Nachrichten von SR-Online und Videotext / Presseberichte

Sagen Sie Ihre Meinung zu den Erdbeben und dem Kohleabbau

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! Kein ! Aprilscherz

Beitragvon T.G. » Do, 01.04.2010 7:57

Leserbrief aus der SZ vom 1. April 2010

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Re: Nachrichten von SR-Online und Videotext / Presseberichte

Beitragvon gohome » Di, 06.04.2010 16:53

Denkt sich der SZ-Redakteur, Peter Wagner, mit seinem heutigen Artikel, dass es endlich wieder Zeit wäre Öl ins Feuer zu gießen oder wie sind einige dieser Zeilen des Artikels zu interpretieren:
„Wenn der Steigermarsch erklingt, dann kriegen sogar Bergbaugegner weiche Knie, so ergreifend dringt diese „Hymne der Bergleute“ ins Gemüt.“ oder „ Es war sozusagen ein haushoher Sieg der Musikalität über den bergbaupolitischen Alltag.“

Nicht´s gegen gute Musik – aber muss die SZ in gewissen Zeitabständen dieses Thema immer wieder verbal Auffrischen oder was bezweckt sie damit???
Positiv ist: Dass es Spenden zu Gunsten der Lebacher Tafel gab!
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Re: Nachrichten von SR-Online und Videotext / Presseberichte

Beitragvon merlin » Sa, 10.04.2010 9:30

Leserbrief aus der SZ von Heute......... :evil: :evil: :evil:

Das Erreichte ist nicht
in den Schoß gefallen

Zum Leserbrief „Andere Arbeitnehmer
hatten es schwerer“ (SZ vom 1. April)

Diese Errungenschaften gegenüber
anderen Berufsgruppen
sind den Bergleuten nicht in den
Schoß gefallen. Sie haben den
Hintern hochbekommen und
auch mit unkonventionellen
Mitteln (Autobahnsperrung, Demonstrationen,
wochenlangen
Mahnfeuern) für ihren Job gekämpft
und deshalb etwas erreicht.
Wenn ich immer bloß
jammere, nur in der Kneipe den
Mund aufbekomme und sonst
vor dem Fernseher sitze, erreiche
ich nichts. Die Bergleute
und ihre starke Gewerkschaft
haben für sich gekämpft. Und
das Erreichte können ihnen die
vielen Neider Gott sei Dank
nicht wegnehmen. Wir dürfen
stolz darauf sein. Glück auf!
Lieber Gott… gib mir die Weisheit
einige Menschen zu verstehen,
die Geduld sie zu ertragen,
die Güte ihnen zu verzeihen,
aber bitte gib mir keine Kraft…
denn wenn ich Kraft habe,
haue ich ihnen aufs Maul



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Re: Nachrichten von SR-Online und Videotext / Presseberichte

Beitragvon Zinfandel » Sa, 10.04.2010 11:30

@ gohome :
Peter Wagner??: Wo war dieser parteiergreifende "Berichterstatter", als 2 x 8000 Menschen in Saarlouis und Saarwellingen den zeitgeistaktuelleren Text dieser Hymne sangen? Unter Tage? Im Urlaub ? Ich glaube deine Vermutung stimmt: Öl ins Feuer gießen, immer weiter so: den rechtlosen Bergbaubetroffenen zeigen, dass sie auch moralisch rechtlos sind! Es lebe der saarländische Flachwasserjournalismus, dem wir einen Orden wegen einseitiger Sensibilität verleihen sollten....den könnte man sogar mehrfach vergeben! Besonders in der kommenden Zeit.....wetten dass?

@Leserbrief v.10.4.:
Wo war denn dann diese hochgelobte "starke Gewerkschaft", als durch den eigentlich viel zu schnellen Primsmulden-Abbau unter Tage die Arbeitsplätze vernichtet wurden? Hätte die "starke Gewerkschaft" da nicht ihr Veto einlegen müssen gegenüber dem Konzern zum Schutz der Arbeitsplätze? Ist das nicht die ureigene Aufgabe einer Gewerkschaft? Ein Direktor musste doch nach dem Fehlabbau gehen - war der wirklich alleine schuld? Aber nein: es waren ja wie immer nur die "Bergbaugegner"(unter bewohntem Gebiet=Bergbaubetroffene) auf die sich einfacher draufschlgen lässt, wenn man das Deutsche Bergrecht als Lizenz zur Zerstörung im Rücken hat!
Bergbau unter bewohntem Gebiet zerstört :
unter der Erde - über der Erde - und in den Herzen der Menschen. Hört auf!
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Re: Nachrichten von SR-Online und Videotext / Presseberichte

Beitragvon merlin » Sa, 10.04.2010 14:46

So isses........bzw unter "unkonventionellen Mitteln" versteh ich was anderes als das hier:

KOHLE-PROTEST
Staatsanwälte ermitteln gegen Kumpel


Die jüngsten Bergarbeiterproteste in Nordrhein-Westfalen beschäftigen inzwischen ein halbes Dutzend Staatsanwaltschaften im Land. Wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr, Nötigung, Landfriedensbruch, Bannkreisverletzung, Sachbeschädigung und Körperverletzung haben die Behörden ihre Ermittlungsverfahren, zumeist gegen Unbekannt, eingeleitet.
Von der Foto- und Videoauswertung durch Polizei und Bundesgrenzschutz erwarten sich die Staatsanwälte in Bonn, Münster, Bochum, Duisburg, Kleve und Dortmund jetzt konkrete Hinweise auf die Täter.

