EVONIK macht nun SOLARSTROM was ist mit der Kohle?


http://www.process.vogel.de/anlagen_app ... es/119142/

Gruß aus Bebwellingen
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Re: RAG-Kohlestiftung schreibt rote Zahlen

Beitragvon Suedpol » Mo, 28.04.2008 14:05

Geuskens, Arbeiterführer,

ich an Deiner Stelle würde mal auf den Busch kloppen.... Produktion im Saarland - das würde zukunftssichere Arbeistplätze schaffen ....
Aber das passt wohl nicht ins Bild....
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