EVONIK

Politische Hintergründe, Aussagen, Anfragen, ... zum Thema Bergbau und Kohleabbau. Alles was sich Parteien oder Funktionsträgern zuordnen lässt.

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EVONIK

Beitragvon merlin » Mi, 05.03.2008 13:59

Lieber Gott… gib mir die Weisheit
einige Menschen zu verstehen,
die Geduld sie zu ertragen,
die Güte ihnen zu verzeihen,
aber bitte gib mir keine Kraft…
denn wenn ich Kraft habe,
haue ich ihnen aufs Maul



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Re: EVONIK

Beitragvon isorb » Fr, 07.03.2008 10:55

Evonik
Man hörte Reden und Pfeifen und Heuler.
Doch bis nach hinten wurden die Worte der Redner nicht verstanden.
Deshalb: Bitte die Texte hier reinstellen, damit man nachlesen kann.

Welche Fragen und Forderungen wurden seitens der IGAB gestellt?
Was haben die Herren der Evonik geantwortet?
Was hat man in Essen erreicht?
Wie geht es weiter?
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Re: EVONIK

Beitragvon MountainChost » Mo, 07.04.2008 17:03

Financial Times Deutschland GmbH & Co. KG - Aktuell


Vier Investoren bieten für Evonik-Anteil

Der RAG-Stiftung liegen vier Gebote von Finanzinvestoren über je rund 2 Mrd. Euro für einen Einstieg beim Mischkonzern Evonik vor. Die Bieter für die zum Verkauf stehende 25-prozentige Beteiligung sind Blackstone, KKR, Bain Capital und CVC.

Das sieht schwer nach Zerschlagung aus! Heuschrecken werden vielleicht letztlich die Subventionen einkassieren.
Hoffentlich werden und sind unsere Schäden bis dahin bezahlt!

http://www.ftd.de/unternehmen/industrie ... 37544.html

Hintergrund: Börsengang verschoben

Bergbau-Altlasten

Wer zahlt die Zeche?

Muss sich mit der CDU arrangieren: SPD-Freund Werner Müller
Der Chef des Steinkohlekonzerns RAG, Werner Müller, will Bergbau-Altlasten beim Staat abladen. Es geht auch um seinen Job.

Werner Müller, Chef des hoch subventionierten Steinkohlekonzerns RAG, ist ein geschmeidiger Mann. Im NRW-Wahlkampf unterstützte er die kohlefreundliche SPD. Großspurig versprach Kanzler Schröders Ex-Wirtschaftsminister dem Stammland der Sozialdemokraten neue Fördertürme und Koksöfen.

Dabei dachte Müller schon Wochen vor der Landtagswahl an das Ende des Bergbaus. Bereits im März roch die politische Spürnase den Machtwechsel am Rhein und traf sich, wie er auf Anfrage bestätigte, mit dem CDU-Spitzenkandidaten und Bergbaukritiker Jürgen Rüttgers. Müller erläuterte ihm seine Börsenpläne für die RAG und ließ durchblicken, dass er im Falle der Regierungsübernahme durch Schwarz-Gelb dem Stopp der Steinkohlesubventionen keinen Widerstand entgegensetzen werde. Bedingung: Unterstützung beim Kurs der RAG Richtung Börse. Womöglich könne NRW vom Emissionserlös profitieren, deutete Müller an. Rüttgers war angesichts leerer Kassen erregt. "Was für die RAG gut ist, ist auch gut für NRW", sagte er kurz darauf.

Folgerichtig zog Müller acht Tage nach der Wahl die Zusage zum bereits geplanten Ausbau einer Kokerei wieder zurück und gestand mit inszeniertem Kleinmut ein, es sei "das Recht der Politik, den deutschen Steinkohlebergbau zu schließen". Das Genehmigungsverfahren für eine neue Zeche in Hamm läuft zwar weiter. Doch das zieht sich Jahre hin - ob sie dann wirklich gebaut wird, ist unsicherer denn je.