Aufgebrachte Kumpel hatten Mitte vorvergangener Woche unter anderem stundenlang das Autobahnkreuz Kamen (A1/A2) besetzt, den Bahnverkehr auf der Intercity-Strecke Dortmund-Hannover lahm-gelegt sowie die Bannmeile um das Kanzleramt in Bonn durchbrochen.

Ins Visier der Strafverfolger gerieten aber nicht nur Bergleute: Drei der acht allein in Münster anhängigen Ermittlungsverfahren richten sich, so Oberstaatsanwalt Wolfgang Schweer, „gegen durchgeknallte Autofahrer“. Die hatten aus Zorn über Staus versucht, mit ihren Fahrzeugen die Blockaden der Bergarbeiter zu durchbrechen.

Quelle:
http://www.focus.de/magazin/archiv/kohl ... 65217.html

...Wütende Kumpel-Proteste
Zweiter Tag der Belagerung des Regierungssitzes: Nach der Verschiebung des Kohlegesprächs hatten am Dienstag mittag radikale Kumpel das Zepter in der Hand.
"Haut die Scheiben ein, die wollen uns wohl verarschen", entrüstet sich ein älterer Bergmann, als die Absage des Gesprächs unter den Demonstranten bekannt wird. "Das ist eine Sauerei", pflichtet ihm ein anderer bei. Schnell schlägt die Stimmung um, die Kumpel durchbrechen die Absperrung. Wenige Meter weiter hasten Polizisten auf ihre Positionen und bilden eine Kette. Doch auch dort machen die Kumpel nicht halt, rund 50 von ihnen gelingt der weitere Verstoß ins vermeintliche Zentrum der Macht. "Wir können das nicht mehr lange halten", alarmiert ein Beamter seine Einsatzleitung und bittet um Verstärkung. "Drücken, drücken", rufen dagegen die Kumpel ihren Kollegen hinter der sofort verstärkten Absperrung zu. Polizisten setzen Helme auf, vereinzelt kommt es zu Rangeleien.
"Bonn läßt sich nicht erpressen"
Aus dem Saarland und dem gesamten Ruhrgebiet waren die aufgebrachten Bergleute am frühen Dienstag zur Unterstützung ihrer "Vorhut" nach Bonn gereist. "In Bonn wirkt das ja mehr, wenn wir protestieren", erklärt Volker Kleineberg aus Gladbeck. "Aber hier kommt kein Politiker und spricht mit uns. Die Überheblichkeit ist ganz schön groß." Wie schon am Montag blockieren die Kumpel die wichtige Bundesstraße 9, erneut ist das FDP-Gebäude durch angekettete Bergleute abgeriegelt, doch macht sich mehr und mehr Frust unter den Arbeitern breit. "Eine kleine Hoffnung gibt es ja immer noch", erklärt der 28jährige Roland Kollassen aus Bottrop sein Kommen. "Aber gestern im Fernsehen hieß es ja schon, Bonn läßt sich nicht erpressen."
Doch trotz aller Zweifel sind die Kumpel am Dienstag in Scharen nach Bonn gekommen. "Dat muß sein", sagt ein 70jähriger früherer Hauer, der in Knappenuniform an den Rhein gekommen ist. So beginnt zunächst das Ritual der Bonner Demonstrationen: "Ich darf Sie bitten stehenzubleiben", stoppt ein Polizist eine kleine Gruppe von Bergleute. "Hier beginnt die Bannmeile." Brav kehrt das Quintett um, und peilt einen nahen Supermarkt an. "Wir sind hier für unsere Arbeitsplätze, nicht für Randale", stellt ein Bergmann aus dem Ruhrgebiet klar. Dies sieht ein jüngerer Kollege ganz anders: "Wo ist die FDP-Zentrale?", stürmt er aus seinem Bus. "Ich habe mir extra zwei Kilo Tomaten gekauft."
"Randale" gibt es am Dienstag zunächst nicht in Bonn, doch mit dem Durchbruch ins Regierungszentrum setzen die Bergleute ein Zeichen. "Wir laufen Hand in Hand und demonstrieren brav. Das bringt doch nichts", sagt einer und stellt sofort klar: "Ich bin eigentlich ganz friedlich." Doch die Absage des Kohlegesprächs zwischen Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU) und dem IGBE-Chef Hans Berger läßt selbst die sonst so zurückhaltenden Kumpel explodieren. "Wir stehen hier, und die lachen sich über uns kaputt", ruft einer trotz Beschwichtigungen von herbeigeeilten Oppositionspolitikern. "Aber die verschätzen sich: Wir bleiben jetzt hier."
Quelle:
http://archiv.rhein-zeitung.de/old/97/0 ... kohle.html
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Re: Nachrichten von SR-Online und Videotext / Presseberichte

Beitragvon merlin » Fr, 03.09.2010 9:45

Aus der SZ von Gestern :

Grubenwasser kostet
Geld: Gericht weist
Klage der RAG zurück

Die RAG Deutsche Steinkohle
muss für die Förderung des Grubenwassers,
die das Absaufen
der Bergwerke verhindert, dem
Land ein entsprechendes Entgelt
zahlen. Dies hat das Verwaltungsgericht
entschieden.

