Reisbach

Sagen Sie Ihre Meinung zu den Erdbeben und dem Kohleabbau

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Re: Reisbach

Beitragvon Mogelnix » So, 25.05.2008 12:30

Hallo T.G.
danke für die Info. ;-)

Mogelnix
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Re: Reisbach

Beitragvon WSchaefer » Mi, 28.05.2008 0:03

Hier meine Mitschriften der heutigen Gemeinderats- und Ortsratssitzung in der Lohwieshalle Reisbach mit Bergwerksdirektor Breinig, Werksmarkscheider Hagelstein, Prof. Wagner und Dr. Klingel:

Die Sitzung dauerte von 18.30 Uhr bis 22.00 Uhr!
Nach den ausführlichen Vorträgen der o.g. Personen, meldeten sich Orts- und Gemeinderatsvertreter und Bürger zahlreich zu Wort und gaben ihr Missfallen und ihren Ärger zu dem geplanten Abbauverfahren im Flöz Wahlschied zum Ausdruck!

Der Bergwerksdirektor Breinig drückte zunächst Bestürzung über das schwere Beben vom 23.02.2008 aus und sagte zu, dass die Fortführung des Kohleabbaus im Saarland ohne Gefahr für Leib und Leben stattfinde. Er sagte, das jetzige Abbaukonzept stelle eine Balance aller Interessen dar. Er meinte, es könne „nur“ zu klassichen Bergschäden durch Bergsenkungen kommen und versicherte, dass die RAG für Schäden gerade stünde. Nach einem Abriss über die verschiedenen Einsatzorte der RAG, Personalsituation und Versorgung der Steinkohlekraftwerke sowie die Umstellung der Kraftwerke auf Importkohle, ging er auf die 3 möglichen Szenarien nach dem schweren Beben vom 23.02.08 („höhere Gewalt“) ein:
1. Weiterbetrieb Primsmulde: Gutachten ergaben, dass ein Abbau nicht zulassungsfähig wäre weil Gefahr von Leib und Leben nicht ausgeschlossen werden konnte
2. Sofortige Stilllegung: Hätte den Wegfall von 10.000 Arbeitsplätzen bei RAG und Zulieferern bedeutet
3. Abbauverlagerung (Grangeleisen 20.4 Ost, Nordfeld / Streb 8.7 West in Flöz Wahlschied/ Feld Dilsburg West/ Grangeleisen 20.5 Ost/ Wahlschied / Feld Dilsburg Ost)
Hier bestehe keine erhebliche Erschütterungsproblematik durch den geringen Sandsteinanteil von 20 %. Mitte 2012 würde der Abbau „aus jetziger Sicht“ enden. Der Personalbestand würde bis 2012 auf ca. 2000 Mitarbeiter heruntergefahren, für die die RAG danach keinen Ersatzarbeitsplatz zur Verfügung stellen könne. Das 3. Szenario (Abbauverlagerung) bezeichnete er als Lösung für das Saarland.

Der Werkmarkscheider Hagelstein wies darauf hin, dass die RAG Unterlagen bis zum 19.06.2008 im Rathaus Saarwellingen zur Einsichtnahme bereit lägen. Danach hätte die Gemeinde 2 Wochen Zeit, Einwendungen zu äußern.
Herr Hagelstein zeigte mit Karten den Abbau unter Reisbach, der bereits in den 70er Jahren begann. Er bezeichnete den Einwirkungsbereich und den äußersten „Senkungstrog“ der Reisbach umgibt.

Prof. Wagner wies darauf hin, dass es durch Absenkungen durch den Kohleabbau zu Vernässungen kommen könnte, allerdings ausschließlich im Talbereich, so der Grundwasserflurabstand ohnehin klein sei. Das Karbongestein sei als Grundwassergeringleiter ausgebildet. Er erklärte das Grundwasserströmungsmodell. Er wies darauf hin, dass das Gutachten keine Einzelfälle berechnet und dass ein Gutrechnen einer schlimmen Situation wie beim Gutachten von 1999 jetzt vermieden wurde. Tim Taltiefsten sei der Vernässungsbereich viel größer, der Ellbach sei ein Vorfluter. Die Sensibilität des Modellgebietes (Reisbach) bezüglich einer Hochwassersituation sei durch den Bergbau bereichsweise erhöht.

