aus der sicht eines bergmanns

Sagen Sie Ihre Meinung zu den Erdbeben und dem Kohleabbau

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Re: aus der sicht eines bergmanns

Beitragvon WSchaefer » Do, 28.02.2008 1:27

Ich kann es nur noch einmal wiederholen: Ich wünschte, es wären mehrere Bergleute - aber auch Bergbaubetroffene so vernünftig und verständnisvoll für die Sorgen und Nöte der jeweils anderen wie dieser "ZwischendenFronten"-Bergmann. Obwohl er wenig Chancen für eine gemeinsame Aktion sieht, macht er uns doch ein wenig Mut!!! Und zwar, dass es noch weitere Bergleute gibt, die auch Verständnis für unsere Situation zeigen!
Ich wünsche Dir, lieber "ZwischendenFronten" dasselbe, was Du Dir wünschst: dass es bald ganz ganz gute neue Perspektiven für Eure berufliche Zukunft gibt und die Politik bei ihren Versprechungen bleibt.
Und uns Bergbaubetroffenen wünsche ich ebenfalls, dass die Politik bei ihren Versprechungen bleibt, und der Abbau für immer gestoppt ist, zum Wohle aller von Erdbeben betroffenen Menschen!
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Re: aus der sicht eines bergmanns

Beitragvon zwischendenFronten » Do, 28.02.2008 1:35

Es bringt Euch wahrscheinlich nicht weiter, aber Ihr könnt sicher sein, dass viele Bergleute genau so empfinden wie ich.

Ich bin nur mal gespannt, ob die Politik zu Ihrem Wort auch steht. Selbst wenn diese Anbohrungen der Sandsteinbank von Ãœbertage aus gemacht werden, kann doch keiner die Garantie geben, dass keine starken Erdbeben mehr auftreten.

Und einige Herren haben klipp und klar zum Ausdruck gebracht, dass ein weiterer Abbau nur mit der Garantie, dass ein solches Ereignis nicht mehr auftreten kann, erfolgen darf. Mich interessiert, wer diese Garantie geben soll.

Ich bin mal gespannt.
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Re: aus der sicht eines bergmanns

Beitragvon WSchaefer » Do, 28.02.2008 1:41

Danke lieber "ZwischendenFronten" für Deine ehrliche Meinung. Wir Bergbaubetroffene denken genauso!
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Re: aus der sicht eines bergmanns

Beitragvon mathias277 » Do, 28.02.2008 5:37

Eine sehr gute, sachlich geführte Diskussion . Bleibt auch hoffentlich so.
Ich mache mal einen sehr, sehr gewagten Vorschlag:
Da in breite gemeinsame Aktion aus o.a. Gründen ( noch) nicht möglich ist wäre doch eine Beteiligung einer kleineren Delegation ( ich wage garnicht zu schreiben: Gewerkschaftsdelegation) an der Fahrt nach Herne sinnvoll..
Mir sind die Gefahren natürlich bewusst, denen man sich aussetzt, wenn man sich in der Öffentlichkeit gemeinsam auf einer Veranstaltung zeigt, die sich gegen die Politik des eigenen Arbeitgebers richtet. Und natürlich würde es auch Anfeindungen aus dn eigenen Reihen geben.
Seht Ihr dennoch eine Möglichkeit eines gemeinsamen Auftretens ? Hätte ja eine große Symbolkraft.....
Platz im Bus würde sich sicherlich in der ersten Reihe finden lassen
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Re: aus der sicht eines bergmanns

Beitragvon whitechristmas » Do, 28.02.2008 6:33

Hallo zwischendenFronten,

ich finde Deinen Beitrag absolut ehrlich und bewundernswert, leider denkt nicht jeder so (auf beiden Seiten).

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Re: aus der sicht eines bergmanns

Beitragvon Hansor » Do, 28.02.2008 7:36

@Zwischendenfronten

Dein Beitrag hebt sich wohltuend von vielen anderen (leider immer auch wieder einiger Bergbaubetroffener) ab. Hierfür, und für dein großes Verständnis, möchte ich dir ausdrücklich danken. Es soll aber eben nicht sein, dass ein endgültiger Bergbaustopp deine Existenz duch den Verlust deines (jetzigen) Arbeitsplatzes gefährden soll. Ich habe dies schon mehrfach gesagt:Wir müssen alle gemeinsam alle möglichen Anstrengungen unternehmen, damit ihr schnell wieder in "Lohn und Brot" komnmt. Wie es derzeit aussieht, gibt es in diese Richtung sehr viele Bemühungen und auch bereits einige positive Zeichen.
Wenn ich aber heute morgen in den Nachrichten wieder hören muss, dass es wirklich allen Ernstes (diesmal mit einer Methode aus der Erdölförderung) weitergehen soll, dann kann ich das einfach nicht mehr nachvollziehen. Daher meine Bitte: Anstatt weiter nach allen Möglichkeiten zu suchen um dieses unerträgliche Treiben fortzusetzen sollten vielmehr alle ihre Kräfee dafür verwenden für die betroffenen Bergleute zukunftsträchtige Ersatzarbetsplätze zu finden. Dieser Bergbau, der um ein Haar viel schlimmeres als große Gebäudeschäden angerichtet hätte, darf auf keinen Fall weiter gehen. Ich will, wie die meisten Menschen hier auch, kein Versuchskaninchen mehr sein, sondern endlich in Ruhe und bebenenfrei leben können.
Dir lieber "Zwischendenfronten" sichere ich alle in meiner Macht stehende Unterstüzung zu wenn es darum geht Ersatzarbeitsplätze zu finden und Existenzen zu sichern.
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Re: aus der sicht eines bergmanns