Von SZ-Redakteur
Gerhard Fran

Saarlouis
Vor dem Verwaltungsgericht
in Saarlouis hat gestern
die RAG Deutsche Steinkohle einen
Rechtsstreit gegen das Landesamt
für Umwelt und Arbeitsschutz
(LUA) verloren. Dabei
ging es um rund 340 000 Euro,
die der RAG vom LUA als „Grundwasserentnahmeentgelt“
für das
Jahr 2008 in Rechnung gestellt
worden waren. Diese Rechnung
war dem Bergbaubetrieb ins
Haus geflattert, nachdem er 2008
über zehn Millionen Kubikmeter
Wasser aus den Gruben abgepumpt
und in saarländische Flüsse
und Bäche abgeleitet hatte.
Für jeden Kubikmeter Grubenwasser
stellte das LUA der RAG
rund drei Cent in Rechnung. Die
Grundlage für die Eintreibung
dieser Wassergebühr ist das im
März 2008 in Kraft getretene
„Grundwasserentnahmeentgeltgesetz“,
dessen erster Paragraf
lautet: „Das Land erhebt von dem
Benutzer für das Entnehmen, Zutagefördern,
Zutageleiten und
Ableiten von Grundwasser ein
Grundwasserentnahmeentgelt.“
Doch gegen die Zahlung dieses
Entgeltes rief die RAG das Verwaltungsgericht
an. Denn, so ihre
Begründung: Weil das Grundwasser
nicht genutzt werde, habe sie
auch keinen Vorteil von der Grubenwasserförderung.
Also werde
sie gegenüber anderen Grundwassernutzern,
die aus der Bereitstellung
von Trink- oder
Brauchwasser einen Vorteil ziehen,
benachteiligt.
In seiner Begründung zur Abweisung
der RAG-Klage führte
der Vorsitzende Richter Ulrich
André aus, dass keine Bedenken
gegen die Erhebung des Entgeltes
bestünden; auch in höheren
Instanzen sei dies bereits bestätigt
worden. Auch müsse der Benutzer
des Grundwassers keinen
Vorteil aus seiner Tätigkeit gewinnen;
allein schon das Benutzen
des Grundwassers gelte als
„entgeltpflichtig“. Selbst die Ausnahmeregelung,
wonach für gehobenes
Grubenwasser, „soweit
es zur Energiegewinnung genutzt
wird“, kein Entgelt in Rechnung
gestellt wird, gelte für die RAG
nicht, da bisher keine energetische
Verwertung des Grubenwassers
vorliege, so das Gericht.
Zuletzt war das Grubenwasser,
das jährlich in einer Größenordnung
von zwölf bis 16 Millionen
Kubikmeter in Flüsse und Bäche
abgepumpt wird, wegen seiner
möglichen Schadstoffbelastung
in die Schlagzeilen geraten. Im
Umweltministerium wurde vermutet,
dieses Wasser könne zur
Anreicherung von PCB und Dioxin
in den Fischen der Saar beitragen.
Dem widersprach die
RAG, die eine ständige Grubenwasser-
Beprobung vorschlug
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Re: Nachrichten von SR-Online und Videotext / Presseberichte

Beitragvon WSchaefer » Mi, 03.11.2010 22:58

Ein interessanter Artikel aus den Spiegel online Wissenschaft:
"Plötzliche Erdrisse
Experten warnen vor der Gefahr aus der Tiefe
Früher kannten Menschen instabile Gebiete meist, sie gründeten Dörfer auf felsigem Grund - eben dort, wo keine Löcher klafften. Doch zunehmend destabilisieren Bauprojekte den Boden. Vor allem Tunnel- und Bergbau sowie Grundwasserförderung durchlöchern den Boden. Die Kommunen müssten vorsichtig bei der Ausweisung von Baugrund sein, betont der Geologe Wunderlich.
Im Ruhrgebiet können Erdfälle praktisch überall passieren. Schätzungen zufolge ereignen sich in dem ehemaligen Bergbaugebiet pro Jahr etwa hundert Tagesbrüche. Jahrhundertelang haben Kumpel Kohle aus dem Boden geholt. Viele Stollen wurden auf Karten nicht eingetragen. Vermutlich stehen Hunderte Häuser und Straßen auf unbekannten Hohlräumen.
... Geraten Stollen großflächig in Bewegung, kann die Erde weiträumig beben - so wie 2008 im Saarland, als Kohleschichten einstürzten."
http://www.spiegel.de/wissenschaft/natu ... 96,00.html
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Re: Nachrichten von SR-Online und Videotext / Presseberichte

Beitragvon BergmannsSohn » Fr, 05.11.2010 10:36

SZ: Völklingen und Warndt Vom 4.11.2010
Gemischte Gefühle in Ludweiler
Bergschadensverband löst sich auf – Aber noch große Probleme in der „Kolonie“


Rund 1100 Bergbau-Schäden
wurden bis Abbau-Ende 1999
in Ludweiler gemeldet. Inzwischen
sind, mit Ausnahme der
so genannte Kolonie, die Folgen
des Bergbaus unter dem
Stadtteil abgeklungen.
Von SZ-Mitarbeiter
Horst Lange

