Primsmulde Süd

Sagen Sie Ihre Meinung zu den Erdbeben und dem Kohleabbau

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Primsmulde Süd

Beitragvon Rumpelstilzchen » So, 02.03.2008 18:59

Eine ganze Woche ohne Erdbeben.
Wer macht denn sowas ????
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Re: Primsmulde Süd

Beitragvon merlin » So, 02.03.2008 19:06

Ich finds auch phänomenal - das kann sich keiner Vorstellen, der es nicht erlebt hat.............
Lieber Gott… gib mir die Weisheit
einige Menschen zu verstehen,
die Geduld sie zu ertragen,
die Güte ihnen zu verzeihen,
aber bitte gib mir keine Kraft…
denn wenn ich Kraft habe,
haue ich ihnen aufs Maul



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Re: Primsmulde Süd

Beitragvon Rumpelstilzchen » So, 02.03.2008 19:09

merlin: so ist es und so soll es auch bleiben.
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Re: Primsmulde Süd

Beitragvon whitechristmas » So, 02.03.2008 19:16

Ein Leben ohne Beben ist was Schönes. Für mich und meine Familie ist es ein beruhigendes Gefühl zu Bett zu gehen, ohne die Erdbeben im Hinterkopf zu haben.
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Re: Primsmulde Süd

Beitragvon Schnauzevoll » So, 02.03.2008 19:42

Ja,
fast eine Woche bebenfrei, und ich fühle mich nicht wohl, ich weiss nicht was es genau ist!!!
Wünsche mir Beben?
Bitte nicht falsch verstehen!
Mir fehlen die Beben, wie einem Junkie die Drogen!!!
Aber es war immer so, das es nach längerer Ruhe, so richtig gerappelt hat, dann hatte ich es im Moment, hinter mir. Gut ich wusste, im Gegensatz zur DSK, das nächste Beben kommt bestimmt, aber im Moment war es so, als hätte mich einer geschlagen und ich habe vor dem nächsten Treffer die Zeit mich zu erholen, die mein Peiniger braucht um auszuholen und erneut zuzuschlagen.
Es ist so ungewohnt, ich kann nicht so richtig glauben, das die Beben nicht mehr kommen sollen.
Aber bestimmt gewöhne ich mich auch wieder an die Zeit, wie sie vor den Beben war.
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Re: Primsmulde Süd

Beitragvon Honda » So, 02.03.2008 20:44

hmmm ich meinte die beben kamen immer so im 1 1/2 wöchentlichen rytmus .
und ich kann nur hoffen dass es weiter ruhig bleibt über jahre gesehen .
was passiert eigentlich wenn da unten mal alles voller wasser läuft .
bebt es dann weiter durch den wasserdruck der sich nach oben ausbreitet ?
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Re: Primsmulde Süd

Beitragvon vollesuppe » So, 02.03.2008 21:18

Ja,
toll 1 Woche ohne Beben....
obwohl ich immer noch bei einem lauten Geräusch oder Türenknallen zusammenfahre und mich umsehe, ob alles in Ordnung ist. Da wird einem immer noch ganz warm und der Puls geht schneller.....
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Re: Primsmulde Süd

Beitragvon UnusualSuspect » So, 02.03.2008 22:47

Tja, das sieht nicht jeder so, man lese folgende Diskussion, vor allem den letzten Kommentar eines gewissen Herrn Hinsbergers. 299 Menschleben reichten nicht aus den Bergbau zu stoppen, wohl aber 40 Schornsteine war der Tenor! Aber ich bitte euch um eines: Keine Hetzantworten oder Beschimpfungen! Einfach stehen lassen, jeder Normaldenkende kann das glaube ich selbst einschätzen!

Hier er Post:
"Im Februar 1962 starben 299 Bergleute in Luisenthal bei einer Arbeit, die maßgeblich zum Wiederaufbau der BRD beigetragen hat. Als Folge wurde der Arbeitsschutz (der nicht nur dem Bergbau zugute kam) zum Schutz der Menschen kontinuierlich weiterenwickelt, Jeder folgende noch so kleine Unfall wurde untersucht, Ursachen wurden gesucht, Maßnahmen entwickelt.
Wegen 299 toter Bergleute wurde der Bergbau an der Saar damals nicht eingestellt wegen Gefahr von Leib und Leben.
40 Schornsteine reichen heute dafür aus."