Dr. Klingel (Kernski und Partner) führte seine Untersuchungen zu Radonmessungen in Reisbach ausführlich aus: Radon ist ein Umweltkanzerogen, das Lungenkrebs erzeugt. Nach dem Unfalltod ist Radon in Wohnungen die zweithäufigste Todesursache, alle 4,5 Stunden stirbt in Deutschland ein Mensch durch Radoneinwirkungen. Die Radonwerte werden daher genau überprüft. Es gibt einen Schwellenwert von 140 Bq/m³. Die EU empfiehlt als Radon-Grenzwerte 400 Bq/m³ für Altbauten und 200 Bq/m³ für Neubauten. In der Schweiz gibt es einen gesetzlich vorgeschriebenen Grenzwert von 1000 Bq/m³ ab dem die Bewohner das Haus umgehend sanieren müssen. Maßnahmen zum präventiven Radonschutz seien in aller Regel mit vertretbarem Aufwand umzusetzen sagte der Redner. An Zerrungszonen durch den Bergbau gäbe es ein erhöhtes Radarvorkommen. Durch Risse im Fundament und Zerrüttung der Baustruktur durch den Kohleabbau könnte Radon eher eindringen. Es gäbe natürliche Schwankungen der Radonkonzentration im Haus (im Sommer geringere und im Winter höhere Werte). Durch bauliche Maßnahmen und regelmäßiges Lüften ließen sich die Konzentrationen verringern.
Zum Schluss ging Dr. Klingel auf die Situation in Reisbach ein: Die Werte in Reisbacher Häusern (im Erdgeschoss) seien deutlich höher als in anderen Gemeinden.

Herr Schneider von der IGAB Reisbach wies darauf hin, dass den Bergbaubetroffenen die Situation der Bergleute nicht egal sei. Allerdings sei die Belastung der Reisbacher durch den Kohleabbau bereits jetzt enorm. Er wies auf den sozialökonomischen Zerfall hin und den merkantilen Minderwert der Häuser von 50 %. Viele der Bürger wollten gerne wegziehen, könnte ihre Häuser aber nicht verkaufen. Banken gäben zudem keine Kredite für Hauskäufe in Reisbach, was potentielle Käufer wieder von ihrem Vorhaben abbringe. „Ich vermisse eine sozialverträgliche Lösung für den Ort Reisbach!“ Das Gutachten von Professor Wagner beruhe auf Daten, die die DSK (RAG) liefere. Die Vernässungsproblematik bestehe bereits jetzt am Spielplatz und Gartenstraße und würde sich noch mehr verschärfen. Senkungsdaten seien angefordert worden, der Senkungsprozess sei noch nicht beendet. Reisbach habe vor allen Dingen in Wohnräumen hohe Radonbelastungen (Werte um 250 Bq/m³). Alle Häuser seien vorgeschädigt, wodurch sich die Frage ergibt: Wie wirkt sich der Abbau mit vorgeschädigter Bausubstanz auf die Gebäude aus? Die Fragen der Gemeinschädlichkeit und des merkantilen Minderwerts müssten vor dem Abbau geklärt werden. Hierzu forderte die Gemeinde und IGAB Daten an, die Ministerpräsident Peter Müller bis 19.04.08 liefern wollte. Gemäß Umweltinformationsgesetz wäre die Landesregierung hierzu verpflichtet. Im Gespräch vom 16.05.08 revidierte Peter Müller seine Aussage wieder. In dieser Sache bricht der Ministerpräsident gesetzliche Vorschriften. Die RAG versprach Transparenz. Dies und die Lieferung relevanter Daten ist wichtig, damit Einwendungen begründet erhoben werden können. „Ein faires Verfahren ist das Mindeste, was man rechtsstaatlich verlangen kann.“ sagte Herr Schneider.