Ludweiler. Still geworden ist es in den letzten Jahren um den Bergschadensverband Völklingen-Warndt, der zu Beginn der 80er Jahre wegen des Kohleabbaus unterhalb von Ludweiler gegründet wurde. Der Grund dafür liegt auf der Hand, denn so stellten Axel Schäfer und Barbara Traving-Ney von der DSK bereits in einer Ortsrats sitzung vor über zwei Jahren fest: „Ludweiler hat es gepackt, was den Bergbau angeht.“ Nachdem der Bergbau 1999 unterhalb Ludweiler eingestellt wurde, herrsche, so Traving Ney, Senkungsruhe und es seien keine bergbaulichen Nachwirkungen feststellbar. Bei der Schadensregulierung gehe es heute fast nur noch um das Abarbeiten von Altschäden. Bei den 1283 Gebäuden im Einwirkungsbereich des Kohleabbaus im Feld Geislautern wurden 1100 Schäden gemeldet. Davon wurde bei 245 Gebäuden ein Minderwert aus einer Schieflage festgestellt. Von den 141 Totalschäden wurden inzwischen so gut wie alle abgerissen. 152 Häuser wurden nachträglich gesichert. Auch wer jetzt noch Grubenschäden entdecke, brauche keine Angst zu haben, so die
Fachleute der Bergschadensabteilung, denn die RAG stehe bis 30 Jahre nach Abbauende in der Haftung, wo
bei die Beweispflicht stets beim Bergbaubetreiber liege.
Auf jeden Fall könne jetzt in Ludweiler wieder problemlos gebaut werden. Dies gelte auch für Baulücken bei Abriss – nach vorheriger Prüfung. Heftige Nachwehen des Bergbaus gibt es derzeit nur noch in der Neuen Ansiedlung im Bereich Ring-, Gruben- und Mittelstraße, die derzeit fast einen gespenstigen Eindruck macht. In den letzten zwei Jahren wurde ein Großteil der 86 Häuser mit 176 Wohneinheiten, die teilweise zuvor mit großem Aufwand gesichert wurden, niedergelegt, und bis zum heutigen Tage verrichtet der Abrissbagger sein trauriges Werk. An vielen Häusern sind die Eingangstüren zugenagelt. Schilder künden davon, dass das Betreten der Baustelle verboten ist, und ehemalige Bewohner sind längst in alte Winde zerstoben. Sie wohnen in Dorf im Warndt, in Lauterbach oder in Fürstenhausen. Zunehmend verloren kommen sich die wenigen Bewohner der Neuen Ansiedlung vor, die ausharren, denn gekündigt werde niemanden, stellte Joachim Schuch bei der letzten Besichtigung durch den
Ortsrat fest. Vor allem die älteren Bewohner der „Kolonie“, die zum Teil in der dritten Generation hier
wohnen, wollen nicht mehr „verpflanzt“ werden. Die 88-jährige Maria Schwaiger kam schon als Kleinkind in die Ringstraße: „Wir haben schon ein bisschen Angst, dass wir hier rausgeschmissen werden, doch wir wehren uns, und ich bleibe bis zum letzten Atemzug hier“, sagt die resolute alte Dame. Nach dem Bergbau geht es
nun auch mit dem Bergschadensverband Völklingen Warndt zu Ende. „Wir haben schon seit 2003 keine Beiträge mehr erhoben“, berichtete Bertram Duttiné, der von Beginn an dem Verband vorsteht. „Wir sind über mehr als zwei Jahrzehnte unseren Mitgliedern bei Schieflagen oder Verpressungen hilfreich zur Seite
gestanden, doch nach dem Abbauende konnten wir noch vereinzelt zum Gelingen von Endsanierungen beitragen“, so Duttiné in seinen Rechenschaftsbericht. Er beklagt dabei, kämpferisch wie immer, die
Schadensregulierungspraxis der DSK, die immer wieder versuche, vermutliche Bergschäden als Baumängel abzutun. Langsam sank die Mitgliederzahl des Bergschadensverbandes von 299 im Jahr 2003 auf
nunmehr 260. Knappe 60 trafen sich am Dienstagabend in der Gaststätte Am Markt, um über die Auflösung des Vereins zu beschließen. In Vertretung der erkrankten Schatzmeisterin Apollonia Klein informierte Kassenprüfer Wolfgang Kiefer über die Finanzsituation: Gut 10 000 Euro sind noch auf Sparkonten angelegt, die nun nach Abzug der Auflösungskosten an die Mitglieder verteilt werden. 30 Euro verbleiben so für jedes Mitglied, errechnete Duttiné. Wenn dann noch etwas übrig bleibt, darf sich der Heimatkundliche Verein Warndt über
eine Spende freuen.

wer zahlt am schluß die zeche? doch wieder der steuerzahler und die betroffenen.
die sollen lieber heute als morgen mit dem abbau aufhören.
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Re: Nachrichten von SR-Online und Videotext / Presseberichte

Beitragvon BergmannsSohn » Fr, 05.11.2010 10:49

SZ: Völklingen und Warndt Vom 3.11.2010

Kundiger Blick auf Grubenbrachen Fachleute aus ganz Deutschland
widmeten sich am Wochenende der Nach-Bergbau-Ära im Warndt:

Die Arbeitsge-
meinschaft Bergbaufolgeland-
schaften traf sich zur Tagung
im Karlsbrunner Hotel Waibel.
Experten aus Bergbau, Wissenschaft und Behörden trafen sich im Warndt