Börse statt Bergbau - es geht nicht mehr nur um die Kumpel. Es geht längst auch um Müllers Job. Misslingt ihm der Gang aufs Parkett, dürften seine Tage als RAG-Vorstandsvorsitzender gezählt sein. Seit seinem Amtsantritt hat er sich stets auf Duz- und Kohlefreund Schröder verlassen. Bei den Wahlen im Herbst droht ihm nun die gesamte Berliner Lobby wegzubrechen. Und bei den RAG-Mehrheitseigentümern Eon, RWE und Thyssen-Krupp hat er "nicht einen einzigen Freund mehr", verrät ein Gesellschafter. Sie fühlen sich "völlig genervt davon, dass Müller ständig mit dem Kanzler winkt". Top-Manager bezeichnen ihn als "rüde" und "arrogant".



Noch wird Müller gebraucht: Er soll sämtliche Folgelasten des Bergbaus auf den Staat abwälzen, um die RAG für den Börsengang aufzupolieren. Rund 550 Millionen Euro im Jahr zahlt die Firma derzeit für Pensionen, Bergbauschäden und Pumpwerke, die das ausgehöhlte Ruhrgebiet auf ewig vor Überflutung durchs Grundwasser schützen müssen. Experten schätzen, dass die Kosten bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag nie unter 100 Millionen jährlich sinken. Als Gegenleistung lockt Müller mit fünf Milliarden Euro aus dem Börsengang.

Die RAG-Gesellschafter könnten so aber die unkalkulierbaren Risiken aus ihren Büchern löschen. Und sie wollen noch einige Millionen für ihre RAG-Anteile einfahren. Den kompletten Erlös von der Börse, wie von Müller geplant, wollen sie nicht an den Staat abgeben. Schließlich hatte der RAG-Chef im März selbst verkündet, der Konzern sei satte neun Milliarden Euro wert.

Das brachte damals den Eon-Boss und RAG-Aufsichtsratschef Wulf Bernotat in Bedrängnis: Angelsächsische Aktionäre fragten sich, warum ein Konzern, der neun Milliarden wert sei, den Besitzern trotzdem nur je einen Euro bringen soll. "Wäre der Müller nicht vorgeprescht, hätte das alles so laufen können", heißt es aus dem Management eines RAG-Eigentümers. "So aber ist der Börsengang in weite Ferne gerückt." Die Gesellschafter lassen nun bis zum Herbst von Wirtschaftsprüfern exakt ausrechnen, wie viel die RAG wirklich wert ist.

Quelle: Rolf-Herbert Peters/Jan Boris Wintzenburg
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Re: EVONIK

Beitragvon MountainChost » Di, 08.04.2008 9:53

Ewigkeitsschäden in Polen!

Polen beschleunigt die Restrukturierung der nationalen Kohleindustrie. Privates Kapital soll die marode Branche sanieren - doch der Plan birgt viele Probleme.

ZUM THEMA

Diesen Artikel jetzt anhören Dazu plant die Regierung, zahlreiche Zechen zu privatisieren und an die Börse zu bringen, darunter die Katowicki Holding Weglowy (KHW), den zweitgrößten Kohleproduzenten des Landes. Wenn alles nach Plan läuft, sollen die Aktien bereits im kommenden Jahr gehandelt werden. Nach früheren Schätzungen des zuständigen Ministeriums benötigt die Branche in den kommenden Jahrzehnten Investitionen zwischen 17 Mrd. und 20 Mrd. Zloty (4,8 Mrd. bis 5,7 Mrd. Euro) .

Der Kohleabbau zählt zu den wichtigsten Industrien Polens, und ähnlich wie in Deutschland gilt der Umbau als schwierige nationale Aufgabe. 90 Prozent der Stromversorgung des Landes hängt von der Kohle ab. Dabei gibt es zwei Kernprobleme: Zum einen sind die Bergwerke technisch veraltet und kaum international wettbewerbsfähig. Zum anderen ist ein Stellenabbau in großem Ausmaß nötig, um die viel zu hohen Kosten zu senken.