Beiträge des Ortsrats / Gemeinderats:

Herr Weirich (SPD-Fraktion) sagte, die Fraktion – und der Gemeinderat – seien mehrheitlich der Meinung, der Abbau unter Reisbach müsse verhindert werden (Resolution des Gemeinderats). Bis zur heutigen Gemeinderatssitzung hätte RAG oder Ministerium die geforderten Daten noch nachreichen können, doch bis heute lägen sie nicht vor, stattdessen Allgemeinplätze der RAG.

Auch für den Abbau in der Primsmulde wurde von Seiten der DSK ein ganz geringes Bebenrisiko vorausgesagt und es kam zu zahlreichen Beben, zuletzt am 23.02.08. Für Reisbach wurde wieder ein günstiges Bebengutachten erstellt – dem glaubt niemand mehr.
1998 bescheinigte Dr. Wilke in einem Gutachten ein signifikantes Bebenrisiko für den Abbau unter Reisbach. Die Mangitudenwerte und Schwinggeschwindigkeiten über Tage nahmen immer mehr zu.

Herr Breinig sagt hierzu, im Flöz Schwalbach habe es keine Erderschütterungen über 5 mm/sec gegeben. „Wir haben keine Möglichkeit mehr, den Abbau sonst wo zu betreiben.“ Herr Breinig meinte, die RAG habe der IGAB bereits im letzten Jahr Unterlagen und Daten zukommen lassen. Hierzu sagte Herr Schneider, dass für dieses Verfahren relevante Unterlagen auch nach einem Anschreiben vor 10 Tagen an die RAG nicht geliefert wurden. Herr Breinig will dem nachgehen.

Sozialverträglichkeit für die Bergleute wurde gefordert – „Wie definieren Sie Sozialverträglichkeit für die Reisbacher?“

FWG-Fraktion: „Sozialverträglichkeit ist keine Einbahnstraße – sie muss nicht nur für die Bergleute unter Tage, sondern auch für die Menschen über Tage gelten!“ An fast allen Häusern des Ortes seien bereits Schäden entstanden. Der Wert der Gebäude sei vermindert. 2006 gab es in 3 Monten 35 Erdbeben, d. h. 3 Erdbeben pro Woche. Es wurden u.a. Schwinggeschwindigkeiten von 71,3, 61,2 und 56,6 mm/sec gemessen.

Herr Breinig verwies darauf, dass das Zulassungsverfahren 8.7. noch laufe und die Antragsunterlagen für das Feld Dilsburg Ost noch erstellt werden würden. Es gäbe auch hier ein „faires Verfahren“.

Der Ortsvorsteher von Reisbach verwies auf eine Resolution des Ortsrates: Ab 1987 wurde der Nordschacht in Betrieb genommen. Es kam zu zahlreichen Schäden. Einige Gebäude wurden von der DSK aufgekauft. Alle 800 Häuser des Ortes wurden mehrfach bewegt und beschädigt. Der Einwirkungsbereich des geplanten Abbaus umfasst wieder die gesamte Fläche des Dorfes. Die Gefahr von Erdbeben ist nicht auszuschließen. Es besteht nicht nur Gefahr für die Gebäude, sondern auch eine Gefährdung der Gesundheit der Menschen.

Herr Altmeyer glaubte, nach dem Ereignis vom 23.02.08 sei der Bergbau im Saarland endgültig beendet. Noch am 19.03.08 stand in der Saarbrücker Zeitung: „CDU Saar lehnt Kohleförderung unter Reisbach ab.“ Herr Schreier äußerte große Skepsis gegenüber lanen der RAG bei Reisbach abzubauen. Er forderte die RAG dazu auf, nach schonenderen Alternativen zu suchen.

Herr Kelkel (SPD), selbst Mitarbeiter der RAG kann die Verärgerung der Reisbacher verstehen. Er will aber überlegen, welche Maßnahmen zum Schutz des Ortes ergriffen werden könnten, sofern der Abbau im Flöz Wahlschied doch käme. Er wolle nicht nur überlegen, wie der Abbau verhindert werden könne.

Bürgermeister Philippi sagte hierzu „Generell ist es unser Ziel, den Abbau zu verhindern!“ woraufhin tosender Applaus entstand ... nur wenn der Abbau wirklich genehmigt würde, würde man sich mit den dann anstehenden Fragen beschäftigen.