Karlsbrunn. „Der Warndt nach
dem Steinkohlebergbau“ hieß
das Thema einer Fachtagung
im Warndthotel Waibel in
Karlsbrunn, zu der die Arbeits-
gemeinschaft Bergbaufolge-
landschaften (siehe „Auf einen
Blick“) eingeladen hatte. In ei-
ner Reihe von Vorträgen erläu-
terten Vertreter der RAG und
vrschiedener Planungsbüros
den aus anderen Regionen
Deutschlands angereisten
Fachleuten, wie man sich hier-
zulande auf die bergbaulose
Zukunft vorbereitet. „Wir be-
kommen hier Dinge gezeigt, die
man als Tourist nie erkennt,
wie etwa die Renaturierung des
Rosseltals“, lobte Bernd Holdt
vom Vorstand der Arbeitsge-
meinschaft. „Hier erfahren wir,
wie im Warndt Probleme
grenzüberschreitend und vor-
bildhaft auch für die neuen
Bundesländer gelöst werden,
haben diese in ihrer Industrie-
kultur mit vielen Mono-In-
dustrien doch auch mit dem
Saarland viel gemeinsam.“
Exemplarisch hierfür der
Vortrag von Rudolf Krumm
(RAG Montan Immobilien)
über die Sanierung des Rossel-
tals. Hier wurden in den letzten
20 Jahren insgesamt 21 Hektar
renaturiert, wobei Absenkun-
gen durch den Kohleabbau in
einer Stärke von bis zu zwölf
Metern aufgefüllt wurden. Das
meiste davon war Bergemateri-
al; am Ende wurde das Gelände
noch mit 1,5 Meter Boden abge-
deckt. Eine freie Tallandschaft
sollte entstehen. Jedoch greife
die Natur, so Krumm, schneller
Platz als erwartet – das Rossel-
tal wird irgendwann ein dichter
Auewald sein. Wichtig ist es als
Rückhalteraum für Hochwäs-
ser: Es kann bis zu 500 000 Ku-
bikmeter Wasser aufnehmen
und Geislautern vor Ãœberflu-
tungen bewahren.
Umfangreich das Programm,
das den Experten geboten wur-
de. Markscheider Volker Hagel-
stein von der RAG Ensdorf
führte mit einem Vortrag zum
Abbau und zur Geschichte des
Steinkohlebergbaus im Warndt
ins Thema ein. Zur „Strategie
für den Warndt nach dem Berg-
bau“ referierte Andrea Hartz
vom Saarbrücker Planungsbü-
ro agl, Axel Schäfer (RAG) be-
richtete über Flutungsprozesse
im Warndt, grenzüberschrei-
tende Aspekte betrachtete An-
ne Kilian (GIU, Saarbrücken).
Anschaulich dann die Exkur-
sion durch den Warndt am
Samstagnachmittag – sie führte
zur Bergehalde Velsen, ins Ros-
seltal, zu den Schlammweihern
St. Charles und zur einstigen
Sandgrube Merlebach. hla

das bräuchte alles nicht zu sein, und kostet wieder geld.............. ein faß ohne boden
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Re: Nachrichten von SR-Online und Videotext / Presseberichte

Beitragvon BergmannsSohn » Mi, 24.11.2010 8:44

SZ: M I T T W O C H , 2 4 . N O V E M B E R 2 0 1 0
Stabstelle verspricht Ludweilern Hilfe

Gangolf Hontheim: Grubenschäden werden noch bis 2029 reguliert

Betroffene müssen nicht be-
fürchten, dass das Geld zur Re-
gulierung von Grubenschäden
ausgeht. Ansprüche sind noch
bis 2029 durchzusetzen, erläu-
terte nun Experte Gangolf Hont-
heim im Ludweiler Ortsrat.

Von SZ-Mitarbeiter
Horst Lange

Ludweiler. „So einen Ansprech-
partner hätten wir schon vor 20
Jahren gebraucht“ – so war der
Tenor im Ludweiler Ortsrat am
Montagabend anlässlich der Vor-
stellung der Stabsstelle zur Ver-
mittlung in bergbaubedingten
Konflikten, die beim saarländi-
schen Wirtschaftsministerium
angesiedelt ist. Ihren Sitz hat die-
se Stabsstelle in Lebach in der
Dillinger Straße 67.
Rede und Antwort standen in
der Sitzung des Ortsrates der Lei-
ter Gangolf Hontheim (Foto: see)
und seine Mitarbeiter Thomas
Kriebs und Patrick Haser. Be-
kanntermaßen wurde der Kohle-
abbau unterhalb Ludweiler vor
elf Jahren eingestellt, und nur
noch eine Reihe nachgemeldeter
Schäden muss reguliert werden.
Dennoch bestehe, so Hontheim,
auch heute noch Bedarf an Ver-
mittlung und Betreuung. Dabei
will die Stabsstelle Bergschäden,
die 2005 eingerichtet wurde, be-
troffenen Bürgern, die ihre Rech-
te nicht ausreichend wahrge-
nommen sehen oder sie gar nicht
kennen, hilfreich zur Seite ste-
hen. „Wir arbeiten weisungsfrei,
neutral und objektiv“, umriss
Hontheim die Aufgaben der
Stabsstelle, „Information, Media-
tion, also Vermittlung und eine
entsprechende
Konzeption sind
unsere Arbeits-
schwerpunkte“.
Auch bei kleine-
ren Schäden sei
man stets für Bür-
ger da, begutachte
diese in kürzester
Zeit. Erleichtert
werde dies durch
eine gute Koope-
rationsbasis mit der RAG. Lud-
weiler sei seit dem Abbauende
immer noch durch viele Baulü-
cken nach Abriss von Totalschä-
den geprägt, eine Folge des Koh-
leabbaus sei (die SZ berichtete)
auch das langsame Sterben der
Neuen Ansiedlung, wo nur noch
wenige Bewohner ausharren. In
der Regel sei die gesetzliche Ver-
jährungsfrist von drei Jahren
nach Kenntnisnahme eines Berg-
schadens nicht wirksam, so
Hontheim. Schäden würden viel-
mehr noch bis 2029 anerkannt
und reguliert. Dem in der Sitzung
anwesenden Bürger Hans Ulrich,
der auf dem Rosselsprung wohnt,
erschien dies zu wenig, denn
nach seinen Angaben bewegt sich
die Erde in diesem Bereich im-
mer noch. Bedenken, dass ir-
gendwann für Schadensregulie-
rungen kein Geld mehr da sei,
zerstreute Hontheim: „RAG, Aus-
fallkassen und letztlich der Staat
stehen hier immer in der Pflicht.“
Gerne sei die Stabsstelle auch
bereit, die noch in der Neuen An-
siedlung verbliebenen Bürger in
einer Versammlung anzuhören
und sich derer Sorgen anzuneh-
men. Auf Nachfrage von Ortsvor-
steherin Christiane Blatt bestä-
tigte Hontheim, dass die Stabs-
stelle auch beim Ansteigen des
Grundwasserspiegels unter Lud-
weiler nach dem Abschalten der
Grubenpumpen als Vermittler
auftreten werde.
 Die Stabsstelle ist erreichbar
unter Telefon (0 68 81) 928-128/129/144.


