Bergbau nun endgültig aus dem Ruder?

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Bergbau nun endgültig aus dem Ruder?

Beitragvon Wackelkandidat » Mo, 18.02.2008 16:09

Drei schwere Beben der "Kategorie Primsmulde" in Moers:

12.12.2007: ML 3.2 - 14.8 mm/s
24.01.2008: ML 3.0 - 12.2 mm/s
17.02.2008: ML 2.9 - 16.3 mm/s

Laut RAG ist es durch das Entspannen und Brechen von Sandsteinbänken oberhalb des Abbaus in ca. 1 km Tiefe zu den Beben gekommen ...
 
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Re: Bergbau nun endgültig aus dem Ruder?

Beitragvon Wackelkandidat » Di, 19.02.2008 6:57

Zum Beben vom 24.01.2008 in Moers steht bei RP Online geschrieben:

Selbst Bürgermeister Norbert Ballhauund seine Familie wurden gestern morgen von dem Beben geweckt. „Das war subjektiv die stärkste Erschütterung, die ich je miterlebt habe“, sagt der ehemalige Bergmann, der über zehn Jahre Leiter der Markscheiderei des Bergwerks West war. Ballhaus hatte sich dort bei seinen ehemaligen Kollegen nach der Stärke der gemessenen Schwinggeschwindigkeit von 12,23 Millimetern pro Sekunde erkundigt und sagte dazu: „Das ist nicht gerade ein niedriger Wert.“Auf Erdstöße dieser Art müssten sich die Bürger allerdings auch in Zukunft einstellen. Das hört erst auf, wenn der Abbau beendet ist.“
 
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Re: Bergbau nun endgültig aus dem Ruder?

Beitragvon merlin » Di, 19.02.2008 8:35

...wie soll ich sagen---Gruben zu, dann ist ruh....
Lieber Gott… gib mir die Weisheit
einige Menschen zu verstehen,
die Geduld sie zu ertragen,
die Güte ihnen zu verzeihen,
aber bitte gib mir keine Kraft…
denn wenn ich Kraft habe,
haue ich ihnen aufs Maul



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Re: Bergbau nun endgültig aus dem Ruder?

Beitragvon Wackelkandidat » Do, 13.03.2008 21:22

Wackelkandidat hat geschrieben:Drei schwere Beben der "Kategorie Primsmulde" in Moers:

12.12.2007: ML 3.2 - 14.8 mm/s
24.01.2008: ML 3.0 - 12.2 mm/s
17.02.2008: ML 2.9 - 16.3 mm/s


und weiter ging es am 11.03. mit einer ML von 3.1.


Ausgerechnet dieses Bergwerk wird als möglicher Lückenbüßer fürs Bergwerk Saar gehandelt:

„Stoppt West!”, fordert Schwerdt zusammen mit den anderen Niederrheinern mit Blick auf die Zeche in Kamp-Lintfort. Und vielleicht sind ihre auffälligen Plakate deshalb ein so beliebtes Fotomotiv, weil RAG-Vorstandschef Bernd Tönjes als mögliche Konsequenz eines vorzeitigen Endes der Zeche Saar jüngst auch eine längere Laufzeit für West erwogen hat. (Quelle NRZ, 2008.03.04)
 
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Re: Bergbau nun endgültig aus dem Ruder?

Beitragvon WSchaefer » Do, 13.03.2008 23:46

Diese Pressemitteilung schaltete die RAG kurz nach dem Beben vom 23.02.2008, um die Bergbaubetroffenen in Nordrhein-Westfalen zu beruhigen:

"Geologische Besonderheiten im Saarland
25.02.2008 - Bergbaubedingte Erderschütterungen mit einer Intensität wie am vergangenen Samstag im Saarland sind in Nordrhein-Westfalen noch nie aufgetreten und auch nicht zu erwarten. Grund ist die völlig unterschiedliche geologische Situation.
Im Saarland besteht anders als in NRW oberhalb des Abbaus das Gebirge überwiegend aus festen Gesteinsschichten mit einem Sandsteinanteil von bis zu 70 Prozent. Dieser besonders hohe und harte Sandsteinanteil speichert mehr Spannungen als das weichere Gebirge im Ruhrgebiet und gibt sie anschließend frei.
Je nach Festigkeit oder Sprödigkeit kennzeichnet diese Schichten ein langsames oder schnelles Bruchverhalten. Besonders sprödes Verhalten zeigen die im Saarland häufig anzutreffenden mächtigen Sandsteinschichten. Diese Schichten biegen sich zunächst nur bis zu einem gewissen Maß, ohne dass sie brechen. Werden Sie dann weiter beansprucht, brechen Sie plötzlich und verursachen damit die Erderschütterungen. Die Schallwelle durchläuft das Gebirge, trifft auf die Tagesoberfläche und erzeugt Schwingungen im Untergrund.
Verstärkend kommt im Saarland der hohe Gebirgsdruck durch die Abbautiefe von rund 1400 Meter, die Mächtigkeit der Flöze sowie der im Vergleich zur Ruhr nur in einem Flöz durchgeführte Abbau in der Primsmulde hinzu.
Sandsteinhaltige Schichten gibt es im Ruhrgebiet zwar auch, sie sind aber weniger mächtig als an der Saar. Zudem gibt es dämpfendes Deckgebirge.
Sämtliche Faktoren zusammen – Zusammensetzung des Gebirges, Gebirgsdruck und Mächtigkeit der Flöze – führen dazu, dass die bergbaubedingten Erderschütterungen an der Ruhr eine deutlich geringere Intensität als an der Saar haben."
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Re: Bergbau nun endgültig aus dem Ruder?

Beitragvon Wackelkandidat » Fr, 14.03.2008 6:41

Naja, nachdem an der Saar die Messlatte neu gelegt wurde, sind Schwinggeschwindigkeiten unter 20mm wohl nicht mehr der Rede wert, oder?
 
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Re: Bergbau nun endgültig aus dem Ruder?

Beitragvon Genervter » Fr, 14.03.2008 10:50

Ich glaube nicht mal mehr an die These Sandsteinbänke! Das Problem sind die neuen großflächigen Abbaumethoden und das Tempo..Raffgier lässt grüßen...Nachdem der Abbau im Saarland zum Stillstand gekommen ist, muss man halt im Ruhrpott etwas schneller buddeln, um die Förderquoten des Konzerns zu erfüllen...Aber vielleicht sind ja auch die Sandsteinbänke aus der Primsmulde ganz einfach an die Ruhr gewandert!? Will sagen, diesem Unternehmen darf man absolut überhaupt nichts mehr glauben!
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