Fragen und Hinweise der Reisbacher Bürger (nur Reisbacher durften sprechen!):

Josefa Schröder wies darauf hin, dass ihre Familie ebenfalls aus vielen Bergleuten bestand. Dennoch sei sie gegen die Zerstörung ihres Hauses. Sie habe jetzt schon Vernässung und seit 1994 etliche Beben. Man baue sich normalerweise nur 1 mal im Leben ein Haus und wolle dort alt werden. Professor Wagner habe z.B. ihr Grundstück in der Gartenstraße nicht mit aufgenommen. Hier hätte er eine starke Vernässung sehen können. Frau Schröder fand es auch unverschämt, bei dem Beben vom 23.02.2008 von „höherer Gewalt“ zu reden. „Birma und China waren höhere Gewalt, aber das Beben in Saarwellingen war verursacht durch die RAG!“

Frau Schweitzer wies darauf hin, dass sie die frühere Aussage von Peter Müller „Unter Reisbach wird es keinen weiteren Abbau mehr geben“ begrüßt hatte. Schon früher wurde gesagt, es gäbe keine Schäden ... nun aber hat sich Schäden am Haus, zudem Angstzustände wegen Beben! Das Haus ist nicht mehr verkäuflich.

Weitere Wortmeldung:
„Die RAG musste das Haus Nr. 96 „niederlegen“ – wann wird mein Haus niedergelegt? Keine Bank beleiht mir das Haus oder zahlt an irgendeinen Käufer!“

„Beben von Grangeleisen spüren wir sehr.“

Markscheider Hagelstein sagte, die Flächen würden als erschütterungsarm bezeichnet. „Man braucht eben diese (Abbau-) Menge, um das Auslaufen des Berwerks sozialverträglich durchzubekommen.“ Die Abbaufläche im Streb Dilsburg Ost sei schon stark begrenzt worden.

Weitere Wortmeldung eines Reisbachers aus der Brunnenstraße:
Ihr Haus weist Vernässungen auf. Der Gutachter schrieb, dass die RAG bereit sei, an der Vorderwand des Hauses aufzugraben, um zu untersuchen, ob die Vernässung bergbaubedingt sei. Wenn nicht, müsse sich der Eigentümer verpflichten, die entstandenen Kosten selbst zu tragen.“

Vielen Eigentümern wird erklärt, dass sie sozusagen selbst schuld an den Schäden seien, weil sie keinen Ringanker am Haus hätten. Die Häuser entstanden aber in der Regel vor dem Kohleabbau. Eine Verbesserung in der Schadensregulierung wurde gefordert.

Herr Schneider sagte: „Unsere Häuser sind nichts mehr wert, lasst die Leute, die rauswollen raus!“ (durch Aufkauf der Häuser zu akzeptablen Preisen und Gründung einer Immobilienagentur) „Gebt uns eine Chance, ein bebenfreies Leben zu führen!“
Schon 1994 gab es ganz massive Beben im Nachbarstreb. Damals wurden noch keine Schwinggeschwindigkeiten gemessen, weil man nicht mit Beben rechnete. Der Gutachter, Herr Klose erklärte, das Bebenrisiko bestehe immanent weiter. Beben bis zu einer Magnitude von über 5 wären denkbar. Bereits in früheren Gutachten wurde gesagt, dass die geologische Situation um das Bergwerk Ensdorf ähnlich sei. „Wir brauchen Fairness und Transparenz!“

Herr Breinig sagte zu, dass die Zulassungen nochmals geprüft werden würden.