ps: steuergelder werden immer da sein um den wahnsinn zu finanzieren
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Re: Nachrichten von SR-Online und Videotext / Presseberichte

Beitragvon BergmannsSohn » Mi, 24.11.2010 8:47

SZ: MITTWOCH, 2 4 . NOVEMBER 2 0 1 0 http://WWW.SAARBRUECKER-ZEITUNG
EU-Parlament stimmt für Kohle-Subvention bis Ende 2018

Straßburg/Saarbrücken. Im
Streit um die Subventionen für die
Steinkohleförderung hat das Eu-
ropaparlament den deutschen
Bergleuten den Rücken gestärkt.
Es lehnte gestern den Vorschlag
der EU-Kommission ab, die Bei-
hilfen bereits 2014 auslaufen zu
lassen. Stattdessen forderten die
Abgeordneten, die Subventionen
bis Ende 2018 beizubehalten. Die
Entscheidung über die Pläne der
Kommission trifft am 10. Dezem-
ber der zuständige EU-Minister-
rat. Gibt es dort keine Einigung,
entscheiden die Staats- und Re-
gierungschefs bei ihrem Gipfel am
16. und 17. Dezember. Die saarlän-
dische EU-Abgeordnete Doris
Pack (CDU) sagte, das gestrige Vo-
tum gebe den Bergleuten an der
Saar Rückhalt. CDU-Fraktions-
chef Klaus Meiser nannte die Ent-
scheidung „vernünftig“. afp/red

Ps: und wenn es EU gelder sind
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Re: Nachrichten von SR-Online und Videotext / Presseberichte

Beitragvon BergmannsSohn » Do, 02.12.2010 13:00

SZ: DONNERSTAG, 2 . DEZEMBER 2 0 1 0 http://WWW.SAARBRUECKER-ZEITUNG

„Ich würde mich an jeden Fördertum ketten“
Wie erhält man die Geschichte der Kohle? Diskussion in Reden

Nur anderthalb Jahre noch,
dann ist es mit dem Bergbau
im Saarland vorbei. Wie man
aber mit dem kulturellen Erbe
dieser Industrie umgeht, ist
noch weithin offen. Eine Diskussion
in Reden sollte nun
Anstoß sein, das Thema
gründlich anzugehen.
Von SZ-Redakteur
Oliver Schwambach