Beitragvon AmO » Do, 28.02.2008 8:06

zwischendenFronten hat geschrieben:Aber leider muss ich auch hier im Forum den Eindruck gewinnen, dass eine gemeinsame Aktion nicht machbar ist.

Du solltest nicht die zweifellos noch vorhandene Agressivität gegenüber DSK/RAG und Gewerkschaft, welche auf meiner Meinung nach geradezu verbrecherische Art uns schon wieder zu Versuchskaninchen zu Gunsten eines raffgierigen Konzernes machen möchte, mit der Solidarität der Saarländer untereinander verwechseln. Sicher wäre es für alle Anfangs "merkwürdig", wenn wir gemeinsam miteinander und gegenseitig füreinander für eine menschenwürdige und soziale Lösung eintreten. Nicht zuletzt die IGBCE und als Erfüllungsgehilfe die Medien haben in der Vergangenheit versucht uns als Gegner zu positionieren und die Emotionen aufzustacheln. DAS IST BEI DEN BERGBAUBETROFFENEN NICHT GELUNGEN!

Secondhandfuerkinder hat geschrieben:Herr Tönjes war gerade im ZDF, er hat eine neue Abbauweise als Strohhalm, das wird noch getestet, davon geht er aus.

Und eben hat SR1 wieder berichtet, dass die DSK einen weiteren Test plant. Hört mal ihr Leute irgendwo abgehoben da oben, in eurer Subventionsgier: Wir sind Menschen und ich kenne niemanden mehr, der diese "Tests an Menschen" nicht als Verbrechen ansieht. Das schlimme dabei ist: Nach dem Monsterbeben wisst ihr genau was ihr tut. Man sollte euch aus unserem Rechtsstaat verbannen/vertreiben!
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Re: aus der sicht eines bergmanns

Beitragvon lebachermatz » Do, 28.02.2008 11:42

Ich finde es einfach klasse , wie man hier miteinander umgeht.
Klasse Beitrag eines Bergmanns , aber auch ebenso super Beiträge vorn BB.Betroffenen !!!
NUR MIT ACHTUNG GEGENEINANDER KOMMT AUCH WAS GESCHEITES RAUS !!!

Hoffentlich merken das auch bald die Herren in Nadelstreifen .

Abschliessend will ich noch sagen , ich hoffe es wird für beide Seiten eine vernünftige Lösung geben mit der jeder Leben kann.
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Re: aus der sicht eines bergmanns

Beitragvon Hansibeben » Do, 28.02.2008 12:06

SZ vom 28.02.2008 ich zitiere:...ohne Ensdorf klemmt die gesamte Kohle-Planung.....wenn die Saar dicht macht ist der Kostenrahmen hin.......zu der Mehrbelastung durch Wegfall der günstigen Saar-Grube.......erhebliche Transportkosten für die RAG......keine Chancen für die Aufstockung der Subventionen...
All diese Zeilen sind in der SZ nachlesbar und dann mit Sicherheit für jeden nachvollziehbar. Für mich zeigt es sich eindeutig:es geht nicht um uns Bergbaubetroffene an der Oberfläche oder die dort Arbeitenden sondern um die Profite und Macht der Bonzen (Schlossallee)
Das dürfen wir uns nicht gefallen lassen. Bis heute waren wir Versuchskaninchen. Die uns gemachten Versprechungen waren gelogen.
Jetzt ist die einmalige Chance ein Sprichwort umzusetzen.
Lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende
Dies gilt für Alle. Hört auf euch gegenseitig kaputtzumachen. Nehmt die Probleme in Angriff und arbeitet an einer gemeinsamen Lösung. Danach geht es uns allen viel besser und wir können uns dem eigentlichen Leben zuwenden.
Ohne hausgemachte Erdbeben, ohne Schäden durch den Bergbau. Ohne Anfeindungen.
Dies wünsche ich mir fürALLE
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Re: aus der sicht eines bergmanns