Rolf Prediger aus der Lohwiese will hier bleiben und stellt 4 Fragen: 1)Bei Beben mit Magnituden von 3,2, 3,3 und zuletzt 4,1 hieß es von Seiten der RAG immer wieder, sie hätten nicht damit rechnen können. Wann besteht Gefahr für Leib und Leben?
2) „Ist es fair, dass wir hier ein Zulassungserfahren beginnen, wobei die DSK schon beginnt, einen Streb einzurichten?“ 3) Die RAG sagte immer wieder zu, alle Schäden zu regulieren. Allerdings wird von Eigentümern 1 % des Hauswertes als Eigenanteil zur Sicherung des Gebäudes abverlangt 4) Die RAG sagte, Anomalien würden beleuchtet. Nutzt das was, wenn ich eine Lampe drüber halte?“

Herr Breinig hält 1 % als angemessene, geringe Kostenbeteiligung. Wenn der Abbau noch nicht begonnen hat, muss man mit geologischen, geophysikalischen Maßnahmen die Anomalien erforschen (z.B. Fahlscheider Sprung, Pressungsanomalie).

Rudolf Dittgen:
Viele Differenzen zwischen Bergleuten und Bergbaubetroffenen werden herbeigeredet und von der IGBCE geschürt. Er meidet das Thema Bergbau bei Bergleuten, lebt und feiert aber nach wie vor mit ihnen. Und dies tun viele Bergbaubetroffenen. Die IGBCE startete aber mehrere Aktionen, die der Provokation dienten, z.B. in Hülzweiler bei der Fersehsendung „Kampf um die Kohle“ mit Liveschaltungen.
Die IGBCE forderte die Bergleute per Rundmail dazu auf, an der Veranstaltung für die Bergbaubetroffenen teilzunehmen und diese Veranstaltung aufzubrechen. Dadurch eskalierte die Situation in Hülzweiler.
Die Schadensregulierung der RAG ist nicht fair, was Herr Dittgen als Beisitzer der Schiedsstelle regelmäßig erlebt.
Wenn der Abbau durchgeführt wird, wie er geplant ist, sagt Herr Dittgen einen Supergau voraus.
Zu Beginn der Veranstaltung in der Lohwieshalle Reisbach sagte ein Bergmann vor dem Eingang: „Beim ersten Mal haben wir es nicht geschafft, euch platt zu machen, aber jetzt!“
Dies sind unnötige Provokationen. Die Bergbaubetroffenen seien nicht gegen Bergleute, im Gegenteil hätten sie sich immer für die Bergleute und sozialverträgliche Lösungen eingesetzt (z.B. in Essen, mit Ideen für sozialverträgliche Lösungen, Auffanggesellschaft o.ä.) Die Bergbaubetroffenen wollten in Frieden zusammen mit Bergleuten leben, die teilweise selbst Bergbaugeschädigte seien. Aber die Bergbaubetroffenen kämpften auch für ihre Rechte!

Herr Breinig erklärte, er habe die Konflikte zwischen Bergleuten und Bergbaubetroffenen aus den Medien entnommen, aber er sähe, dass man hier zu einem Dialog komme.

Ein Anwohner aus der Eiweilerstraße wies darauf hin, dass die Gesundheit der Menschen, der Eltern und Kinder, geschädigt würde. Nicht nur die Häuser würden erschüttert, sondern auch die Menschen, besonders wenn man nachts aus dem Schlaf gerüttelt wird und dann morgens dennoch zur Arbeit und Schule muss. Viele Menschen litten darunter!

Der Bürgermeister Philippi beendete die Sitzung mit den Worten: „Reisbach hat für meine Begriffe seine Leidensfähigkeit mehr als alle anderen Orte unter Beweis gestellt. Reisbach soll geopfert werden für den sozialverträglichen Auslaufbergbau. Wir wollen alles tun um zu verhindern, dass Reisbach platt gemacht wird.“

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Re: Reisbach

Beitragvon T.G. » Mi, 28.05.2008 0:45

Hallo "Schäfers"

Vielen Dank für diese ausführliche Information.

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Re: Reisbach

Beitragvon merlin » Mi, 28.05.2008 7:56

Prima!!!! :wink:
Lieber Gott… gib mir die Weisheit
einige Menschen zu verstehen,
die Geduld sie zu ertragen,
die Güte ihnen zu verzeihen,
aber bitte gib mir keine Kraft…
denn wenn ich Kraft habe,
haue ich ihnen aufs Maul



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Re: Reisbach

Beitragvon merlin » Mi, 28.05.2008 7:58

Für die Mitleser, die das nicht verstehen.....