Quelle: http://www.sz-meineheimat.de/kommentare/show.phtml?id=2318368
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Re: Primsmulde Süd

Beitragvon WSchaefer » So, 02.03.2008 23:44

Hallo Honda,

Du schreibst:

"hmmm ich meinte die beben kamen immer so im 1 1/2 wöchentlichen rytmus ."

Ist nicht böse gemeint, aber wir müssen dies doch nochmal klar stellen: In den letzten Monaten hatten wir im Schnitt fast täglich ein Erdbeben. Nicht alle Erdbeben waren von der Uni Freiburg erfasst worden, aber die meisten bei der Erdbebenwarte EMSC gemeldet.
Hier die Erdbebentabelle (gemäß Uni Freiburg):

viewtopic.php?f=2&t=395

Im übrigen freuen wir uns auch, dass seit dem Nachbeben am Sonntag, 24.02.08, um 22.58 Uhr kein weiteres Nachbeben mehr kam. Aber wir können nachts immer noch nicht schlafen, träumen von Erdbeben und schrecken auf. Und auch am Tag beunruhigt uns jedes Geräusch ... so sehr sind wir durch die ständigen Beben traumatisiert! Wir können an kaum etwas anderes denken ...

Wir sind immer noch beunruhigt:

Am Mittwoch 27.02.2008 konnte man in der Saarbrücker Zeitung (Seite A 2 unten) lesen:
"Die Frage, ob es in der Primsmulde auch nach dem Abbaustopp wieder einen Erdstoß geben könnte, der dem vom vergangenen Samstag vergleichbar ist, steht im Raum. Denn DSK-Chef Bernd Tönjes hatte am Montag in der Staatskanzlei den Bruch in einer Sandbank, der das Beben auslöste, mit folgenden beiden Zahlen lokalisiert: 250 Meter über dem Flöz, 180 Meter hinter dem Abbau. Das lässt Raum für Spekulationen. Denn was wäre, wenn das Deckgebirge auf dieser Strecke von 180 Metern demnächst auch noch herunterbrechen sollte?
Einen ersten Hinweis auf die Problematik weiterer Erdstöße lieferte Ministerpräsident Peter Müller gestern bei einer Pressekonferenz in der Staatskanzlei. Da räumte er ein, dass es kleinere Beben noch geben könne. Doch könne man mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, "dass es ein Beben der Kategorie, wie wir sie am Samstag erlebt haben, nicht mehr gibt", so Müller. ....
Dagegen sieht der Leiter des Instituts für Physische Geographie, Professor Jochen Kubiniok noch keine Veranlassung zur Entwarnung. Einen weiteren Erdstoß könne er nicht ausschließen, sagte er. Das Deckgebirge über den Kohleflözen bestehe aus hartem Sandstein, einem so genannten Werksandstein, den auch schon Vauban zum Festungsbau in Saarlouis verwendet habe. Maßgeblich für einen weiteren Erdstoß sei die Frage, ob es noch Spannungen im Buntsandstein gebe, so der Geo-Wissenschaftler.
Der Saarwellinger Bürgermeister, Michael Philippi, traut dem Frieden in der Primsmulde auch noch nicht: "Ich glaube schon, dass das Potenzial für einen weiteren Erdstoß immer noch vorhanden ist. Hofentlich gibt es aber kein Monsterbeben wie am Samstag." Ähnlich wie Kubiniok sagte er jedoch: "Ich würde es auch nicht ausschließen."
Die Erfahrung, so Philippi weiter, zeige, dass im Nachgang zu einem schweren Erdstoß kleinere Beben folgten, wie es auch am Sonntag der Fall gewesen sei. Mehr ließe sich nicht sagen."
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Re: Primsmulde Süd

Beitragvon gohome » Mo, 03.03.2008 21:34

WSchaefer hat geschrieben:"hmmm ich meinte die beben kamen immer so im 1 1/2 wöchentlichen rytmus ."