Beitragvon haueruntertage » Do, 28.02.2008 14:28

glück vorraus!!
erstmal vielen dank dass mein beitrag hier nicht zerrissen wurde! bis jetzt ist sehr fair diskutiert worden!!
soeben kam die meldung dass zulieferbetriebe erste kündigungen ausgesprochen haben!! und aufträge im 100mio bereich wurden stoniert! jetzt geht es also los!!
gestern hatte unser müller noch gesagt...der bund wird den bergleuten helfen.heute ist es nicht mehr wahr! aber das hin und her unseres MP kennt ihr ja nur zu gut!!
mal sehen wie das alles endet! es wird eine schwierige zeit werden!
es darf keine erdbeben mehr geben! aber wir bergleute haben jetzt auch anspruch...das wir fair behandelt werden!
so wie es aussieht werden wir schlichtweg fallengelassen!!
übrigens waren auf eurer demo...nach dem schweren erdbeben.... auch ne menge bergleute!! so viel dazu , dass wir zusammenhalten müssen!! die sagten auch...das es so nicht weitergeht!!

ich wünsche euch euren frieden ohne diese beben...und uns eine faire behandlung aller!!
gruss......haueruntertage
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Re: aus der sicht eines bergmanns

Beitragvon SAARDIST » Do, 28.02.2008 14:50

Hallo haueruntertage,

finde Deinen Beitrag auch sehr löblich. Bin auch der Meinung wir müssen ALLE ZUSAMMEN demonstrieren.

1. Schritt: FAHRT NACH ESSEN ( Super, Super wichtig) Das müssen 10tausende sein. Die Masse machts.[

2. Schritt: Zusammenschluß von BB-Betroffenen und Bergleuten in EINER Interessengemeinschaft.

Gut man müsste sich umbenennen aber das ginge ja auch problemlos. Wird aber dann ein langer Name.

So, bis in Essen - GLÃœCK VORRAUS !!! (Guter Spruch)
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Re: aus der sicht eines bergmanns

Beitragvon kaeferfreund » Do, 28.02.2008 15:07

Laut Tönjes beträgt das gesamte Jahresauftragsvolumen ca. 100 Millionen Euro, das heißt, die DSK hätte alle Aufträge storniert. Wer es glaubt. wird "". selig gesprochen". Lug und Trug seitens der DSK. In dem Ausstiegsgesetz ist festgelegt das Schließen der letzten Grube im Jahr 2018 geschehen soll. Die Abfolge der Schließungen ist nicht festgelegt. Die "Supermänner" der IGBCE sollten vielleicht jemanden suchen. der es ihnen erklärt. Die DSK hat bereits kassiert und wird weiter kassieren, deshalb mein Hinweis an die Bergleute: Holt euch das Geld von diesen raffgierigen Supermanager. Diese Gelder sind von uns Steuerzahlern - Berggeschädigten und Bergleuten- bezahlt worden.
Manfred Reiter hat auf vielen Demonstrationen gesagt, daß wir mit euch Bergleuten für eure Rechte auf die Straße gehen. Den ersten Teil diese Versprechens lösen wir in Essen ein. Schließen wir uns als Saarländer in dieser schwierigen Situation als bewährte Solidaritätsgemeinschaft zusammen.
Gemeinsam sind wir stark. Wir sind das Volk!!!
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Re: aus der sicht eines bergmanns

Beitragvon Tina » Do, 28.02.2008 15:10

SAARDIST hat geschrieben:Gut man müsste sich umbenennen


Warum? IGAB ist die Kurzform: Interessengemeinschaft zur Abwendung von Bergschäden! Ich finde, dass passt auf jeden Fall!!!
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Re: aus der sicht eines bergmanns

Beitragvon AmO » Do, 28.02.2008 15:19

Wenn es wirklich eine Solidargemeinschaft Bergleute/Bergbaubetroffene geben würde, was man sich nur wünschen kann, sollte diese auch einen Namen bekommen, mit dem sich auch die derzeitigen Bergbaubeschäftigten identifizieren können. Es gibt keinen Sieger, daher muss was neues, unverbrauchtes her!
Rettet Reisbach! Klar zum Ändern!
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Re: aus der sicht eines bergmanns

Beitragvon Manfred_Reiter » Do, 28.02.2008 15:42

Hallo kaeferfreund, hallo haueruntertage, Optimist
und alle Bergleute, die hier mitlesen!

kaeferfreund hat geschrieben:
Manfred Reiter hat auf vielen Demonstrationen gesagt, daß wir mit euch Bergleuten für eure Rechte auf die Straße gehen. Den ersten Teil diese Versprechens lösen wir in Essen ein. Schließen wir uns als Saarländer in dieser schwierigen Situation als bewährte Solidaritätsgemeinschaft zusammen.
Gemeinsam sind wir stark. Wir sind das Volk!!!


Danke kaeferfreund, dass du das hier nochmal wiederholst.
Die IGAB hat auch immer festgestellt, dass die von der Schlossalle es sind, die sich hier an beiden Seiten schuldig machen.

Lesen hier:
http://www.igab-saar.de/index.php?optio ... &Itemid=55

Manfred Reiter - leider z.Zt. nicht im Land
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