Zitat:„Die RAG musste das Haus Nr. 96 „niederlegen“ – wann wird mein Haus niedergelegt? .......

Damit ist der Abriss gemeint.... :evil:
Lieber Gott… gib mir die Weisheit
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aber bitte gib mir keine Kraft…
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Re: Reisbach

Beitragvon whitechristmas » Mi, 28.05.2008 9:13

Im Saarland werden ganze Orte geopfert, damit die Sozialverträglichkeit für die Bergleute gewährleistet ist. Gilt die Sozialverträglichkeit nicht für alle Bürger in diesem Lande. Wegen 4 Jahre Bergbau im Saarland müssen tausende Menschen, die bereits jahrelang durch den Bergbau mit ihren Häusern und ihrer Gesundheit gezahlt haben, dafür gerade stehen. Für mich ist dies nicht nachvollziehbar und eine Unverschämtheit sonderen Gleichens. Was ist mit der Sozialverträglichkeit der Mitarbeiter von BenQ, Nokia etc.??? In jedem anderen Berufsstand müssen sich die Mitarbeiter bei Arbeitsplatzverlust eine neue Anstellung suchen!!! Bei mir gab es eine Zeit in der ich bereit war, zusammen mit den Bergleuten für einen neuen Arbeitsplatz zu kämpfen. Mittlerweile schwindet bei mir das Verständnis für die Bergleute, sorry...


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Re: Reisbach

Beitragvon BergmannsSohn » Mi, 28.05.2008 9:20

Das ist mal eine Berichterstattung...
Sehr gut S. Schäfer
Hört endlich auf!
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Reisbach

Beitragvon T.G. » Mi, 28.05.2008 10:47

Saarwellingen: Bürgermeister lehnt Kohleabbau ab
Der Saarwellinger Bürgermeister Philippi hat den geplanten Kohleabbau im Flöz Wahlschied-West südlich von Reisbach abgelehnt. Er befürchte Schäden, die durch den Abbau enstehen könnten.

Die Gemeinde plane rechtliche Schritte, falls der Abbau genehmigt würde. Nächste Woche werde ein unabhängiges Gutachten über die möglichen Abbau-Schäden in Auftrag gegeben.

Die RAG hatte am Dienstag über den geplanten Abbau im Flöz Wahlschied-West informiert. An der Sitzung des Gemeinderates Saarwellingen und des Ortsrates Reisbach nahmen 250 Bürger teil.
Quelle: SR Online

Hört auf!

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Re: Reisbach

Beitragvon gohome » Mi, 28.05.2008 10:55

Wenn man diese Ausführungen von S.Schäfer liest kommen alte Erinnerungen:
Gestern in Reisbach wurde seitens der RAG/ DSK anscheinend derselbe „Showevent aufgeführt“, wie seinerzeit bei den Veranstaltungen der RAG/DSK in Nalbach-Körprich und Bilsdorf und auch die Vorhersagen bleiben dieselben – angeblich besteht auch bei dem weiteren Abbau unter Reisbach vorerst keine Gefahr für Leib und Leben. Dieselben Sprüche, die den Menschen hier seit dem 9. Juni 2007 suggerieren sollten, im Abbaufeld Primsmulde besteht keine Gefahr für Leib und Leben, obwohl immer häufigere und immer stärkere Beben kamen. Den 23. Februar hätte es nie geben müssen, wenn alle Verantwortlichen nicht nur wirtschaftliches Denken in den Vordergrund geschoben hätten! Man hat einfach alle Vorwarnungen dieses Raubbaus überhört und wusste dann letztendlich, dass ein weiterer Abbau ausgeschlossen werden muss.
Das ist den Betroffenen gegenüber einfach nur zynisch!
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Re: Reisbach

Beitragvon catweazle » Mi, 28.05.2008 12:47

Die Sozialverträglichkeit für uns Betroffene ist:
1. primsmulde ist vom Tisch
2.bedeutend kleinerer Abbau unter Reisbach
3.2012 ist Schicht im Schacht

So in etwa hat sich der Breinig ausgedrückt

Auf gut Deutsch ----- ich schlag Dir nicht den Kopf sondern nur Arme und Beine ab :twisted:
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Re: Reisbach

