Die Erde tut sich auf.......

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Beitragvon merlin » Di, 31.08.2010 8:27

Aus der SZ von Gestern......

Die Erde tut sich auf
Zwischen Schwarzenholz und
Saarwellingen tut sich die Erde
auf: Tagesbrüche. Der Verband
der Bergbaubetroffenen fordert
verstärkt ein Altbergbaukataster.
Saarländer sollen
wissen, worauf sie bauen.

Von SZ-Redakteurin
Nicole Bastong
RAG verfüllt Tagesbrüche – Arbeiten können Wochen dauern

Schwarzenholz. „Der Saarländer
muss wissen, wo er wohnt
und was sich unter seinem
Haus befindet“, betont Peter
Lehnert vom Landesverband
der Bergbaubetroffenen, während
er durch den Jungenwald
zwischen Schwarzenholz und
Saarwellingen stapft. Nur wenige
Meter vom ausgewiesenen
Wanderweg entfernt stehen
zwei Bagger auf einem abgeernteten
Feld, eine große Sandfläche
ist frisch planiert. Im weiteren
Umfeld sind etwa zehn
große, mehrere Meter tiefe Löcher
mit Bauzäunen abgesperrt:
Tagesbrüche. Wer die
Augen offen hält, entdeckt weitere
Löcher im Boden, die auf
den ersten Blick einem Fuchsbau
ähneln. Als Ursache vermutet
Lehnert Altbergbau.
Die sogenannte Bruchspalte
entstand durch den Kohleabbau
Mitte der Achtziger, bestätigt
Annette Weinmann, Sprecherin
der RAG in Saarbrücken.
„Sie ist entstanden durch den
Abbau im Flöz Grangeleisen,
der im Mai 2010 abgeschlossen
wurde.“ Die Spalte ist nach Angaben
der RAG etwa zehn bis 15
Zentimeter breit. „Das wird
jetzt ausgebaggert und fachgerecht
verfüllt“, erläutert Weinmann,
„wir gehen der Spalte im
Wald entlang nach, das sind etwa
300 bis 400 Meter.“ In den
Boden wird ein reißfestes Geotextil,
eine Art Stoffplane, eingesetzt,
darauf wird die Erde
verdichtet und der ursprüngliche
Mutterboden wieder aufgebracht.
„Wir arbeiten mit Hochdruck
daran, ein paar Wochen kann
das aber noch dauern“, sagt
Weinmann. Gefährlich ist die
Bruchspalte nach Angaben der
RAG nicht, die Stelle sei durch
Absperrband und Zäune gesichert.
Wer zahlt das auf Dauer?
Was hier in Wald und Feld passiert,
kann aber genauso gut
auch mitten in der Ortschaft
passieren, befürchtet Lehnert
als Vertreter der Bergbaubetroffenen.
Dem widerspricht
die RAG: Normalerweise setzt
sich der Boden langsam, nur ist
der Buntsandstein, der hier
südlich von Saarwellingen vorherrscht,
weggebrochen, deshalb
entstehen die Risse im Boden,
erklärt Weinmann: „Und
bei dem aktuellen Abbau in
Reisbach haben wir keinen
Buntsandstein.“
Aber selbst wenn es nur immer
wieder die Tagesbrüche
sind, die verfüllt werden müssen:
„Das kostet ja auch alles
Geld“, meint Lehnert, „wer
kommt denn für diese immer
Schäden auf, wenn sich die
RAG in 20 oder 30 Jahren ganz
aus dem Saarland zurückgezogen
hat?“
Lehnert beklagt, dass Politiker
und das verantwortliche
Unternehmen darauf nicht reagieren.
Diesen Vorwurf müsse
sich auch die neue saarländische
Regierung gefallen lassen,
sagt er. Denn auch FDP und
Grüne kämen den Forderungen,
die saarländischen Bergbaubetroffenen
als vollwertiges
Mitglied an den Verhandlungen
zum Auslauf des saarländischen
Bergbaues zu beteiligen
und ein Altbergbaukataster zu
erstellen, nicht nach. Ãœber
Schächte, die vor 1900 betrieben
wurden, hat laut Lehnert
nur das Bergbauamt Informationen.
Ebenso darüber, ob und
wie Schächte und Flöze verfüllt
oder abgestützt wurden. „Man
muss doch wissen, wenn man
sich ein Haus kauft oder baut,
was darunter ist“, unterstreicht
Lehnert.
Lieber Gott… gib mir die Weisheit
einige Menschen zu verstehen,
die Geduld sie zu ertragen,
die Güte ihnen zu verzeihen,
aber bitte gib mir keine Kraft…
denn wenn ich Kraft habe,
haue ich ihnen aufs Maul



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