Die polnischen Bergleute gelten allerdings als besonders straff organisiert - und verteidigen ihre Interessen nötigenfalls auch schon einmal mit Gewalt. Als vor einigen Jahren die damalige postkommunistische Regierung beschloss, den Kumpel ihre Rentenprivilegien zu nehmen, stürmten die Bergleute das Parlament - und erhielten ihre Ansprüche zurück.

Kohlekonzerne in Vergleich"Das vergangene Jahr war für uns schwierig, weil wir Probleme mit der Förderung hatten", sagte Stanislaw Gajos, Vorstandsvorsitzender von KHW, der Wirtschaftszeitung "Puls Biznesu". Trotzdem erwirtschaftete das Unternehmen einen Nettogewinn von 22,9 Mio. Zloty. Für das laufende Jahr rechnet Gajos mit einem Plus von 57,8 Mio. Zloty (16,4 Mio. Euro) .

Die Rahmenbedingungen für eine Sanierung der Kohlegruben sind günstig, weil die Preise für Energiekohle derzeit bei etwa 145 $ pro Tonne liegen und damit vergleichsweise hoch sind. "Wir erwarten, dass die Förderung im Jahr 2008 im Vergleich zum Vorjahr um 6,3 Prozent auf 16,4 Millionen Tonnen klettert", sagte Gajos. Zum Vergleich: Die Deutsche Steinkohle AG erreicht eine jährliche Produktion von rund 21 Millionen Tonnen. Um die Förderung zu verbessern und zu modernisieren, erhöht die KHW das Investitionsvolumen im Vergleich zum Vorjahr um 74 Prozent auf 730 Mio. Zloty (207,4 Mio. Euro) . Insgesamt sollen 30 Prozent der Aktien des Unternehmens an die Börse gebracht werden. Der Staat erhofft sich dadurch Einnahmen in Höhe von 700 Mio. Zloty.
Bergwerk-Manager mit dem Rücken an der Wand
Doch KHW ist nicht die einzige Baustelle der Regierung: Auch der Branchenführer Kompania Weglowa (KW) muss weiter restrukturiert werden. Mit einem jährlichen Fördervolumen von 53 Millionen Tonnen, 16 Bergwerken, 5 Fabriken und insgesamt 63.000 Mitarbeitern ist der Konzern der größte seiner Art in Europa. Er deckt 50 Prozent des Steinkohlebedarfs in Polen und hat in vergangenen fünf Jahren bereits 20.000 Stellen abgebaut. Das Unternehmen erwirtschaftet zwar einen kleinen Gewinn, doch hohe Altschulden machen den Start in eine neue Zukunft schwierig.
Einheimische Experten bewerten die Wettbewerbsfähigkeit der nationalen Kohleförderung denn auch kritisch. "Die Manager der Bergwerke stehen mit dem Rücken an der Wand", sagte Jan Palarski, Professor am geologischen Institut in Gliwice (Gleiwitz). Entweder seien massive Investitionen notwendig oder der Kohleabbau müsse langfristig eingestellt werden - so wie es etwa die deutsche Regierung im vergangenen Jahr beschlossen hatte. "Die Kohleressourcen, die in die Infrastruktur der Bergwerke eingebunden sind und die noch gefördert werden können, reichen gerade einmal noch zwölf Jahre," fügte Palarski hinzu. Die Kosten für den Abbau stiegen rasant, Kredite erhielten die Unternehmen kaum noch, folglich müssten sie sich zunehmend mit eigenen Mitteln finanzieren. "Die Bergwerke haben in der Vergangenheit entschieden zu wenig investitiert."

Ob private Investoren die Versäumnisse des Staates werden ausbügeln wollen, ist angesichts der aktuellen Lage an den Aktienmärkten aber zumindest fraglich.

Quelle: http://www.ftd.de/unternehmen/industrie ... 37625.html
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Re: EVONIK

Beitragvon maxpaul87 » Mi, 20.08.2008 15:01

Evonik-Chef Müller tritt zurück:
http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,573279,00.html
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