Im übrigen freuen wir uns auch, dass seit dem Nachbeben am Sonntag, 24.02.08, um 22.58 Uhr kein weiteres Nachbeben mehr kam. Aber wir können nachts immer noch nicht schlafen, träumen von Erdbeben und schrecken auf. Und auch am Tag beunruhigt uns jedes Geräusch ... so sehr sind wir durch die ständigen Beben traumatisiert! Wir können an kaum etwas anderes denken ...

Wir sind immer noch beunruhigt:

[/i]


Uns geht es zurzeit noch genauso!
Aber auch wir hoffen, dass diese lange Zeit der Beben endlich der Vergangenheit angehört!
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Re: Primsmulde Süd

Beitragvon optimist » Mo, 03.03.2008 22:59

Hallo UnusualSuspect

bitte aber auch die Ergänzung dieser Aussage beachten:

Es war eine rein sachliche Aussage. Interpretationssache die Auslegung.
Genauso wie man zu der Tatsache eines halbgefüllten Glases trefflich darüber diskutieren kann, ob das Glas nun noch halbvoll oder gar schon halbleer ist.
Nun kann der geneigte Leser in meine Aussage interpretieren was er will abhängig wahrscheinlich von der Einstellung zum Bergbau.
Ihre Interpretation ist aus meiner Sichtweise leider genauso falsch wie Ihr Umkehrschluss.
Man hätte z.B. auch interpretieren können, das der Bergbau immer auf Gefahren schnell reagiert, die Gefahrenquellen analysiert und zur Abwendung von Gefahren von Leib und Leben behoben hat (wie im Artikel ausgeführt).
Und das auch in Zukunft tun wird wenn man ihn lässt.


Quelle: http://www.sz-meineheimat.de/kommentare ... id=2318368

Sehr interessant übrigens, die ganzen Kommentare mal zu lesen, da spalten sich die Meinungen ganz schön.


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Re: Primsmulde Süd

Beitragvon UnusualSuspect » Mo, 03.03.2008 23:29

Ja einen Rückzieher machen kann jeder, wenn er mal in das Fettnäpfchen getreten ist.
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Re: Primsmulde Süd

Beitragvon optimist » Di, 04.03.2008 0:47

Also ich finde diese Artikel sehr interessant, weil total polarisierend. Und jeder legt diese Aussagen so zurecht, wie sie am besten für die eigenen Zwecke verwertet werden können. Jeder sieht nur, was er sehen will oder meint zu sehen. Ich werde das mal weiterverfolgen.

Dieser unbefristet ausgesprochene Förderstillstand könnte an sich betrachtet ja ein Schritt eines Neuanfanges sein, wenn alle die darin verwickelten Akteure das Ganze wohlüberlegt und besonnen abwickeln würden. Da sehe ich aber meilenweit keine Anzeichen dafür. Null Plan zur Zeit, leider auch die Jahre verschlafen zur Vorbereitung auf ein eventuell abruptes Ende. Durchhangeln war die Parole. Keine verlässlichen Zahlen werden mitgeteilt. Sollten sich durch technische Maßnahmen Erschütterungen in Zukunft auf ein erträgliches Maß oder sogar ganz vermeiden lassen wäre das doch eine gute Gelegenheit, die ganze Angelegenheit gesteuert abzuwickeln. Null Erschütterungen zurzeit bedeutet zwar Ruhe auf der einen, aber immer größer werdende Unruhe auf der anderen Seite. Nun kommt noch meiner Meinung nach eine dritte große Gruppe schleichend dazu, die zwar nicht unter den Erschütterungen zu leiden haben/hatten; aber durch den Stillstand des Bergwerkes wird auch ihr Arbeitsplatz gefährdet oder ist sogar schon verlorengegangen. Wo wird die Meinung bzw. die Aktivitäten dieser Gruppe hin tendieren? Wir werden es sehen.