Reden. „Glück auf!“: Die Antwort
auf Delf Slottas Begrüßung
im Redener Lampensaal
kam prompt. Und dutzendfach.
„Gück auf!“ aus rauen
Kehlen. Noch funktioniert das
– wie es im Saarland lange
selbstverständlich war, bald
aber schon Geschichte sein
wird. Ende Juni 2012 soll die
letzte Kohle hier gefördert
sein. Der Ausstieg aus dem
Bergbau ist besiegelt. „Was
aber bleibt dann von der Kohle?“,
wollte die Friedrich-
Ebert-Stiftung nun wissen –
und lud zur Podiumsdiskussion
auf die alte Grube Reden.
Knapp 200 kamen am Dienstagabend
in den Lampensaal
des Zechenhauses, frühere
Bergleute darunter, auch noch
aktive. Schon das eine Aussage:
Die Bergbau-Geschichte des
Landes berührt viele.
Slotta, seit Jahren unermüdlicher
Industriekulturbewahrer,
das als Manager im Redener
Zechenhaus mittlerweile
auch im Hauptberuf, zielte mit
seinen vier Mitdiskutanten auf
eine grundsätzliche, leider bisweilen
auch mäandernde Debatte.
Manches, was da gesagt
wurde, etwa, dass „ohne den
Bergbau das Saarland nicht
vorstellbar ist“, so Ex-Ministerpräsident
Reinhard Klimmt
(SPD), blieb nahe am Gemeinplatz.
Andererseits: Vielleicht
muss eben dieses scheinbar so
Selbstverständliche laut gesagt
werden. Wo viele Grundschüler
schon nicht mehr wissen,
wie ein Stück Kohle aussieht.
Also, bereits fünf nach (zweitausend-)
zwölf für die Aufarbeitung
dieses wichtigen Kapitels
Industriekultur? Fast unmöglich
sei es, die Arbeitskluft
von Bergleuten aus dem 19.
Jahrhundert zu bekommen,
erklärte Gerhard Ames, Direktor
des Historischen Museums
Saar beispielhaft Sammlungsnöte.
Die schicke Bergmannsuniform,
ja die bewahrten viele
auf, die alltägliche Kleidung,
die Spuren der schweren Arbeit
zeigte, schmiss man weg.
Selbst für den vielfach formulierten
Wunsch, das Ende des
Bergbaus 2012 mit einer großen
Ausstellung zur Technikaber
auch Sozial- und Alltagsgeschichte
zu begleiten, werde
es knapp, meinte Ames: „In
Museumszeitplänen gedacht,
ist es dafür fast schon zu spät“.
Auch SPD-Chef Heiko Maas’
Kritik setzte da an. Es gebe
kaum grundsätzliche Überlegungen
in der Landespolitik,
wie man sich des Bergbaus und
der Menschen, die von und mit
ihm lebten, erinnern will. „Ich
sehe nicht, dass das bei den
derzeit Regierenden ein Thema
ist“, sagte Maas. Da gelte es
zunächst Vorschläge zu entwickeln
und dann zu überlegen,
wie es finanzierbar ist. „Es ist
eine politische Frage, wofür
man Geld ausgibt“, so der
SPD-Chef. Leider fehlte da in
Reden der Gegenpart von Seiten
der Landesregierung.
Was nun von der Technik erhaltenswert
ist und manches,
wie Rudolf Krumm von der
RAG Montan Immobilien ausführte,
ja bereits saniert ist,
auch darüber wird nach wie
vor debattiert. „Ich würde
mich am liebsten an jeden Förderturm
ketten“, rief Klimmt
unter Beifall aus. Schon, weil
es Landmarken seien, die Heimat
vermittelten. Ames hingegen
warnte auch vor allzu vielen
„stummen“ Technikzeugnissen:
„Man muss die Denkmäler
auch zum Sprechen
bringen.“ Will heißen, etwa die
Erinnerungen der Bergleute
notieren, aufzeichnen, festhalten.
Auch stellten sich die Fragen,
was etwa vom hohen Anspruch
des Ganser-Gutachtens,
einst als industriekulturelle
Leitline gedacht, bleibt?
Und was die Industrie Kultur
Saar (IKS) tatsächlich auf der
Haben-Seite verbuchen kann?
Viele offene Fragen also am
Ende einer intensiven Diskussion.
Die eines aber deutlich
machte: Es ist höchste Zeit,
sich über die Geschichte der
Kohle Gedanken zu machen.


ps: reicht es nicht ? braucht man das wirklich?
an unsere häusern sieht doch jeder das hier kohle abgebaut wurde, und das noch nach jahrzehnten......

und wenn ich dann so etwas lese...
„Ich würde mich an jeden Fördertum ketten“

ich würde alles zuketten, dann ist ruhe :evil:
Hört endlich auf!
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Re: Nachrichten von SR-Online und Videotext / Presseberichte

Beitragvon merlin » Do, 02.12.2010 14:06

ich kann Dir wieder uneingeschränkt Recht geben......
Lieber Gott… gib mir die Weisheit
einige Menschen zu verstehen,
die Geduld sie zu ertragen,
die Güte ihnen zu verzeihen,
aber bitte gib mir keine Kraft…
denn wenn ich Kraft habe,
haue ich ihnen aufs Maul



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Re: Nachrichten von SR-Online und Videotext / Presseberichte

Beitragvon BergmannsSohn » Mo, 06.12.2010 9:30

SZ : MONTAG, 6 . DEZEMBER 2 0 1 0

Der Abschied hat begonnen
Gedämpfte Stimmung prägt die zentrale Barbarafeier 2010
Von SZ-Redakteur
Thomas Sponticcia