Beitragvon PEACE » Mi, 28.05.2008 13:00

Genauso ist es Catweazle!
Wir müssen also froh sein, dass wir noch unsere Köpfe haben!
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Re: Reisbach

Beitragvon DSKOpfer » Mi, 28.05.2008 16:56

Hallo S. Schäfer
Vielen Dank für die Zusammenfassung des gestrigen Abends. Wir mussten ja leider früher gehen, so dass wir die Fragen nicht mehr hören konnten.
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Re: Reisbach

Beitragvon Manfred_Reiter » Mi, 28.05.2008 20:12

Hallo liebe Schäfers,

vielen vielen Dank für die große Mühe!
So kann man sich ein Bild machen, auch wenn nicht dabei sein konnte.

LG und nochmals VIELEN DANK!

Manfred
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Re: Reisbach

Beitragvon WSchaefer » Mi, 28.05.2008 21:33

Bitte, gerne geschehen!
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Re: Reisbach

Beitragvon tho » Mi, 28.05.2008 23:56

Nochmals dickes Lob an S. Schäfer für die ausführliche Berichterstattung über die Gemeinde- und Ortsratssitzung in Reisbach!
Ich war auch da und muss sagen dass von der RAG nur hohles Geschwätz kam, die Bürger sollen wieder für dumm verkauft werden. Fragen wurden nicht beantwortet z.B. als Breinig gefragt wurde „Wie definieren Sie Sozialverträglichkeit für die Reisbacher?“ kamen nur Floskeln aber auf die eigentliche Frage keine Antwort.

Hier noch der Bericht von sr-online:

Ärger um Wahlschied-West
Die RAG will südlich von Reisbach im Flöz Wahlschied-West abbauen. Die Anwohner wehren sich und der Bürgermeister von Saarwellingen erwägt sogar rechtliche Schritte, um die Abbaupläne zu stoppen.

(28.5.2008) Auf einer gemeinsamen Sitzung des Gemeinderates Saarwellingen und des Ortsrates Reisbach am 27. Mai informierte die RAG Deutsche Steinkohle über ihr Abbaukonzept für den Flöz Wahlschied-West. Dieser befindet sich zurzeit noch im Genehmigungsverfahren. An der öffentlichen Veranstaltung nahmen auch 250 Bürger teil. Und die waren von den vorgestellten Plänen alles andere als begeistert.

„Ich fühle mich verdummt. Das, was wir jahrelang mitgemacht haben, das Spiel, das geht jetzt hier so weiter“, klagt eine besorgte Anwohnerin. Der Leiter des Bergwerks Saar, Friedrich Breinig, wiegelt hingegen ab: Ein Bebenrisiko sei in diesem Gebiet gering. Trotzdem musste er einräumen: „Wir werden es hier noch mal mit den klassischen Bergschäden zu tun haben, aufgrund von Senkungen.“ Hier sei eine einvernehmliche Bergschadensabwicklung gefragt, so Breinig.

Bürgermeister spielt nicht mit
Der Saarwellinger Bürgermeister Michael Philippi hat unterdessen angekündigt, den geplanten Kohleabbau im Flöz Wahlschied-West südlich von Reisbach verhindern zu wollen. Er befürchtet Schäden, die durch den Abbau entstehen könnten. Falls der Abbau genehmigt würde, plane die Gemeinde rechtliche Schritte. Zudem werde man ein unabhängiges Gutachten über die möglichen Abbau-Schäden in Auftrag geben. "Wir sind uns einig: Wir wollen den Abbau nicht!", bestätigt Philippi.

Übrigens: Die RAG scheint sich der noch ausstehenden Abbau-Genehmigung sehr sicher zu sein, hat sie auf der Saarmesse im April 2008 in Saarbrücken doch schon ein neues Gleithobelsystem vorgestellt, dass in Reisbach zum Einsatz kommen soll.

Quelle: http://www.sr-online.de/nachrichten/740/777805.html
(Dort gibt es auch noch 2 Audiodateien zu hören mit Stimmen von der Gemeinderats-Sitzung und Bürgermeister Philippi.)
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