Importkokskohlepreise

Globale Auswirkungen der Kohle auf die Umwelt. Zukunftsfähige Energieformen

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Importkokskohlepreise

Beitragvon Werner Lehnert » Do, 05.03.2009 19:59

"Coking coal prices to fall to a third of 2008 levels" titelte die renomierte britische Fachzeitschrift MetalBulletin in einer Onlineausgabe zu Beginn dieser Woche. Danach wird folgendes gemeldet. Kokskohlepreise könnten auf genau ein Drittel des 2008-Levels fallen, weil die Stahlnachfrage schwach zu bleiben scheint und weil ein "massives Überangebot" für Kohle erwartet wird.
Während die Jahrespreisverhandlungen derzeit im Gange sind, haben bedeutende Steinkohleförderer demnach bereits die Preise von ursprünglich 300 USD/t im Jahr 2008 für Hartkokskohle halbiert, um Stahlherstellern nachzugeben, die aufgrund der schwachen Nachfrage und fallender Stahlpreise ins Straucheln geraten sind.
Auf dem Spotmarkt soll es nur geringe Aktivitäten geben mit Preisen in einer Spanne von 150 USD/t für eine kolumbianische Lieferung nach Brasilien bis 177 USD/t für eine australische Lieferung nach China.
Analysten meinen allerdings, dass diese Levels nicht indikativ für den Markt seien. Hingegen wird die Einigung zwischen einem russischen Steinkohleförderunternehmen und einem japanischen Stahlhersteller für einen 2009-Vertrag mit rund 93 USD/t FOB als die Marktbedingungen mehr reflektierend gesehen.

93 USD/t für hochwertige Kokskohle!

Im Sommer 2008 wurde in Essen bereits die Renaissance des Steinkohlekartells gefeiert. Die Revisionsklausel 2012 schien damals nur noch Formsache im Sinne einer locker erreichbaren Fortsetzung der Steinkohleförderung in Deutschland.

Für uns besteht kein Grund zur Beruhigung. Wer 50 Jahre lang die Subventionierung einer höchst umstrittenen Branche durchgesetzt hat, darf nicht unterschätzt werden!
Werner Lehnert
 
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