Er ist manch anderen voraus, auch mit 72. „Es wird was fehlen“ sagt Hans Berger. Gemeinsam mit mehreren hundert geladenen Gästen erlebt das jahrzehntelange Mitglied der Gewerkschaft IG BCE die zentrale Barbarafeier der Bergleute in der
Saarbrücker Congresshalle mit. Bergers Blick richtet sich schon auf die Zeit nach 2012. Ihn treibt die Frage um, was im Saarland überhaupt vom Bergbau an sichtbaren Zeichen und in den Gedanken der Menschen übrig bleiben wird. Von 1978 bis 1984 hat Berger als Bezirksleiter der IG Bergbau, ab dann bis 1997 im Bundesvorstand der IG BCE an vorderster Stelle für die Belange der Bergleute gekämpft. Während „die Offizielen“ bei der Feier in ihren Reden laustark einen sozialverträglichen Auslaufbergbau einfordern, weil Brüssel die Subventionen am liebsten schon 2014 beenden würde, schlägt Berger leise Töne an. Die Entwicklung lasse sich nicht mehr drehen. Der Kampf um den Bergbau sei verloren. Niemand aus der Politik auf Bundes- und Landesebene habe ihm bis heute seriös erklären können, was an die Stelle des Bergbaus zur Sicherung der Energieversorgung treten soll. Bergers Vertrauen in die Politiker ist weg. „Die diskutieren an den Problemen vorbei, führen Scheindebatten. Den einen geht es um Posten, den anderen um Profit.“ Solche Positionen sind nicht weit entfernt von den Ansichten, die auch Frank Hepp (48) aus Lebach vertritt. Er hat 1980 bei den Saarbergwerken als Hydrauliker angefangen. Auf der Barbarafeier wird er als einer von 49 weiteren Kollegen für seine 25-jährige Tätigkeit in der Gruben- und Gasschutzwehr geehrt. Mit zwiespältigen Gefühlen. Wie alle anderen nimmt Hepp aus den Händen von Ministerpräsident Peter Müller „für vorbildlichen Dienst in der
Gruben- beziehungsweise Gasschutzwehr“ jeweils die vom Bundespräsidenten verliehenen Grubenwehr-Ehrenzeichen in Gold, Silber und die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland entgegen. Der Ministerpräsident lächelt freundlich, schüttelt Hände, gratuliert. Auch den insgesamt 376 Jubilaren, von denen 226 schon 40 Jahre Bergbaugesschichte mitgeschrieben haben, 150 immerhin 25 Jahre. Für die Dauer des Grußwortes des Ministerpräsidenten verlassen jedoch nicht wenige Bergleute den Saal. Auch Hepp glaubt nicht mehr an die Politik. „Jeder stößt irgend wann sein gegebenes Wort um.“ Ludwig Ladzinski, Vorsitzender des Gesamtbetriebsrates der RAG, spricht angesichts der Brüsseler Haltung gar von einer „Schlammschlacht“. Ladzinski lobt diesmal jedoch den Ministerpräsidenten. Weil es gelungen sei, Luxemburg für die deutsche Position der Subventionen bis 2018 zu gewinnen. Auch Peter
Müller argumentiert, der Vorschlag aus Brüssel sei „nicht akzeptabel“. Die Saar-Politik habe parteiübergreifend Geschlossenheit gegenüber Brüssel gezeigt. Müller hofft, „dass wir in dieser Woche eine Entscheidung hinbekommen, die uns ermöglicht, Wort zu halten“.
RAG-Vorstandschef Bernd Tönjes betont, ein Ende des Bergbaus schon 2014 würde „betriebsbedingte Kündigungen von Tausenden von Bergleuten“ bringen. Er setzt darauf, dass sich Brüssel noch bewegt. Zumal auch die Kanzlerin auf der Seite der Bergleute sei. Mit einer Mehrförderung von 240 000 Tonnen und einer Produktivitäts-Steigerung um 25 Prozent leiste das letzte Bergwerk an der Saar einen wichtigen Beitrag dazu, dass die RAG ihre Planförderung von 12,9 Millionen Tonnen Steinkohle 2010 erfüllen könne. Dies hält Tönjes für um so bemerkenswerter, „weil diese Mitarbeiter das baldige Ende des Saarbergbaus vor Augen haben und um ihre bevorstehende persönliche Betroffenheit wissen“. Sein Lob kommt bei den Jubilaren gut an. Sie lassen sich ihr Essen schmecken. Und sind schnell unter sich. Als die Bergkapelle leise die Bühne verlässt, ist die „Prominenz“ aus der Politik längst weg. Es gibt nicht mehr viel zu holen bei den Bergleuten.
Von SZ-Redakteur
Thomas Sponticcia



Die RAG Deutsche Steinkohle feierte am Samstag mit mehreren hundert Jubilaren ihre zentrale Barbarafeier in der Congresshalle Saarbrücken. Foto: Becker & Bredel
RAG-Chef Bernd Tönjes lobt den Einsatz der Bergleute.
Bergmann Karl-Heinz Jost in Festtracht. Fotos: Ruppenthal
Peter Müller setzt auf sozialverträglichen Auslaufbergbau.
Hans Berger

„die Frage um, was im Saarland überhaupt vom Bergbau an sichtbaren Zeichen.....“, was den noch? Die begbauschäden wird man noch jahrzehnte sehen

„laustark einen sozialverträglichen Auslaufbergbau einfordern.....“, was ist mit uns? Wir sollen bis 67 arbeiten. Ist das sozial?

„was an die Stelle des Bergbaus zur Sicherung der Energieversorgung treten soll“, endlich gehen den politkern die augen auf. Es gibt sinnvollere energiequellen (wind, wasser, sonne...)



_ MEINUNG
Offene Wunden müssen heilen

Die Bergleute fühlen sich
von der Politik verlassen. Auf Bundes- und Landesebene, parteiübergreifend. Zu frisch ist noch der Beschluss, den Bergbau an der Saar zu beenden. Und den Bergbau überhaupt. Die meisten Betroffenen vermissen vor allem vernünftige Erklärungen, was eigentlich angesichts steigender Energiepreise und einer weltweit steigenden Kohleförderung in Deutschland an die Stelle des Bergbaus treten soll, um die nationale Energiesicherheit zu gewährleiten. Die Politik bleibt hier Antworten schuldig. Sie muss als erstes einen sozialverträglichen Auslaufbergbau sicherstellen. Erst dann sollten die Politiker dezent und vor allem leise überlegen, was vom Saar-Bergbau nach 2012 bleibt. Als Andenken. Schon jetzt laut darüber nachzudenken ist noch zu früh. Die Wunden müssen erst verheilen.

Von SZ-Redakteur
Thomas Sponticcia

...die RAG bleibt vo allem den betroffenen eine vernünftige erklärungen schuldig. warum werden die schäden nicht oder nur teilweise reguliert, warum werden eindeutig sichtbare schäden durch den bergbau abgelehnt (siehe reisbach und alle anderen orte im saarland)
Hört endlich auf!
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Re: Nachrichten von SR-Online und Videotext / Presseberichte

Beitragvon Tina » Di, 15.02.2011 22:54

Eben war bei Kabel 1 ein Bericht über den Bergbau im Ruhrpott. Hab aber nur den Schluss gesehen. Vielleicht kann jemand von Euch den Link einstellen ???
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