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Re: Primsmulde Süd

Beitragvon Tina » Di, 04.03.2008 7:27

optimist hat geschrieben:Sollten sich durch technische Maßnahmen Erschütterungen in Zukunft auf ein erträgliches Maß oder sogar ganz vermeiden lassen wäre das doch eine gute Gelegenheit, die ganze Angelegenheit gesteuert abzuwickeln.

Natürlich wären wir froh über eine technische Maßnahme, die Erschütterungen ganz vermeiden zu können. Aber daran glauben? Bisher wurden wir von DSK / RAG immer nur vertröstet mit neuen Abbaumethoden. Was alles schon versucht wurde, brauche ich wohl nicht noch einmal aufzuzählen ... Und immer wieder wurde uns versprochen, dass die Erdbeben aufhören!
Und was ist ein "erträgliches Maß"? Wer setzt eine Grenze hierfür fest? Was passiert, wenn diese Grenze überschritten wird? Tut mir leid, aber die einzige Aussage, die ich der DSK / RAG noch glauben kann, ist die Aussage dass es "einen Bergbau ohne Erschütterungen" im Saarland nicht geben wird. Und nach den - meiner Ansicht nach - unfairen Mitteln, mit denen gegen die IGAB gehetzt wird, glaube ich auch nicht an diese so plötzlich aufgetauchten "neuen" technichen Maßnahmen.
Allein, dass ich in einem anderen Forum die Aussage bekam "das Logo der IGAB ist ein Zeichen, das Hass und Zwietracht sät" ist für mich Aussage genug, wie hier von Seiten DSK / RAG / IGBCE gegen die IGAB gehezt wird und die zusätzliche Aussage der IGBCE, dass wir die Schuld daran tragen, dass tausende Arbeitsplätze im Saarland verloren gehen, zeigt den Weg der DSK / RAG! Statt eigene Fehler einzugestehen und sich um diejenigen zu kümmern, für die sie als deren Arbeitgeber eine Fürsorgepflicht haben, setzen sie ihre Kraft darin, gegen die IGAB zu hetzen! Warum sind wir Schuld, dass DSK / RAG - in Saarlouis lautstark bekundet - "keinen Notfallplan braucht" und DSK / RAG ebenso wie die Politik verschlafen haben, einen rechtzeitigen Strukturwandel einzuleiten? Da kommt mir nur die Frage auf: Was hätten die Verantwortlichen gemacht, wenn das alles in IHRER Wohngegend passiert wäre? Wären sie auch so friedlich geblieben wie die IGAB? Oder habe ich hier nicht eingeplant, dass DIE sich ja schnell woanders ein Häuschen kaufen können und schnellstens umgezogen wären? Wohlweislich in eine Gegend, die weit genug weg ist, dass sie keine Angst um ihre Gesundheit und ihre Leben haben müssen!!!
Es tut mir leid für die Bergbaubeschäftigten, aber bei einem erneuten Anfahren der Grube werde ich mich wehren! Was ist, wenn das nächste Beben nicht mehr nur mit Sachschäden ausgeht? Wer übernimmt hierfür die Verantwortung?
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Re: Primsmulde Süd

Beitragvon gohome » Di, 04.03.2008 20:17

Das bestätigt unsere Vermutung, denn seit gestern haben wir wieder viele knarrende Geräusche im Haus. Kündigt sich hier das nächste Monsterbeben an?

http://www.sr-online.de/nachrichten/30/746924.html
Ensdorf: Streb-Einrichtung muss gesichert werden
Den 250 Bergleuten, die derzeit noch im Abbaugebiet Primsmulde Süd arbeiten, bleiben nur noch wenige Tage Zeit, um die Streb-Einrichtung zu sichern. Der Gebirgsdruck nimmt jeden Tag zu.
Der Sprecher der RAG Deutsche Steinkohle AG, Pohmer, sagte dem SR, dadurch könne die gesamte Ausrüstung verloren gehen. Sie sei für die beiden Strebe bis zu 120 Millionen Euro wert.
Schon jetzt sei die Situation prekär. Der Gebirgsdruck nehme täglich zu, wenn in einem Abbaugebiet nicht regelmäßig gefördert werde. Einen exakten Endzeitpunkt gebe es für die Arbeiten nicht.
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